Denn die Erde wird erfüllt werden von der Erkenntnis der Herrlichkeit des HERRN, gleichwie die Wasser den Meeresgrund bedecken. (Hab 2,14)

Lightkeeper (Band 1)

Es hat sich herumgesprochen, dass ein Lehrer mit großer Macht im Land predigt. Darum gibt es ein großes Gedränge, als Jesus am Ufer des Sees Genezareth unterwegs ist. Um etwas Abstand zu bekommen, damit ihn alle hören können, steigt er in das nächste Fischerboot, das da am Ufer liegt und bittet den Eigentümer, etwas raus aufs Wasser zu fahren. Es ist Simon, der Fischer, den wir als Petrus kennen. Dieser hat eh nichts zu tun, denn er und seine Leute haben letzte Nacht nichts gefangen, also tut er, um was Jesus ihn bittet. Die riesige Menge an Leuten sowie die Ansprache Jesu an sie muss den Simon schwer beeindruckt haben, denn als Jesus ihn danach auffordert, etwas weiter rauszufahren und noch einmal die Netze auszuwerfen, tut er das.

„An ihren Früchten werdet ihr sie erkennen.“ (Mt 7,16)

Im letzten Abschnitt des vierten Kapitels kommt Jesus nach Kapernaum. Dort treibt er Dämonen aus und heilt Kranke. Hier haben wir es zum ersten Mal mit „richtigen Wundern“ zu tun. Außerdem erfahren wir, dass die Dämonen den Sohn Gottes erkennen, die Menschen in Kapernaum aber offensichtlich nicht. Sie sehen in Jesus nur einen Wundertäter, einen Zauberer. Darum soll er im Ort bleiben und weiterhin Wunder tun. Hätten sie erkannt, dass der Messias vor ihnen steht, hätten sie gewusst, dass er nicht bleiben kann, da sein Auftrag weit über diese Wunder hinausreicht.

Danach kommt Jesus heim nach Nazareth und predigt dort in der Synagoge. Er hat nur eine kurze Botschaft an die Menschen in Nazareth: ‚Ich bin der versprochene Messias. Ich heile was zerbrochen ist.‘ Die Einheimischen belächeln das. Ist das nicht der Sohn des Zimmermanns? Was soviel heißen soll wie: Sich hier als König aufzuspielen – der Kerl spinnt doch! Jesus erklärt ihnen, dass diese Reaktion abzusehen war und warnt sie gleich mit dem Hinweis, dass auch schon in der Vergangenheit die Hilfe Gottes durch die Propheten den Heiden zuteilwurde. Im Grunde nimmt er hier die ganze Geschichte vorweg: Die Israeliten werden den Messias ablehnen und daraufhin wird die frohe Botschaft den Heiden verkündet und diese werden gerettet werden.

„Wahrlich, wahrlich, ich sage euch: Wer an mich glaubt, der wird die Werke auch tun, die ich tue, und wird größere als diese tun“ (Joh 14,12)

Nach der Taufe durch Johannes geht Jesus für 40 Tage in die Wüste und fastet. Was geschieht hier? Jesus löst sich von der Welt und verbindet sich nun endgültig mit seinem Vater, so dass der Vater und der Sohn eins sein werden. Für den Weg, den er nun vor sich hat, ist dies unverzichtbar. Am Ende dieser Zeit fordert ihn der Teufel dreimal auf (der Teufel hat seine eigene „Dreifaltigkeit“), Wunder zu tun und sich ihm zu unterwerfen – dafür will er ihm die Welt geben.

„Wahrlich, ich sage euch: Unter denen, die von Frauen geboren sind, ist kein Größerer aufgetreten als Johannes der Täufer; doch der Kleinste im Reich der Himmel ist größer als er.“ (Mt 11,11)

Johannes verkündigt die Ankunft des Herrn mit Macht – mit der Macht des Heiligen Geistes. Die Menschen wundern sich über ihn und staunen über seine Worte. Manche sagen, er sei der angekündigte Messias, doch diesen Gerüchten widerspricht er sofort. Er, Johannes, sei nur ein Rufer in der Wüste. Er taufe mit Wasser, der, den er ankündigt würde aber mit Feuer und Heiligem Geist taufen. Gegen ihn, der komme, sei er ein Niemand.

