Denn die Erde wird erfüllt werden von der Erkenntnis der Herrlichkeit des HERRN, gleichwie die Wasser den Meeresgrund bedecken. (Hab 2,14)

2. Chronika

Es ist dem Volk Gottes zu diesem Zeitpunkt sicher verborgen, aber mit dem Tod Hiskias hat die Endzeit begonnen. Sein Sohn Manasse, der das Land 55 Jahre regiert, wendet sich und das ganze Volk ab von Gott. Die Chronik berichtet, dass es das Volk Gottes schlimmer trieb als die Heiden. Die Reaktion Gottes ist unmissverständlich. Er lässt Manasse nach Babel verschleppen. Babylon war damals ein Weltreich, ein Schmelztiegel der Kulturen und Religionen und daher steht Babel für den Vorhof der Hölle. Manasse versteht die Botschaft und kehrt zu Gott um, aber der tätige Glaube der Juden ist danach nicht mehr derselbe. Das Volk dient seinem Gott „irgendwie“, das Gesetz und seine Vorschriften werden nicht mehr beachtet. Das Beschriebene liest sich wie ein abscheuliches Gemisch aus Bibel und Esoterik.

„Fürchtet euch nicht vor denen, die den Leib töten, die Seele aber nicht zu töten vermögen; fürchtet vielmehr den, der Seele und Leib verderben kann“ (Mt 10,28)

Dieses Kapitel ist ein Bild dafür, wie die Welt, die – das Johannesevangelium ist da deutlich – Gott nicht kennt, auf Menschen reagiert, die mit Gott gehen. Gott lässt dich nicht unvorbereitet.

Die Strategie der Gegner ist stets die Verunsicherung: Ehe Sanherib, der König von Assyrien in Juda einfällt, schickt er seine Knechte aus. Diese verspotten die Juden und deren Gott. Sie proklamieren, dass ihr König und sein Heer stärker als dieser lächerliche Gott seien. Sie verdrehen die Fakten und erklären im Grunde Gott zu einem Hirngespinst Hiskias, der dieses eingesetzt habe, um sein Volk zu unterdrücken.

„Siehst du, dass der Glaube zusammen mit seinen Werken wirksam war und dass der Glaube durch die Werke vollkommen wurde?“ (Jak 2,22)

Operation gelungen, Patient lebt! Als die Kinder Israels, damit sind hier Menschen aus dem Nord- und dem Südreich gemeint, vom Fest aufbrechen zerstören sie zuerst die Götzenbilder auf ihrem Weg. Du erinnerst dich: Um die Verbindung mit Gott leben zu können, musst du die weltlichen Götzen aus deinem Leben entfernen. Glaube führt zu Werken im Glauben!

„Der HERR, der gütig ist, wolle allen denen vergeben, die ihr Herz darauf gerichtet haben, Gott zu suchen“ (2 Chr 30, 18+19)

Kapitel 30 hat einen direkten Bezug zu „Mansio Christi“, dieser Seite hier!

Hiskia ist ganz erfüllt von Gott. Als der Tempel dafür bereitet ist, schickt er Boten aus; sie sollten von über all in Juda, aber auch im Nordreich die Menschen zum großen Fest nach Jerusalem einladen. Das Passah wird zwar einen Monat später gehalten werden, als im Gesetz vorgeschrieben, aber es hatte einfach solange gedauert, den Tempel herzurichten. Wir lesen Hiskia schickt die Boten, aber es ist klar: Es ist Gott, der hier einlädt. Gott macht die Versöhnung mit seinem Volk nicht von einem bestimmten Datum abhängig, sondern von der Bereitschaft der Gläubigen.

"Und wenn jener kommt, wird er die Welt überführen von Sünde und von Gerechtigkeit und vom Gericht; (...) Wenn aber jener kommt, der Geist der Wahrheit, so wird er euch in die ganze Wahrheit leiten;" (Joh 16,8+13)

Hiskia ist ein Bild dafür, wie der Heilige Geist heute in jedem von uns wirkt.

Als Hiskia König von Juda wird ist im Grunde alles verloren. Sein Vater hatte Gott in Juda regelrecht abgeschafft. Aber hier sehen wir, wie Gott darauf reagiert. Zuerst wendet er sich von seinem Volk ab, er lässt sie die Früchte ihres Unglaubens und ihrer Untreue schmecken. Doch gleich darauf sammelt er sie wieder liebevoll ein. Wie tut er das? Er erweckt in Hiskia einen treuen König. Der neue König lässt die Priester und Leviten zusammenkommen; er gibt ihnen den Auftrag den Tempel, der inzwischen zu einer Abstellkammer heidnischen Abfalls wurde auszumisten. Sie sollen alles was durch seinen Vater entweiht wurde aus dem Tempel entfernen und ihn wieder zu einem Haus des Herrn herrichten.

