Es geht natürlich bei Adam los. Wir hatten es hier ja schon öfter davon, dass der Stammbaum für die Juden der damaligen Zeit extrem wichtig war, nicht nur, aber sicher auch, weil sich aus der Zugehörigkeit zu einem Stamm der Anspruch auf ein bestimmtes Fleckchen Land in Israel ableiten ließ. Papst Benedikt XVI. hat sich in „Jesus von Nazareth – Prolog“ die Mühe gemacht und verschiedene Zählarten durchdekliniert, wobei er sich nicht auf Chronika, sondern auf die Evangelien von Matthäus und Lukas bezieht, die für ihre Ahnentafel aber garantiert die Bücher der Chronika zurate gezogen hatten.

Der von Matthäus verwendete Stammbaum geht dabei von Abraham über David und die Babylonische Gefangenschaft bis hin zu Jesus über je 14 Generationen. Er stellt dabei fest, dass die hebräischen Buchstaben des Namens David den Zahlenwert 14 ergeben. Von mir flapsig formuliert: 3 x David = Jesus (man beachte die heilige Zahl Drei!). Wir haben bei den Psalmen bereits den Stellenwert Davids im Alten Testament gesehen, darüber hinaus sagen die Prophezeiungen ganz deutlich, dass der Messias aus dem Hause Davids kommen wird. Daraus kann man dann schließen, so der Papst, dass die ganze Geschichte des Alten Testaments auf Jesus schaut – was für Christen jetzt gar nicht mal so weit hergeholt ist.

Lukas zählt von Jesus bis Adam und schließlich Gott rückwärts. Das heißt, der von Lukas verwendete Stammbaum umfasst nicht nur das Volk Gottes, sondern die ganze Menschheit. Benedikt XVI kommt bei diesem Stammbaum auf 11 x 7 Glieder und erkennt darin das apokalyptische Schema, „das die Weltgeschichte in zwölf Teile gliedert und am Ende aus elfmal sieben Generationen besteht“ (S. 20).

Während also Matthäus, der zu den Juden sprach, David als Dreh- und Angelpunkt des Evangeliums sieht, betont Lukas, der für die Heiden schrieb, dass in Jesus die Menschheit neu beginnt.

Im 1. Kapitel wird nun also die frühe Weltgeschichte aus biblischer Sicht erzählt. In einer langen Ahnenreihe werden zunächst alle Generationen von Adam bis Abraham aufgezählt. Obwohl normalerweise der älteste Sohn zuerst genannte wird, steht bei Abrahams Söhnen der jüngere, Isaak, zuerst, da nicht Ismael sondern Isaak der von Gott versprochene Sohn war, aus dem sich Gott sein Volk schnitzen wollte.

Nichtsdestotrotz werden die auf Ismael folgenden Geschlechter im folgenden Abschnitt zumindest erwähnt. Isaak ist aber der Vater von Jakob, von Gott „Israel“ genannt. Darum sind „Volk Gottes“, „Israeliten“ und „Kinder Israels“ synonym. Die „Kinder Ismaels“ beten heute den Gott Abrahams im Islam an.

Der letzte Abschnitt des ersten Kapitels zählt die Nachfahren Esaus auf, dem Bruder von Jakob. Aus den Nachfahren Esaus entstand das Volk der Edomiter, die sich dem Volk Israels bei deren Wüstenwanderung mit Moses in den Weg stellten und die nach dem Willen Gottes dabei ausgelöscht wurden.

1. Chronika 1 >>

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