Denn die Erde wird erfüllt werden von der Erkenntnis der Herrlichkeit des HERRN, gleichwie die Wasser den Meeresgrund bedecken. (Hab 2,14)


„Und alles, was ihr bitten werdet in meinem Namen, das will ich tun, damit der Vater verherrlicht wird in dem Sohn. Wenn ihr etwas bitten werdet in meinem Namen, so werde ich es tun.“ (Joh 14,13+14)

Paulus beginnt diesen Abschnitt mit einem Punkt den er am Ende von Galater 3 aufgegriffen hatte. Die Kinder Abrahams werden zu Erben der Verheißungen Gottes.

Er erklärt, dass Erben zunächst aber unmündig sind und so lange sie heranwachsen unter einen Vormund, einen Lehrmeister, gestellt werden. Dieser Lehrmeister sei das Gesetz gewesen. Als die Zeit der Erziehung erfüllt war kam dann Jesus, wie angekündigt, geboren von einer Frau und damit unter das Gesetz gestellt. Jesus selbst habe das Gesetz erfüllt und mit seinem Opfer die unter dem Gesetz stehenden Menschen losgekauft. Wir, die wir durch den Glauben an Christus, die Sohnschaft – also die Mündigkeit – geschenkt bekamen, dürfen deshalb Gott voller Zuneigung mit „Abba“, also Papa, anreden. (Hinweis: Das aramäische Abba meint nicht die formelle, strenge Anrede „Vater“, sondern eigentlich eine vertraute, liebevolle Anrede; Papa, Papi, Dad usw. ist daher treffender.)

Was mir erst durch den Begleittext im Lightkeeper klar wurde, ist aber noch revolutionärer:
Paulus grenzt hier Religion vom Glauben an Jesus Christus ab! Jede Religion dieser Welt offenbart ihren Anhängern ein Gesetz, eine Handlungsanweisung, die von den Menschen befolgt werden muss, um sich mit ihrem Gott gut zu stellen. Da sind Rituale, die jeder Mensch abarbeiten, ständig wiederholen muss, bestimmte Handlungen, wie das Einhalten von Gebetszeiten, bestimmte Opferfeste, bestimmte Speiseregeln, bestimmte heilige Zeiten und Festtage im Jahreskreis und so weiter; eben die in Galater 3 genannten Bedingungen für den Segen Gottes. Die Verheißungen, die Gott Abraham gab und die sich in Jesus Christus erfüllt haben, kennen diese Bedingungen nicht. Durch den Glauben an den Christus erhält jeder Mensch eine direkte und bedingungslose Verbindung zu seinem Gott über den Heiligen Geist. Der Gläubige ruft also zu seinem Gott: „Papa, hier bin ich! Ich schaff’s nicht allein, bring du mich zu dir. Ich bitte dich im Namen von Jesus“ – und Gott tut’s! Mit nur einem Schritt bist du am Ziel, dein weiterer Weg dient nur noch der Annäherung, nicht mehr der Bewährung. Solange du im Glauben, in Christus, bleibst, kannst du nicht mehr „durchfallen“. Der Glaube an die erlösende Kraft von Jesus Christus ist daher keine Religion (mehr), es ist einfach nur Glaube, im Sinne von Vertrauen. Welch großartige neue Freiheit!

Das stellt natürlich auch die ganzen christlichen Feiertage und andere christlichen Rituale in ein neues Licht. Jesus hat im Grunde nur die Taufe und das Abendmahl autorisiert, allerdings ohne Festlegungen über Alter (insbesondere bei der Taufe), Ritualisierung oder Frequenz (insbesondere beim Abendmahl) zu treffen. Beim Priestertum, der Nachfolge der Apostel, ist einfach jeder Gläubige aufgerufen, die ihm von Gott anvertrauten Talente für die Sache des Herrn gewinnbringend einzusetzen (Mt 25,14-30); es ist kein Ritual, sondern Umgang mit dem alltäglichen Leben. Auch die in der Heiligen Schrift immer wieder erwähnten Buße, Umkehr und Demut sind in diesem Sinne keine Handlungen, sondern Lebens-Haltungen, eine Besinnung auf Gott und innere Korrektur, die natürlich auf dem ganzen Weg immer wieder notwendig ist, so wie man heute bei einer Autofahrt immer wieder auf sein Navi sieht und nicht nur zu Beginn der Fahrt. Die geschenkte Freiheit birgt nämlich die Gefahr, dass man sich von seiner eigenen Entscheidung und damit von Gott wieder abwendet, ohne es zu merken und es ist Teil der Freiheit, der Sohnschaft, dass Gott dies zulässt und schweigt. Bedenke: Gott hat dich zum Erben eingesetzt. Das ist schön für dich aber es bedeutet auch Verantwortung für dein Erbe! Selbst Verantwortung zu übernehmen hat im Moment allerdings kaum Konjunktur, wie mir scheint. Rituale der Schuldzuweisung haben über alle Generationen hinweg fast schon einen religiösen Charakter.

Zurück zum Text. Damit wird die Verzweiflung von Paulus natürlich noch verständlicher. Durch die Vermischung von Glaube (=bedingungsloses Vertrauen auf Gott, als Antwort auf seine bedingungslos gewährte Gnade; liebvolle Hinwendug zu Gott, als Antwort auf seine den Menschen erbrachte unfassbare Liebe in der Opferung seines Sohnes, durch die er uns von der Knechtschaft des Gesetzes frei gekauft und als seine Erben eingesetzt hat) und Gesetz (=Erziehung zum Glauben) waren die Galater dabei, eine neue Religion zu schaffen; sie waren dabei, ihre Freiheit im Glauben durch eine neue, selbst gewählte Knechtschaft zu ersetzen – was für ein fataler Rückschritt!

Galater 4 >>

 

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