„Die Stimme eines Rufenden [ertönt]: In der Wüste bereitet den Weg des HERRN, ebnet in der Steppe eine Straße unserem Gott! Jedes Tal soll erhöht und jeder Berg und Hügel erniedrigt werden; was uneben ist, soll gerade werden, und was hügelig ist, zur Ebene! Und die Herrlichkeit des HERRN wird sich offenbaren, und alles Fleisch miteinander wird sie sehen; denn der Mund des HERRN hat es geredet.“ (Jes 40,3-5)

Es wird ernst! Als Johannes – und damit auch Jesus – etwa 30 ist, ruft Gott ihn aus der Wüste zurück zu den Israeliten. Er soll in den Städten den Messias, Gottes Sohn, ankündigen, soll die Menschen zur Buße aufrufen und taufen.

Auch wenn Jerusalem nicht grade um die Ecke liegt, pilgern Joseph und Maria jedes Jahr mit ihrem Sohn zum Passahfest von ihrer Heimatstadt Nazareth dorthin. Alle die körperlich dazu in der Lage waren wollten an diesen Tagen beim Tempel sein, ihrem Gott opfern und mit ihm die Befreiung aus Ägypten feiern. So hatte er es ihnen aufgetragen. Als Jesus zwölf Jahre alt ist, passiert hierbei wieder Wunderliches.

Joseph und Maria befolgen das jüdische Gesetz und so wird das Kind am achten Tag beschnitten und erhält – wie vom Engel befohlen – den Namen Jesus. Nach vierzig Tagen, nachdem Maria wieder als rein gilt, wird Jesus zum Tempel gebracht. Als Erstgeborener muss er im Tempel vorgestellt, Gott mit Opfern geweiht werden. Hierbei kannte das Gesetz bereits eine Sozialklausel – Arme durften zwei Turteltauben opfern, die für wenig Geld zu bekommen waren. Gott machte bei den Opferriten deutlich: Es ist der Gedanke der zählt, nicht der Betrag.

„Und du, Bethlehem-Ephrata, du bist zwar gering unter den Hauptorten von Juda; aber aus dir soll mir hervorkommen, der Herrscher über Israel werden soll, dessen Hervorgehen von Anfang, von den Tagen der Ewigkeit her gewesen ist.“ (Micha 5,1)

Das berühmteste und zugleich schönste Kapitel in der ganzen Geschichte der Offenbarung Gottes steht in Lukas 2.

Lukas 2, 8-20 (8. Januar)

„seine Barmherzigkeit währt von Geschlecht zu Geschlecht über die, welche ihn fürchten. (…) Er stößt die Mächtigen von ihren Thronen und erhöht die Niedrigen. Hungrige sättigt er mit Gütern, und Reiche schickt er leer fort.“ (Lk 1, 50-53)

Dieses Mal ruft Gott diejenigen, die klein und unbedeutend sind in der Welt. Als Mutter für den Erlöser erwählt er die mittellose Maria, die in dem unbedeutenden Nazareth lebt und auch Joseph ist ein einfacher Arbeiter. Als Geburtsort für den Erlöser wählt er einen Viehstall in Bethlehem, als erstes Bett für das Kind eine Futterkrippe. So verwundert es nicht, dass die ersten, denen er durch Engel, also quasi persönlich mitteilt, dass der Heiland jetzt geboren ist, Hirten sind, die zu dieser Zeit gerade mit ihren Herden in der Nähe auf dem Feld sind.

