Wenn jemand mich liebt, so wird er mein Wort befolgen, und mein Vater wird ihn lieben, und wir werden zu ihm kommen und Wohnung bei ihm machen. (Joh 14,23)

Esther

„Sie sind nicht von der Welt, gleichwie auch ich nicht von der Welt bin.“ (Joh 17, 14)

Auch in den folgenden Tagen kämpfen die Juden erfolgreich und blutig gegen ihre Feinde im Persischen Reich. Auf die Bitte Esthers und mit der Erlaubnis Ahasveros werden die Söhne Hamans – obwohl schon im Kampf getötet – genau wie ihr Vater hingerichtet. Die Juden töteten 75000 Feinde, ihren Besitz rührten sie aber nicht an, denn der war nach dem Gesetz des Moses unrein.

„Meine Schafe hören meine Stimme, und ich kenne sie, und sie folgen mir nach; und ich gebe ihnen ewiges Leben, und sie werden in Ewigkeit nicht verlorengehen, und niemand wird sie aus meiner Hand reißen. Mein Vater, der sie mir gegeben hat, ist größer als alle, und niemand kann sie aus der Hand meines Vaters reißen. Ich und der Vater sind eins.“  (Joh 10,27-30)

Herrlich ausgestattet wie ein König verlässt Mordechai Ahasveros. Die Juden aber freuen sich über allen Maßen über ihre fast schon wunderbare Rettung durch Mordechai, den Retter aus ihrem eigenen Volk.

Nachdem sich die Wut des Königs gelegt hat, setzt er Mordechai an die Stelle Hamans, sowohl was dessen Haus, als auch, was dessen königlichen Ämter angeht. Nun war da aber noch das Problem mit dem Gesetz, das die Juden am 13. des Monats Adar zu Vogelfreien erklärte, die jeder Mensch umbringen und berauben durfte.

„Wer [anderen] eine Grube gräbt, fällt selbst hinein“ (Spr 26,27)

Das Essen ist lecker und der König spricht wieder sehr dem Wein zu. Es ist anzunehmen, dass Haman auch in diesem Punkt seinem Vorbild nacheifert. Mitten im Trinkgelage wiederholt Ahasveros sein Angebot, dass er Esther jeden Wunsch erfüllen würde und sei es das halbe Königreich.

„Der Größte aber unter euch soll euer Diener sein.“ (Mt 23,11)

Ahasveros ist begeistert und fordert Haman auf, dies genauso mit Mordechai zu machen. Dumm gelaufen!

Nachts kann Ahasveros nicht schlafen und lässt sich aus den Chroniken des Reiches vorlesen. Nichts ist doch beruhigender, als schwarz auf weiß bestätigt zu bekommen, wie großartig man doch ist.

Nun wird er durch die Chronik aber wieder daran erinnert, dass Mordechai ihm kürzlich das Leben gerettet hat und er will wissen, wie dem Mann diese Großtat vergolten wurde. Die Antwort ist ernüchternd – überhaupt nicht.

Was bisher geschah: Der König hat den Agagiter Haman zum höchsten Hofschranzen gemacht. Weil sich Juden und Agagiter spinnefeind sind, verweigert Mordechei ihm die geforderte Ehrerbieten, weshalb Haman vom König fordert, alle Juden des Reiches umbringen zu dürfen. Der König macht ihn daraufhin noch mächtiger und gibt ihm den königlichen Siegelring. Damit kann Haman nach Gutdünken eigene Gesetze erlassen. Mordechai bittet daher seine Nichte Esther, Königin von Persien, sie solle ihren Mann um Gnade für die Juden bitten.

Esther erfährt von den Handlungen ihres Onkels und lässt über ihren Kammerdiener Hatach den Grund in Erfahrung bringen. Mordechai erzählt in allen Einzelheiten und lässt ihr eine Abschrift des Gesetzes von Haman bringen, natürlich mit der Aufforderung, dies vor den König zu bringen und um Gnade für ihr Volk zu bitten.

Mit dem Ring des Königs ist nun Haman selbst in der Lage, ein entsprechendes Gesetz zu erlassen. Zum dreizehnten Tag des Monats Adar werden alle Juden des persischen Reiches für vogelfrei erklärt. Jeder Perser hat damit das Recht ab diesem Datum jeden Juden umzubringen und all seinen Besitz an sich zu reißen. Das Gesetz wird aufgeschrieben, mit dem Siegelring des Königs besiegelt und per Eilboten in allen Provinzen verbreitet.

Ahasveros macht den Agatiter Haman zu einer Art Reichskanzler und setzt ihn über die Fürsten des Reiches. Er war ein richtig hohes Tier und alle Untertanen des Reiches ehrten ihn durch Knicks mit dem Knie, die größten Schleimer fielen gar längsseits auf den Boden vor ihm.

Was ich noch sagen wollte ...

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