Denn die Erde wird erfüllt werden von der Erkenntnis der Herrlichkeit des HERRN, gleichwie die Wasser den Meeresgrund bedecken. (Hab 2,14)

Ein letztes Mal versammelt David als König alle Obersten des Landes in seinem Haus. Er erklärt ihnen, wie wichtig es ihm sei, dass endlich der Tempel für den Herrn gebaut werde. Er habe alles bis ins Detail geplant (was später noch genau aufgezählt wird), aber Gott habe nicht gewollt, dass er, der Soldatenkönig, diesen Tempel selbst baue, dafür sein ein Friedefürst notwendig. Für David ist das sein Sohn Salomo, und da Gott immer noch nicht widersprochen hat, lässt er das wohl auch offiziell so gelten.

Während David ein Bild für Jesus, den Eroberer und Errichter des Reiches war, wird Salomo ein Bild für den Bewahrer Jesus, Kopf und Herz des Reiches, sein. David erobert und gründet das Reich mit Soldaten, Jesus durch Tod am Kreuz und Auferstehung – „Wenn ich von der Erde erhöht bin, werde alle zu mir ziehen“ (Joh 12,32). Salomo baut den Tempel mit Steinen, Jesus mit den Gläubigen – „Ich aber sage dir: Du bist Petrus und auf diesen Felsen werde ich meine Kirche bauen und die Pforten der Unterwelt werden sie nicht überwältigen.“ (Mt 16,18).

David ermahnt sowohl sein Volk als auch seinen Sohn, ihrem Gott stets treu zu bleiben und seine Gebote zu achten, denn Gott hat den Besitz des Landes von der Einhaltung seines Gesetzes abhängig gemacht. Man kann es nicht oft genug sagen: Das Gesetz definierte die Sünde, es machte den Menschen nicht zum Sünder aber es offenbarte ihm, dass er einer ist und darum auf die Gnade Gottes angewiesen ist. Diese Gnade wird in Christus offenbar. Wir, die Kirche Christi, haben unser Land im himmlischen Reich Gottes; diese ewige Residenz hat uns Jesus durch Erfüllung des Gesetzes und der Prophezeiungen erkauft. Wir stehen damit nicht mehr unter dem Gesetz, sondern unter der Gnade Gottes. Wir streben ein gottgefälliges Leben an, nicht um diese Gnade zu erwerben, sondern aus Liebe und Dank, weil wir bereits Bürger des Himmels sind.

Dann spendet David auch noch von seinem Privatvermögen für den Tempelbau und bittet die Obersten, es ihm gleich zu tun. Die Spendenaktion wird ein voller Erfolg, die Israeliten spenden mit Freude für den Tempel des Herrn. In seinem Dank richtet sich der scheidende König wieder an seinen Gott. Er dankt ihm für den Plan und für all die Gaben, denn alles was ein Mensch geben kann, habe er zuerst von Gott empfangen. Außerdem bittet er Gott, sein Volk und insbesondere seinen Sohn immer auf dem rechten Weg zu halten.

In diesem Gebet bezeichnet David sich als Fremdling, so wie es einst Jakob/Israel vor dem Pharao tat. Während Jakob lange vor der Errichtung des Königreiches Israel lebte, ist David aber bereits König dieses verheißenen Reiches – warum also „Fremdling“? Vermutlich hatte David seinen Gott bezüglich des „ewigen Tempels“ und des „ewigen Reiches“ doch besser verstanden, als es seine Reden zum Volk erwarten lassen. David dürfte das wahre Reich Gottes also durch dessen Geist bereits gezeigt worden sein – in Träumen und Visionen, was auch die prophetischen Andeutungen in seinen Psalmen erklärt.

Im Rahmen eines großen Opferfestes zur Ehre Gottes wird Salomo am nächsten Tag feierlich zum König gekrönt. In 1. Könige erfahren wir, dass es bereits davor eine Art „Notkrönung“ gab, daher ist hier von der zweiten Krönung die Rede.

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