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Der Evangelist Lukas war Arzt, also Wissenschaftler. Daher ging er auch wissenschaftlich an die Sache ran, als er vom Heiligen Geist den Auftrag erhielt, ein Evangelium zu schreiben: Er sammelte Berichte von Augenzeugen, verglich sie mit den alten Prophezeiungen und brachte die Geschichten und Berichte so in einen sinnvollen Zusammenhang.  Es ist klar, dass er nicht objektiv war – wenn du glaubst, glaubst du und siehst die Dinge anders, als jemand der nicht glaubt, siehst die Zusammenhänge, wo andere nur Träumereien und Zufälle sehen. Aber seine Version des Evangeliums ist sicherlich die am sorgfältigsten recherchierte. Darüber hinaus ist Lukas auch Verfasser der Apostelgeschichte. Das Lukas-Evangelium und die Apostelgeschichte sind damit als journalistische Bearbeitung der sich in jener Zeit ausbreitenden Verkündigung zu verstehen und in der Tat, waren beide Werke eher an die hellenistische Welt, also die Heiden gerichtet. Lukas schrieb beide Werke an seinen Freund Theophilus, einen römischen Christen. Damit sind wir schon fast mitten im ersten Kapitel.

Die Juden waren um 580 vor Christus wieder mal von ihrem Gott abgefallen und opferten den Götzen der Heiden, ihre Könige waren nur noch eitle und machtgierige Herrscher. Das hat sich dann Gott irgendwann nicht mehr länger mit angesehen und seine segnende Hand von ihnen zurück gezogen, so dass Jerusalem von den Babyloniern erobert und zerstört werden konnte. Grob überschlagen ist das nun also 2500 Jahre her und doch brandaktuell. Wenn ich mich nur an die letzten zwei, drei Nachrichten in Radio und TV erinnere, kommen mir mindestens vier bis fünf Namen solcher machtgeiler Herrscher in den Sinn. Und der Götze dem wir heute opfern heißt Mammon. So viel hat sich also gar nicht geändert in diesen 2500 Jahren; mein Gott war sehr geduldig bisher ...

Grund für diesen Brief an die Galater war für Paulus die Nachricht, dass Prediger in Galatien aufgetaucht waren, die jüdische und christliche Lehre vermischten. Diese behaupteten, Gläubige müssten zuerst Juden werden und die Gesetze des Alten Testamentes achten, ehe sie Christen werden könnten. Man müsse also Jude sein und nach den Gesetzen leben, um in den Genuss der Gnade aus Glauben an Jesus Christus kommen zu können.

Der Brief an die Epheser wurde während der ersten Gefangenschaft des Apostel Paulus in Rom geschrieben. Paulus kam auf seiner zweiten und seiner dritten Missionsreise nach Ephesus, bei der dritten blieb er sogar drei Jahre da. Der Epheserbrief verdeutlicht, dass Gott schon vor der Grundlegung der Welt unvorstellbar segensreiche Pläne mit den Gläubigen hatte. Er tat dies aber nicht aus Mitleid für den schwachen Menschen, er verfolgte diese Pläne, weil dies sein Wille war.

Der Lightkeeper informiert über die Hintergründe zu diesem Brief, die in der Apostelgeschichte Kapitel 16 zu finden ist. Paulus hatte in Philippi eine Wahrsagerin geheilt und war dafür – wieder mal – im Gefängnis gelandet. Aber Gott intervenierte; ein Erdbeben zerstörte das Gefängnis und trieb dessen Direktor beinahe in den Selbstmord. Doch zu seinem eigenen Glück, nahm er stattdessen Paulus und seinen Begleiter Silas in sein Haus und Paulus tat, wofür ihn der Herr gesandt hatte: Er verkündete das Evangelium und so wurde die ganze Familie des Mannes errettet. Im Anschluss entstand in Philippi die erste christliche Gemeinde in Europa.

Der Brief an Philipper enthält keine besonderen göttlichen Offenbarungen, er beschreibt mehr, wie der Glaube im täglichen Leben eines Christen praktisch umgesetzt werden kann. Er wird daher oft auch „Brief der Erfahrung“ genannt.

