Denn die Erde wird erfüllt werden von der Erkenntnis der Herrlichkeit des HERRN, gleichwie die Wasser den Meeresgrund bedecken. (Hab 2,14)

Esther

Nun war der König unbeweibt und das ist natürlich auch kein Zustand. Also beschloss man, im ganzen Reich nach hübschen Mädchen zu suchen, die als zukünftige Königin in Frage kämen. Diese sollten von Hegai, dem königlichen Kämmerer, nach den Vorschriften des Hofes vorbereitet und dann Ahasveros zur Auswahl präsentiert werden.

Nach sechs Monaten der Vorbereitung mit allerlei Salben und Ölen beginnt nach persischem Hofzeremoniell das eigentliche Casting beim König. Die Jungfrauen werden zum Frauenhaus des Königs gebracht und dort mit allem ausgestattet, was sie sich wünschen. So gehen sie zum König, in der Hoffnung, dass er sie behält.

Ahasveros macht den Agatiter Haman zu einer Art Reichskanzler und setzt ihn über die Fürsten des Reiches. Er war ein richtig hohes Tier und alle Untertanen des Reiches ehrten ihn durch Knicks mit dem Knie, die größten Schleimer fielen gar längsseits auf den Boden vor ihm.

Mit dem Ring des Königs ist nun Haman selbst in der Lage, ein entsprechendes Gesetz zu erlassen. Zum dreizehnten Tag des Monats Adar werden alle Juden des persischen Reiches für vogelfrei erklärt. Jeder Perser hat damit das Recht ab diesem Datum jeden Juden umzubringen und all seinen Besitz an sich zu reißen. Das Gesetz wird aufgeschrieben, mit dem Siegelring des Königs besiegelt und per Eilboten in allen Provinzen verbreitet.

Esther erfährt von den Handlungen ihres Onkels und lässt über ihren Kammerdiener Hatach den Grund in Erfahrung bringen. Mordechai erzählt in allen Einzelheiten und lässt ihr eine Abschrift des Gesetzes von Haman bringen, natürlich mit der Aufforderung, dies vor den König zu bringen und um Gnade für ihr Volk zu bitten.

Was bisher geschah: Der König hat den Agagiter Haman zum höchsten Hofschranzen gemacht. Weil sich Juden und Agagiter spinnefeind sind, verweigert Mordechei ihm die geforderte Ehrerbieten, weshalb Haman vom König fordert, alle Juden des Reiches umbringen zu dürfen. Der König macht ihn daraufhin noch mächtiger und gibt ihm den königlichen Siegelring. Damit kann Haman nach Gutdünken eigene Gesetze erlassen. Mordechai bittet daher seine Nichte Esther, Königin von Persien, sie solle ihren Mann um Gnade für die Juden bitten.

Nachts kann Ahasveros nicht schlafen und lässt sich aus den Chroniken des Reiches vorlesen. Nichts ist doch beruhigender, als schwarz auf weiß bestätigt zu bekommen, wie großartig man doch ist.

Nun wird er durch die Chronik aber wieder daran erinnert, dass Mordechai ihm kürzlich das Leben gerettet hat und er will wissen, wie dem Mann diese Großtat vergolten wurde. Die Antwort ist ernüchternd – überhaupt nicht.

„Der Größte aber unter euch soll euer Diener sein.“ (Mt 23,11)

Ahasveros ist begeistert und fordert Haman auf, dies genauso mit Mordechai zu machen. Dumm gelaufen!

„Wer [anderen] eine Grube gräbt, fällt selbst hinein“ (Spr 26,27)

Das Essen ist lecker und der König spricht wieder sehr dem Wein zu. Es ist anzunehmen, dass Haman auch in diesem Punkt seinem Vorbild nacheifert. Mitten im Trinkgelage wiederholt Ahasveros sein Angebot, dass er Esther jeden Wunsch erfüllen würde und sei es das halbe Königreich.

Nachdem sich die Wut des Königs gelegt hat, setzt er Mordechai an die Stelle Hamans, sowohl was dessen Haus, als auch, was dessen königlichen Ämter angeht. Nun war da aber noch das Problem mit dem Gesetz, das die Juden am 13. des Monats Adar zu Vogelfreien erklärte, die jeder Mensch umbringen und berauben durfte.

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