Denn die Erde wird erfüllt werden von der Erkenntnis der Herrlichkeit des HERRN, gleichwie die Wasser den Meeresgrund bedecken. (Hab 2,14)

Lukas

Doch mit Jesus ist eben doch alles anders. Moses sah das gelobte Land aus der Ferne, er betrat es aber nicht. Jesus stirbt nicht einfach, nachdem sein Werk getan ist – denn es ist nicht getan. Es hat gerade erst begonnen. Moses führt sein Volk bis zum gelobten Land, Jesus, der Christus, bringt uns rüber, denn es ist sein Reich.

Als die Israeliten aus Ägypten aufbrachen, waren sie von Tod und Verzweiflung umgeben. Viel beängstigender als die Soldaten des Pharaos, die – wie sich bald zeigte – Gott ganz gut im Griff hatte, war die Ungewissheit. Tod war das Letzte, das sie sahen, als sie aufbrachen, der Tod markierte den Aufbruch ins (neue) Leben. Doch zwischen Tod in Ägypten und gelobtem Land liegt ein Weg voller Entbehrung, Verführung, Versagen und Angst, ja, der Tod wird sie sogar die nächsten 40 Jahre begleiten. Zuletzt stirbt auch Moses. Kurzgefasst: Zwischen altem und neuem Leben steht unausweichlich der Tod.

Wir reden immer vom letzten Abendmahl, das ist falsch – es war das erste. Und aus diesem Blickwinkel sollten wir auch die letzten drei Kapitel des Lukas-Evangeliums betrachten. Etliche Generationen davor beendete Gott für die Israeliten die Zeit der Knechtschaft in Ägypten und er beendete sie mit dem Passahmahl, dem ersten seiner Art, das damit den Wechsel in die neue Zeit markierte, ein Wechsel, der freilich in der alten Zeit seinen Anfang genommen hatte und mit einem unscheinbaren Dornenbusch in der Wüste begann. Moses war der Mittler zwischen Gott und Gottes Volk, Moses zeigte ihnen den Weg – Moses kündete am Ende des Zeitenwechsels einen neuen, größeren Propheten an. Irgendwo dazwischen, zwischen Alt und Neu, liegt das Passahmahl, das Mahl des Aufbruchs.

Die letzten öffentlichen Lehren für seine Jünger und Anhänger in Jerusalem spitzen gleichzeitig die Situation zwischen dem Messias und den Schriftgelehrten zu. Zwar nutzt Jesus immer noch Gleichnisse und Beobachtungen, um die himmlische Wahrheit zu erklären, die verwendeten Bilder sind aber überdeutlich. Die Bilder schreien geradezu.

Das ganze Kapitel 19 steht unter dem Thema „Der König kommt!“

Der erste Abschnitt vom Oberzöllner Zachäus handelt dabei vom Zweck seines ersten Kommens. Jesus, der König, sammelt die Verlorenen seines Reiches ein. Das ist einzige praktische Grund seiner Menschwerdung, der theologische ist natürlich die Verkündigung – die Proklamation – seines himmlischen Reiches. Die Menschen müssen ja wissen, von welcher Ordnung hier die Rede ist.

Jesus spricht über die Beziehung des Menschen zu Gott.

Natürlich weiß die Frau im ersten Gleichnis, dass der Richter korrupt ist und ihr mehr Ärger bereiten kann, als es der Streit mit ihrem Widersacher vermag. Trotzdem lässt sie nicht locker und bittet ihn hartnäckig: „Verschaffe mir Recht!“ – Und was tut der Richter? Er tut seinen Job, vielleicht das erste Mal in seinem Amt.

Auf dem Weg nach Jerusalem zieht Jesus mit seinen Jüngern an der Grenze zwischen Galiläa und Samaria entlang, als er von zehn Aussätzigen angefleht wird, sie zu heilen. Jesus fordert sie – ohne etwas von Heilung zu sagen – auf, sich den Priestern zu zeigen, und auf dem Weg ins Dorf zurück werden sie tatsächlich gesund. Nur einer, auch noch ausgerechnet der Samariter in der Gruppe, kehrt um als er es bemerkt und dankt Jesus für die Heilung.

Umkehr ist hier das Stichwort!

Die Jünger erfahren noch mehr von Jesus. Er erklärt ihnen, dass sie ihren Mitmenschen begangene Fehler gegen sie vergeben sollen, wenn diese bereuen. Es gibt für Vergebung keine Höchstzahl. Für einen Menschen, der seinem Gott folgt, sollte das selbstverständlich sein, denn Gott tut es mit ihm ebenso. Wer Vergebung will muss selbst vergeben – so beten wir das auch im Vater unser. Allerdings warnt er auch die Verführer, jene Menschen, die durch Geld, Macht und Einfluss andere an die Welt binden. Das Gericht wird für diese so verheerend sein, dass es für sie besser wäre gleich zu sterben.

Das Gleichnis vom untreuen Haushalter in Verbindung mit dem anschließend von Jesus Gesagten ist für mich immer wieder schwierig. Da ist also dieser – heute würde man sagen – Prokurist des reichen Gutsbesitzers und dieser hat ihm zu verstehen gegeben, dass er ihn entlassen wird. Was tut der daraufhin? Er ruft die Schuldner des Gutsbesitzers zu sich und streicht ihnen Teile ihrer Schulden um sich Freunde zu machen für die kommende magere Zeit.

Ein offizielles Bild von Gott, unserem Vater und das aus berufenem Mund, nämlich von Jesus persönlich!

Wer ist Gott, der Vater? Was müssen wir uns vorstellen? Jesus erklärt es am undankbaren und ungeduldigen Sohn, der ein bisschen wie wir alle ist. Das ist ihm alles zu spießig, er will frei und selbstbestimmt sein. Also sagt er zu seinem Vater: „Vater, gib mir jetzt schon mein Erbe.“ – Der Vater tut es ohne zu zögern und schon ist der Sohn weg, zieht durch die Welt mit Wein, Weib und Gesang, bis das Vermögen verbraucht ist. Nun geht ihm nicht mehr so gut, alle „Freunde“ haben sich mit dem Geld verflüchtigt und er hält sich mit Mühe als Schweinehirte über Wasser.

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