Denn die Erde wird erfüllt werden von der Erkenntnis der Herrlichkeit des HERRN, gleichwie die Wasser den Meeresgrund bedecken. (Hab 2,14)

Gott und ich

Heute hatte ich mal wieder Besuch von „meinem Zeugen“. Ich spürte am Klingeln, dass er es ist. Der Rücken, der heute tagsüber überraschenderweise Ruhe gegeben hatte, wollte heute Abend eigentlich nicht mehr, aber es war als ob mir eine Stimme zuflüsterte: ‚Mach auf, ich habe dir danach etwas zu sagen.‘ Ich mag diese Stimme, sie gehört zu meinem besten Freund! Also habe ich meine Schlüssel gepackt und aufgemacht.

Gott hat es euch gesagt:

Ihr könnt nicht zwei Herren dienen, Gott und dem Geld! Ihr habt euch für das Geld entschieden.

Vielleicht liegt es ja an diesem tristen Regenwetter, dass heute ein sprechendes Bild der traurigen Art in meinem Kopf auftaucht: Gott hasst den Tag des Gerichts!

Der Tag, an dem allen seinen Kindern Gerechtigkeit widerfahren wird, ist für ihn kein schöner Tag.

Ein Gutsbesitzer durchwanderte sein Land als er auf einem kleinen Feldweg einen unscheinbaren Stein liegen sah. Der Mann hob den Stein auf, nahm ihn mit nach Hause und begann an ihm zu schleifen und zu polieren. Seine Verwalter und seine Freunde sahen das und belächelten den Mann. „Lass es sein!“ riefen sie. „Das ist ein gewöhnlicher Stein, wie es tausende auf deinem Eigentum gibt. Wirf ihn weg, es gibt schöne Edelsteine auf deinem Land; bearbeite einen von denen.“ Doch der Mann ließ nicht ab von dem Stein. Er bewahrte ihn an einer abgesonderten Stelle, holte ihn immer wieder hervor, arbeitete an ihm, schliff und polierte ihn.

Dann, eines Tages nach vielen Jahren, als der Gutsbesitzer den Stein betrachtete, sah er an dem Stein ein einzigartiges Schimmern, einen besonderen Glanz und freute sich über den Stein und zeigte ihn seinen Freunden und seinen Verwaltern. Doch diese lachten nur. „Du hast jahrelang an ihm unermüdlich gearbeitet und jetzt ist es dir gelungen ein bisschen Glanz in ihn hinein zu polieren. Es ist und bleibt ein gewöhnlicher Stein – wirf ihn weg.“

Doch der Gutsbesitzer behielt den Stein, arbeitete noch härter an ihm und bewahrte ihn nun in einer Vitrine, zusammen mit den Edelsteinen auf. Und der Stein glänzte für seinen Herrn.

Das Gleichnis von den Arbeitern im Weinberg
Denn das Reich der Himmel gleicht einem Hausherrn, der am Morgen früh ausging, um Arbeiter in seinen Weinberg einzustellen. Und nachdem er mit den Arbeitern um einen Denar für den Tag übereingekommen war, sandte er sie in seinen Weinberg.

Jeder Christ weiß, das Alte Testament ist eine Hinführung zur Erscheinung des Herrn. Die Ankündigung seiner ersten Ankunft in der Welt, als Menschenkind und Opferlamm, aber auch bereits als Messias, König und Richter am Ende der Zeit. Wie ein roter Faden ziehen sich Bilder und Prophezeiungen über ihn durch das ganze Buch, damit ihn jeder, dem er begegnet, erkennen kann.

Aber da ist ja noch mehr, da ist die Schöpfungsgeschichte, die Erzählung der Patriarchen bis hin zu Abraham und der Moment, in welchem Gott eine kleine, unbedeutende Gruppe von Nomaden irgendwo im vorderen Orient herauspickt und sagt: Israel, du sollst mein Volk sein!

Bei einer Weihnachtsfeier wurde mir bewusst, dass es an der Zeit ist auf das vergangene Jahr zurückzublicken. Eine inzwischen wirklich gute Freundin bemerkte gestern bei ihrem Rückblick, dass diese Adventszeit – obwohl wir auf die Ankunft des Lichts warten – im Moment auch viel Finsternis bringe und da fiel mir auf, dass auch bei mir seit dem Adventsfest der 100.000 Lichter ohne Vorankündigung und in äußerlich fröhlichen, lichten Situationen einige Schatten über meine Seele zogen, die mich regelrecht aus der Fassung brachten. Während sie sicherlich ganz konkrete Dinge im Blick hatte, kann ich die bei mir aufflackernde Finsternis im Advent nicht erklären. Aber die tiefe Traurigkeit in fröhlichen Momenten ist mir dieses Jahr Realität.

Der Rückblick:

Alles fing damit an, dass ich mir wieder mehr Kopfkino – also sprechende Bilder im Kopf – wünschte, um kreative Schreibanlässe für meine Homepage zu haben … also nicht das Elend in der Welt, sondern die Schreiberei hier. Dass ich mir zu diesem Anlass einen Satz Tarot-Karten kaufte, kam an „höherer Stelle“ offensichtlich nicht besonders gut an. Seither habe ich eine Flut sprechender Bilder in meinem Kopf, gegen die die Bildchen auf den Tarot-Karten geradezu simpel, ja armselig sind.

Vielleicht sollte ich einfach mal wieder sonntags in den Gottesdienst gehen, war zu lange nicht mehr da. Die Gedanken anderer anzuhören, ein paar vorformulierte Texte aufzusagen und ein paar durchaus gefällige Lieder zu singen ist sowohl zeitlich wie auch arbeitstechnisch wesentlich weniger aufwändig, als dieses Wirrwarr sprechender Bilder in sequentielle Texte zu pressen. Aber wenn ich ehrlich bin (und wie sollte ich meinem Gott da etwas vormachen können), will ich’s gar nicht anders…

Also, warum lässt Gott das Elend zu? (also jetzt das in der Welt, nicht das in meinem Kopf)

Selbst unter Christen ein umstrittener Punkt: Muss ich wirklich nichts tun, um Erlösung und damit ewiges Leben bei Gott zu haben? Genügt es wirklich, einfach nur zu an Jesus Christus und sein Erlösungswerk zu glauben um einen Platz in Gottes Reich zu ergattern? Das widerspricht doch völlig allen unseren Erfahrungen in dieser Welt.

Auch hierzu möchte ich ein Bild, einen verständlichen Vergleich, anbieten.

Eine beliebte Streitfrage für Nichtgläubige oder Andersgläubige, die zwar an Gott glauben, aber das Christentum ablehnen:

Gott Vater, Gott Sohn, Gott Heiliger Geist - Wie können drei einer sein? Das ist doch Unfug (oder wahlweise Gotteslästerung)!

Mir spukt da ein ganz einfaches Bild im Kopf rum, das zwar dieses Geheimnis des Glaubens nicht vollkommen klärt, aber doch ein bisschen anschaulicher macht.

Was ich noch sagen wollte ...

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