Wenn jemand mich liebt, so wird er mein Wort befolgen, und mein Vater wird ihn lieben, und wir werden zu ihm kommen und Wohnung bei ihm machen. (Joh 14,23)

Gott und ich

Im letzten Post hatte ich es von Sektierern, die in Gottes Herde wildern, indem sie seinen Schafen vorgaukeln Gott und Gottes Wort ließen sich voneinander trennen. Bei dieser Gruppe hier liegt der Fall scheinbar anders: Sie schwören auf die Bibel und erklären jedes einzelne Wort für heilig.

Und hierin liegt auch überraschenderweise das Problem!

Was ist denn das für eine Frage, wirst du jetzt denken. Aber genau diese Frage wurde mir vor einiger Zeit gestellt. Es ist eine beliebte Frage von Mitgliedern sektiererischer pseudo-christlicher Sekten, die aus gutem Grund die Bibel ablehnen, weil diese sie als Irrlehrer entlarven würde, sie ihr „Opfer“ daher erst sorgfältig auf ihre Linie bringen müssen. Überrumpelt von dieser Frage antwortete ich instinktiv: „Natürlich Gott!“

Irgendwie hatte ich bei dieser Antwort ein schlechtes Gefühl. Sie fühlte sich falsch an, aber ich konnte nicht begründen warum. Natürlich ist doch Gott, mein himmlischer Vater, das Allerwichtigste in meinem Leben – wie könnte es anders sein? Der innere Kompass, Heiliger Geist genannt, funktionierte zwar, aber der Datenaustausch war gehemmt.

Johannes verbindet in seinem Evangelium das Alte und das Neue Testament. Er legt damit im Grunde den ganzen Plan Gottes vom Anfang bis Jesus und darüber hinaus offen. Für alle, denen das – wider Erwarten – jetzt gar nicht so deutlich aufgefallen ist, werfen wir hier nochmal einen Blick auf die ganze Geschichte und Papas Plan dahinter:

Im Anfang waren Gott Vater, Sohn und Heiliger Geist eins, ein Wesen lebendig in einer Herrlichkeit. Dann schuf Gott den Menschen und er liebte ihn so sehr, dass er ihm seinen göttlichen Atem einhauchte. Er machte den Menschen zu einem Teil von sich, er schuf den Menschen in seinem Bilde. Der Mensch war von Gott geschaffen wie die ganze Schöpfung, aber als Teil von Gott mit einer unsterblichen Seele ausgestattet.

Heute schmerzt mein Fußgelenk wieder – trotz der Schmerzmittel, die ich ja schon ständig fürs Kreuz nehmen muss. Einmal eingelaufen komme ich eigentlich gut über den Tag, aber die Treppe runter ist die Hölle. Ich habe mich also entschieden, den Gottesdienst heute auszulassen und stattdessen den ERF-Gottesdienst auf Bibel TV anzusehen.

Thema: 2. Korinther 11, 16-33

Paulus erzählt von Verfolgung, Misshandlungen an seinem Körper, von Schmerzen und Leid, die ihn immer wieder an seine Grenzen brachten.

Im letzten Artikel zu diesem Thema hatte ich davor gewarnt, dass falsche Propheten und Christusse sich auf das Wort berufen würden. Da sie aber nicht glauben, folgen sie nicht dem Wort, sie benutzen es. Allen Verdrehern ist dabei eines gemeinsam: Sie wollen dir erzählen, dass du noch nicht gerettet bist.

Aktuelles Beispiel einer religiösen Gemeinschaft, die mir eben empfohlen wurde:

Die Saat geht auf!

„Wenn aber Christus nicht auferweckt worden ist, dann ist euer Glaube nutzlos und ihr seid immer noch in euren Sünden; und auch die in Christus Entschlafenen sind dann verloren. Nun aber ist Christus von den Toten auferweckt worden als der Erste der Entschlafenen.“ (1. Kor 15, 17.18.20)

Jesus lebt! Was für eine Botschaft! Und Paulus bringt es auf den Punkt: Christus ist nur der Erste. Gott schenkt das neue Leben. Er sagt uns zu: „Du wirst leben, auch wenn du stirbst.“

Diese Gottesbeziehung unterscheidet Juden und Christen von allen anderen Religionen der Welt. Gott schenkt, er schenkt sich selber. Wir folgen unserem Gott nicht nach in Gebeten, Feiern und Opfern, damit er uns segnet, wir tun dies, weil er uns bereits gesegnet hat. Gott nimmt uns als seine Kinder an und hält uns fest. Gott verspricht uns Gemeinschaft mit ihm in der Zukunft.

