Denn die Erde wird erfüllt werden von der Erkenntnis der Herrlichkeit des HERRN, gleichwie die Wasser den Meeresgrund bedecken. (Hab 2,14)

Numeri (4. Mose)

Die Bücher Mose wurden von Moses während seiner 40-jährigen Wüstenwanderung mit dem Volk Israel aus Ägypten ins von Gott versprochene gelobte Land, von der Sklaverei in die Freiheit. Doch das Volk hatte trotz der mächtigen Zeichen ihres Gottes, die in Ägypten geschehen waren, so ihre Probleme mit Glauben und Vertrauen an den einen Gott, wurden ihm immer wieder untreu, murrten und klagen. Als sie sich dann noch weigerten, dem Befehl Gottes, das Land, das er ihnen versprochen hatte einzunehmen zu folgen, obwohl er ihnen versprach bei ihnen zu sein, was er ja während des ganzen Weges von Ägypten nach Kanaan auch sicht- und hörbar getan hatte, war das der Tropfen, der das Fass zum Überlaufen brachte. Gott entschied, dass dieses Volk Sklaven sind und Sklaven bleiben werden. Daher solle keiner über 20 – bis auf Khaleb und Joshua, die treu geblieben waren – das Land besitzen und er würde sie durch die Wüste irren lassen, bis alle gestorben seien und nur noch ihre Kinder und Kindeskinder übrigblieben. Das vierte Buch Mose erzählt von diesen vierzig Jahren.

Zu Kapitel 1

„Die Kinder Israels sollen sich jeder bei seinem Banner und bei den Zeichen ihrer Vaterhäuser lagern; der Stiftshütte zugewandt sollen sie sich ringsum lagern.“ (Num 2,2)

Im zweiten Kapitel legt Gott fest, in welcher Ordnung die Kinder Israel um die Stiftshütte herum lagern sollen. Ausnahme bilden lediglich wieder die Leviten; wie die sich um das Lager verteilen, ist abhängig von ihren Aufgaben bezüglich der Stiftshütte. Darum wird es im nächsten Kapitel gehen.

In Texten wie diesen, in denen es scheinbar um nichts geht, bin ich froh über die an anderer Stelle erwähnten sprechenden Bilder in meinem Kopf.

In diesem Kapitel geht es um die Diener Gottes, namentlich die Leviten, den Stamm von Moses und Aron. Moses, Aron und seine Söhne waren schon am Sinai zu Priestern berufen worden, da erscheint es logisch, jetzt wo die Wanderung etwas länger dauern wird und die Stiftshütte ja auch mitwandern muss, die ganze Sippe dauerhaft mit der Organisation zu betrauen. Gott legt fest, welche Unterstämme für welche Teilaufgaben zuständig sind und in welchem der vier Lager (zu jeder Seite der Stiftshütte eins) sie jeweils ihr Quartier aufschlagen sollen. Die Aufgaben werden dann noch einmal in ganz genauen Handlungsanweisungen im nächsten Kapitel beschrieben.

In diesem Kapitel wird die zu leistende Arbeit an der Stiftshütte, wie schon in Kapitel 3 angedeutet, auf die Unterstämme der Leviten aufgeteilt. Dabei werden die Arbeitenden unter die Aufsicht der Söhne Arons, der Priester gestellt. Dies ist wichtig, denn der Aufenthalt im Allerheiligsten war den Priestern vorbehalten und auch diese durften nur für die vorgeschriebenen Opferzeremonien hinein. Ein unbefugtes Eintreten oder ein Abweichen von den vorgeschriebenen Handlungen, führte unweigerlich zu Tod, wie zwei Söhne des Aron bereits am eigenen Leib erfahren hatten. Daher wird in der Tat ganz detailliert jeder wesentliche Arbeitsschritt in diesem Kapitel erwähnt.

