Denn die Erde wird erfüllt werden von der Erkenntnis der Herrlichkeit des HERRN, gleichwie die Wasser den Meeresgrund bedecken. (Hab 2,14)

„Die Ernte ist groß, aber es sind wenige Arbeiter. Darum bittet den Herrn der Ernte, dass er Arbeiter in seine Ernte sende!“ (Lk 10, 2)

Wieder sendet Jesus Jünger aus, die Frohe Botschaft zu verkünden und die Menschen zu heilen – dieses Mal siebzig. Wie schon seine zwölf Apostel davor, sollen sie ziehen nur mit dem, was sie am Leib tragen, allerdings schickt er sie ausdrücklich in die Städte, die er selbst noch auf seinem Weg nach Jerusalem besuchen möchte. Wenn sie in einen neuen Ort kommen, sollen sie dort in einem Haus wohnen, nicht von Haus zu Haus ziehen. Sie sollen/dürfen alles essen und trinken, was man ihnen gibt. Jesus macht ihnen klar, dass sie dies nicht als Almosen verstehen sollen, es ist der Lohn für ihre Verkündigung.

Hier bereitet Jesus den Missionsauftrag der Christen vor, der sich eben nicht nur auf die geistlichen Berufe, symbolisiert durch die zwölf Apostel, beschränkt, sondern auf alle Christen. Noch immer beschränkt sich sein Auftrag aber auf das Volk Israel; Jesus ist während seiner Verkündigungszeit immer im Nordreich und den angrenzenden Gebieten unterwegs gewesen. Die Aussendung zu den Heiden erfolgt erst nach der Auferstehung. Wie er bei anderer Gelegenheit sagte: Zuerst sollen die Kinder Israels an den Tisch des Herrn gerufen werden.

Allerdings sagt er auch den Siebzig, dass sie auch mit Ablehnung rechnen müssen. Und auch hier gilt: Wer einen von den Siebzig ablehnt, der lehnt Gott ab. Es wird am Tag des Gerichts einen Unterschied machen, ob du nicht gerufen wurdest und nicht gesucht hast oder ob du gerufen wurdest, dich aber abgewendet hast.

„Die Ernte ist groß“ – Die Zahl der Kinder Gottes ist gewaltig und alle beginnt er in diesem Moment heim zu rufen. Es muss uns klar sein, mit der Aussendung der Siebzig hat das Endspiel begonnen. Hier vollzieht sich im Kleinen (in Israel), was seit zweitausend Jahren auf der ganzen Welt geschieht: Kinder Gottes verkünden die Frohe Botschaft von der Rettung der Menschen. Andere Kinder Gottes hören die Botschaft, erkennen den Ruf, der an sie – an jeden persönlich – ergeht und beginnen ihrerseits zu verkünden – in Worten und Werken. Heilung meinte hier natürlich die Heilung von Krankheiten, die Kinder Gottes heilen aber auch heute noch durch ihre Verkündigung. Wer die Botschaft in sein Herz aufnimmt, der kann tatsächlich – wenn Gott hier ein sichtbares Zeichen setzen möchte – körperliche Heilung erfahren, in jedem Fall erfährt er aber Heilung seiner Seele, die vorher tot war und durch den Ruf Gottes zu neuem Leben geboren wird. Vom ewigen Tod zum ewigen Leben – wenn das keine Heilung ist! Und dir ist diese Macht in die Hände gegeben. Du kannst durch dein Leben in Jesus Christus andere zum neuen Leben mit Gott führen. Gott hat dich gerettet, damit er durch dich viele andere retten kann. Sag nie mehr, dein Leben sei bedeutungslos!

Ja, und dann folgt der Abschnitt mit den „Wehe-Städten“, das sind die Städte in denen Gott durch Jesus große Wunder bewirkt hat, die aber Jesus und seine Botschaft ablehnten, ja oft sogar angefeindet haben. Jesus droht ihnen hier offen mit dem Gericht Gottes. Diese Drohung gilt bis heute und nicht nur für diese Städte! Das Wort Gottes, die Forderung nach Nächsten- und Feindesliebe, die Forderung die Schwachen aufzunehmen gilt genauso unverändert, wie die Warnung, dass die Ablehnung und Abweisung Hilfsbedürftiger gleichzusetzen ist mit der Ablehnung Christi und somit der Ablehnung Gottes – mit der Konsequenz dem Gericht verfallen zu sein, solange man nicht umkehrt.

„Wenn ihr [nur] liebt, die euch lieben, welchen Dank habt ihr davon? Denn auch die Sünder lieben, die ihnen Liebe erweisen.“ (Lk 6, 32)

Im aktuellen Kontext: Nur Christen helfen zu wollen ist nicht christlich! Wer das Wort Gottes gehört hat und behauptet es auch zu glauben, der kann diesen Standpunkt nicht einnehmen. Wer es dennoch tut, ist dem Gericht verfallen.

„Wenn ihr [nur] euren Wohltätern wohltut, welchen Dank habt ihr davon“ (Lk 6, 33)

Im aktuellen Kontext: Solidarität auf Basis der Forderung nach Kompensation ist im christlichen Sinne keine. Wer seine Hilfsbereitschaft davon abhängig macht, welche Gegenleistungen zu erwarten sind, der braucht sich nicht mehr auf christliche Werte berufen, denn er hat keine. Wer als Christ seine Entscheidungen dennoch mit diesen begründet, ist dem Gericht verfallen. Nicht weil Gott sich von ihm abgewendet hätte, sondern weil er sich von Gott abgewendet hat. Christliche Freiheit ist mit christlicher Verantwortung verbunden. Du nimmst dein Kreuz – deine Verantwortung – täglich an oder du bist kein Christ. Keiner der heutigen Entscheidungsträger – vom Wähler bis hoch zum Regierungschef – kann sich damit herausreden, er hätte es nicht gewusst.

Euch wurde das Evangelium verkündet, handelt danach oder akzeptiert die Konsequenzen.

Ein christliches Europa kann nicht akzeptieren, dass Menschen im Mittelmeer ertrinken.

Ein christliches Europa kann nicht darüber streiten, ob Flüchtlinge aufgenommen und wie sie verteilt werden.

Ein christliches Europa kann Flüchtlinge nicht in Flüchtlingscamps armer Länder, die kaum selbst genug zum Essen haben, entlang der Fluchtrouten einsperren. Ein christliches Europa kann hiervor nicht die Augen verschließen.

Ein christliches Europa kann die Mitgliedstaaten, bei denen Flüchtlinge zuerst ankommen nicht im Regen stehen lassen und sich mittels Abkommen, die unter ganz anderen Bedingungen entstanden sind, aus der Affäre zu ziehen versuchen.

Ihr verteidigt keine christlichen Werte, ihr verkauft sie für Ramsch. Ihr foltert und verurteilt Jesus jeden Tag mit eurem Geschwätz und eurem Geschacher um Verantwortung. Ihr kreuzigt ihn aufs Neue mit jedem Toten im Mittelmeer oder auf anderen Fluchtrouten. Ihr habt Gottes Wort gehört, ihr habt seine Wunder gesehen – auch in dieser Zeit habt ihr sie gesehen!, ihr werdet sein Gericht erleben. Europa, sieh den Weg auf dem du gehst!

Lk 10, 1-16 >>

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