Doch das ist ihm nicht genug! Er schenkt uns seinen Sohn als Erstling einer neuen Schöpfung. Im Sieg des Christus über den Tod schenkt uns Gott den Sieg über den Tod. Aus dem Versprechen auf die Zukunft wird eine Zusage bereits für die Gegenwart. Seine Forderungen an uns sind dabei nicht unerfüllbar, denn sie entsprechen der Sehnsucht, die jeder von uns in sich trägt:

„Liebt einander! Wie ich euch geliebt habe, so sollt auch ihr einander lieben. Daran werden alle erkennen, dass ihr meine Jünger seid: wenn ihr einander liebt.“ (Joh 13, 35+35)

Keine Gesetze mehr! Keine Rituale! Keine Priester, die über den Menschen stehen! Jeder ist Priester, du, ich, alle, die auf dieses Gebot hören und ihm folgen.
(Hier, im Glauben, dass Jesus der Messias ist und sich die Zusage Gottes in Tod und Auferstehung des Christus bereits erfüllt hat, unterscheidet sich zugegebenermaßen die jüdische Religion vom christlichen Glauben - doch diese Spaltung ist Teil von Gottes Plan und nur vorübergehend.)

Mit Ostern hat Gott die Tür zum Himmel weit aufgemacht. Und weil er uns kennt, wartet er nicht an der Tür, sondern läuft uns entgegen und ruft uns zu: „Kommt!“

Und du? Auf was wartest du noch? Jeder neue Weg beginnt bekanntermaßen mit dem ersten Schritt!

korn„Wahrlich, wahrlich, ich sage euch: Wenn das Weizenkorn nicht in die Erde fällt und stirbt, so bleibt es allein; wenn es aber stirbt, so bringt es viel Frucht.“ (Joh 12, 24)

Es ist vollbracht! Dies ist die Zeit zwischen Tod und Auferstehung, eine Zeit, die sich komisch anfühlt. Irgendwie scheint sie gar nicht existent. Doch bei Licht betrachtet – und als Christ möchte ich die Sache gerne „beim Licht“ betrachten – ist dies eine unglaublich wichtige Zeit.

„Es ist besser, dass ein Mensch für das Volk stirbt, als dass das ganze Volk zugrunde geht.“ (Joh 11, 50)

Kajaphas‘ Argument ist absolut logisch – für einen Menschen. Es ist gut für die Menschen, dass Gott kein Mensch von Menschen ist.

Als Gott den Menschen schuf, nach seinem Bilde, d.h. ewig und mit einem freien Geist – allerdings in einem zerbrechlichen und nur zu endlichen Körper, da war ihm klar was passieren würde. Der Mensch würde sich von ihm abwenden, der Mensch würde sich der Welt und der Zeit unterwerfen, in der er lebt. Der Mensch würde auf die Macht verzichten, die ihm durch seinen Schöpfer an die Hand gegeben wurde, weil diese ihn auch auf ewig an den Schöpfer binden würde. Der Mensch würde alles selber machen wollen; nach dem Bilde Gottes mit einem freien Geist geschaffen, würde er wie Gott sein wollen. Von Gott und seiner Kraft getrennt, würde er aber sterben. Und Gott sagte das seinen Kindern.

Wieder so eine Nacht. Der Körper ist hundemüde aber im Kopf herrscht Unruhe. Nach kurzen Schlafphasen wälze ich mich im Bett umher. Also fangen schließlich sämtliche Gliedmaßen an sich zu beschweren, dass ich sie mir schließlich am liebsten ausreißen würde, damit sie endlich Ruhe geben. Wie wird sich Jesus in dieser Nacht vor seiner Verhaftung gefühlt haben? Er wird wenig Schlaf bekommen haben.

Aber es soll hier um Judas gehen.

Ich mag die Karwoche nicht. Ehe du jetzt mahnend den Zeigefinger hebst, überlege dir ob Jesus wohl die Nacht von Gründonnerstag und den Karfreitag mochte.

Die Karwoche erinnert uns an all die Wege in unserem Leben, die wir gehen müssen, aber auf die wir gerne verzichten würden. Super all die Zwangs-Wege, die schon hinter uns liegen, aber es gibt auch welche die vor uns liegen; einige davon tauchen nur schemenhaft am Horizont auf andere stehen bereits auf der Anzeigetafel unter „Coming Up Next“. Und wir müssen jeden dieser Wege gehen, denn sie waren schon immer ein Teil von uns. Ich mag die Karwoche nicht.

Was ich noch sagen wollte ...

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