Aus den Versen 1 – 4 ergibt sich, warum später alle Juden mit sichtbaren Erkrankungen wie Geschwüre, Ausschlag/Aussatz, Ausfluss, die Regelblutung bei Frauen, Deformation/Lähmung der Gliedmaßen usw.  nicht in den Synagogen beten durften. Gott definiert was unreine Menschen sind und bestimmt, dass sie sich nicht im Lager aufhalten dürfen. Auch wenn Gott hier die Unreinheit deutlich stärker einschränkt, als das später die Juden selbst taten, habe ich meine Probleme damit. Warum sollte Gott, der ins Herz sieht, Menschen aufgrund äußerlicher Merkmale ausgrenzen?

„Der HERR segne dich und behüte dich! Der HERR lasse sein Angesicht leuchten über dir und sei dir gnädig! Der HERR erhebe sein Angesicht auf dich und gebe dir Frieden!“ (Num 6, 24-26)

Heute geht es um einen besonders schönen Abschnitt: Wie ist das eigentlich geregelt, wenn ein Israelit über den „normalen“ Bund hinaus sein Leben für eine bestimmte Zeit ganz dem Herrn, seinem Gott, weihen möchte?

Die Anführer der 12 Stämme entschließen sich zur Einweihung der Stifthütte ihrem Gott mit großzügigen Opfern zu danken. Jeder gibt exakt dieselbe Opfergabe und um zu zeigen, dass Gott jedes Opfer sieht, wird auch jeder Stamm einzeln mit seinem Opfer erwähnt.

Im ersten Abschnitt ist beschrieben, wie der siebenarmige Leuchter zu bestücken ist. Aaron, der Hohepriester der Israeliten erledigt das sofort.

Danach fordert Gott Moses auf, die Leviten zu weihen.

Wie vor dem Auszug aus Ägypten, soll auch vor Beginn der Wüstenwanderung das Passahfest gefeiert werden. Gott weist an, dieses Fest auch weiterhin jährlich am 14. Tag des ersten Monats zu feiern.

Kapitel 9, 15 - 23

Gott war während der Wüstenwanderung ständig bei seinem Volk. Er war tagsüber zu sehen als Wolke über der Stifthütte und nachts als Feuersäule, genau wie davor schon beim Auszug aus Ägypten. Wenn die Wolke über der Stiftshütte lagerte, lagerten auch die Israeliten und wenn sich die Wolke erhob und in eine bestimmte Richtung zog, so zog Gottes Volk hinter ihm her.

An diesem Punkt gibt es zahlreiche Versuche, diese Erscheinung wissenschaftlich zu erklären – meist wird ein ferner, starker Vulkanausbruch genannt, der ja tatsächlich tagsüber als Wolken- und nachts als Feuersäule zu sehen wäre. Mich überzeugt das nicht. Schon beim Auszug aus Ägypten sind Momente beschrieben, wo die Vulkangeschichte versagt. Hier, mit Wolke und Feuer über dem Zelt ist endgültig sense mit der Vulkantheorie. Nett gedacht und klug formuliert, aber versucht nicht, Gott den Naturgesetzen zu unterwerfen – er hat sie gemacht.

Wie schon in Kapitel 7 erwähnt, haben Christen ständig Gemeinschaft mit ihrem Gott. An die Stelle der Wolke und der Feuersäule ist heute der Heilige Geist getreten. Auch er hat die Aufgabe uns zu leiten. Anstatt auf eine Wolke zu starren, müssen wir Innehalten und in uns hinein hören. Es geht ja aber auch nicht mehr nur darum, ob man nun nach rechts oder nach links geht.

Num 9, 15-23 >>

Kapitel 10, 1-10

Das Volk Gottes war ja ziemlich groß, wie die letzte Volkszählung ergeben hatte. Da es noch kein WhatsApp gab, mussten schnelle Kommunikationsformen und -wege her. Gott gibt daher Moses den Auftrag, zwei Trompeten bauen zu lassen. Ein kurzer Stoß in die Trompeten bedeutet: Alle zur Stiftshütte kommen! Wenn nur eine Trompete ertönt: Kleine Versammlung – nur die Anführer der Stämme sollen kommen. Ein langer, andauernder Ton aus den Trompeten bedeutet Aufbruch – hier wird auch gleich genau festgelegt in welcher Reihenfolge, damit das nicht im Chaos endet.

Der lange Ton ist auch bei Angriffen zu hören, der kurze bei Opferfesten.

Num 10, 1-10 >>

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