Im heutigen Leben eines Christen kann dieser Brief von unschätzbarem Wert sein. Menschen sind auch heute – wie alle Zeit – auf der Suche nach einem Sinn im Leben, doch die Welt bietet ihnen heute hauptsächlich Zerstreuung und Unterhaltung an. Solche Scheinwelten zerbrechen dann früher oder später an der Realität und der Mensch bleibt, auf sich selbst zurückgefallen, orientierungslos zurück. Das ist nicht das Leben, das Gott für dich vorgesehen hat! Hier kann der Philipperbrief praktische Hinweise geben, wie der Glaube an Jesus Christus, im Alltag Orientierung und Sinn gibt.

Paulus hatte die Kolosser nicht persönlich kennengelernt, als der den Brief verfasste. Die Gemeinde von Kolossa war von Epaphras, einem Mitarbeiter von Paulus, gegründet worden. Trotzdem schrieb Paulus nun persönlich an die Versammung von Kolossa, da sich dort eine Menge Irrlehren aus Rom und Griechenland mit dem christlichen Glauben zu vermischen begangen. Wenn aber nicht mehr Christus allein im Zentrum des Glaubens steht und seine Aussagen mit weltlichen Weisheiten vermischt werden, dann sind Christen verloren. So bedarf es einer dringenden Erklärung des Chefmissionars.

Das Buch Esra zeigt anschaulich, was ein „allmächtiger Gott“ ist: Wenn du dich ihm unterordnest und an ihn glaubst, dann führt er dich. Wenn du nicht an ihn glaubst, dann schiebt und zieht er dich, wie es ihm gefällt. Letzten Endes nutzt er aber alle Dinge die geschehen so, dass sie seine Schöpfung näher ans Ziel bringen. Du kannst den Geist Gottes ignorieren aber du kannst dich ihm nicht entziehen!

Nehemia, ein in Persien geborener Jude, ist Mundschenk im Hause Artasasta. Eines Tages erhält er Besuch aus der alten Heimat und erfährt, dass es dort nicht wirklich gut läuft. Die Mauern Jerusalems sind eingestürzt und auch den dort lebenden Juden geht es schlecht.

Die Ereignisse des Buches Esther fallen in die Regierungszeit des Königs Ahasveros (Xerxes I.), 485-464 v. Chr. Sein Vorgänger hatte die Juden aus der persischen Gefangenschaft entlassen und ihnen den Wiederaufbau ihres Tempels in Jerusalem erlaubt. In diesem Buch stehen nun die Erlebnisse von Esther und Mordokai im MIttelpunkt.

Der Prophet Haggai gehört zusammen mit den Propheten Sacharja und Maleachi zu den letzten Propheten des Alten Testaments. Die Worte dieser drei Propheten richten sich an die aus persischer Gefangenschaft nach Juda zurückgekehrten Juden, die zunächst mit viel Eifer und Gottes Unterstützung an an diesem Projekt arbeiteten, dann aber genauso drastisch in alte Gewohnheiten zurückfielen und sich von ihrem Gott abwandten.

Der Name Sacharja bedeutet "Der Herr gedenkt", womit auch im Wesentlichen beschrieben die Art des Dienstes dieses Propheten beschrieben ist. Während Haggai das Volk beim Tempelbau anspornte, richtete Haggai den Blick auf die nationale Wiederherstellung des Volkes unter der Führung ihres Messias.

Der Prophet Maleachi, der letzte des Alten Testamentes, war so um das Jahr 430 vor Christus aktiv – da zumindest wurde dieses Buch verfasst. Der Name Maleachi „Bote des Herrn“ und genau das ist auch der Inhalt seines Buches. Gott rechnet ab, mit seinem wieder einmal untreu gewordenen Volk. Allerdings wäre es nicht Gott, wenn er nicht wieder auf die in der Zukunft liegende Verheißung aufmerksam machen würde. Gott lässt die von ihm erwählten niemals hängen, es ist ihm wichtig, dass die Gläubigen dies nie vergessen! Aber er lässt sie von Zeit zu Zeit von den Früchten ihres Ungehorsams essen.

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