Anders Beispiel Ahas, der Nachfolger Jotams. Auch er regiert nur 16 Jahre aber er ist das finstere Spiegelbild seines Vaters. Er weicht ab vom Pfad Gottes und erhebt die Götzen des Nordreiches zu seinen Göttern und den Göttern seiner Untertanen.

Du kannst Gott verleugnen, du kannst dir andere Götter nehmen, aber Gott bleibt immer dein Schöpfer und du bleibst immer sein Geschöpf. Gott regiert. In diesem Fall gibt er Volk und König in die Hände der Heiden, deren Götter Ahas anbetet. Der Reihe nach überfallen die Aramäer und das Nordreich Juda. Die Verluste sind gewaltig. Die Soldaten des Nordreichs nehmen zahlreiche Gefangene mit, die Sklaven in Israel werden sollen.

„Wer aber von euch kann (…) zu seiner Lebenslänge eine einzige Elle hinzusetzen?“ (Mt 6,27)

Bis auf den Stolz gegen Ende zu war Ussija seinem Sohn Jotam aber offensichtlich ein gutes Vorbild. Kapitel 27 berichtet in nur 9 Versen von dessen erfolgreichen und gottgefälligen Regentschaft, die allerdings auch nur 16 Jahre dauert. Manchmal braucht es nicht viele Jahre oder viele Worte, es ist Gott, der entscheidet.

Und wieder ein König, der fast noch ein Kind ist; Ussija ist 16 Jahre alt, als er König von Juda wird. Er unterscheidet sich fundamental von seinem Vater, denn er beachtet nicht nur das Gesetz, wie das auch mal sein Vater tat, er „sucht“ sein ganzes Leben lang Gott. Um Gott suchen zu können, muss er bereits in deinem Herzen sein, denn es ist im Grunde nicht Gott, den du suchst, sondern die Erkenntnis von ihm. Gott suchen heißt also mit Gott leben, dein Leben auf Gott ausrichten. Ussija tut dies mit Hingabe. Solange Sacharja lebt hat er dafür auch einen starken Ratgeber Gottes zur Seite. Und so gelingen ihm auch all seine Vorhaben. Er kann die Macht und den Landbesitz auf die Gebiete der Nachbarländer ausdehnen, kann Städte errichten und befestigen, sein bewaffnetes Heer vergrößern und verbessern.

„Stolz kommt vor dem Zusammenbruch, und Hochmut kommt vor dem Fall.“ (Spr 16,18)

Nun überhebt sich Amazja aber nicht nur an seinem Gott, sondern auch an der Welt: Er fordert Joas, den König des Nordreichs, zum Krieg heraus. Dieser warnt ihn freundlicherweise, dass das für ihn nicht gut ausgehen wird, aber Amazja hält sich für unbesiegbar und greift trotzdem an.

Es kommt wie es kommen muss: Joas Armee macht das Heer Amazjas platt, fällt in Jerusalem ein, plündert Stadt, Königspalast und Tempel und kehren mit reichlich Beute und Geiseln nach Samaria zurück.

Amazja regiert nach dem Gesetz Gottes, aber nur buchstabengetreu, sein Herz hängt an der Welt. Buchstabengetreu: Er tötet die Knechte, die seinen verletzten Vater ermordet haben, lässt deren Kinder aber am Leben – so steht das im Gesetz. Dass er nicht auf Gott vertraut, erkennt man, als er zum Krieg rüstet. Er lässt die waffenfähigen Männer durchzählen und als ihm die Zahl zu gering für einen Kampf erscheint, fragt er nicht etwa Gott, wie er nun handeln soll, er kauft sich für 100 Talente Silber nochmal 100000 Soldaten im Nordreich, d.h. er „verstärkt“ sein Heer mit gekauften Götzenanbetern.

Gott nutzt die Gelegenheit für eine Erziehungsmaßnahme. Er schickt einen (namenlosen) Propheten zu ihm, der ihn auffordert diese Soldaten nicht einzusetzen, sondern wieder heimzuschicken. Widerwillig lenkt der König ein, als ihm der Mann zusagt, dass Gott den Verlust mehr als ausgleichen wird.

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