Denn die Erde wird erfüllt werden von der Erkenntnis der Herrlichkeit des HERRN, gleichwie die Wasser den Meeresgrund bedecken. (Hab 2,14)

2. Chronika

Doch der König Judas ist noch ein Kind von sieben Jahren. Im Grunde wird das Südreich vom Priester Jojada geführt, denn Joas hört auf seine Ratschläge. So lässt er vom Volk Geld sammeln um den heruntergekommenen Tempel wieder herzurichten. Joas führt sein Volk also wieder zurück auf den Pfad Gottes.

Doch dann stirbt Jojada mit 130 Jahren und wird, entsprechend seinem Einfluss, bei den Königen Judas bestattet.

Ganz Israel ist von seinem Gott abgefallen? Nein, ein treuer Priester erkennt, dass dieser Weg völlig falsch ist. Als Joas alt genug ist, schließt der Oberste Prieser Jojada einen Bund mit allen Obersten der Armee und ruft zum Militärputsch, an dessen Ende Joas vor dem Tempel zum rechtmäßigen König gekrönt wird. Diesen feierlichen Akt nutzt der Priester auch gleich um einen neuen Treue-Bund zwischen Gott, dem König und dem Volk Gottes auszurufen.

Ahasja wird nun König über Juda. Was die Treue zu Gott angeht ist er nicht besser als sein Vater. Obwohl schon 42 Jahre alt, ist er ein echtes Muttersöhnchen, folgt deren Ratschlägen und lässt sich im Bund mit dem Nordreich in aussichtslose Kriege mit den Nachbarn verwickeln.

Joram, der älteste Sohn Josaphats ist der nächste König Israels. Er ist ein schlimmer Finger. Als erstes lässt er alle seine Brüder und viele Fürsten des Landes umbringen um so seine Macht zu festigen. Außerdem heiratet er Athalja, eine Tochter des Nordreich-Königs, und lässt die Verbreitung deren Götzenglaubens und der Hurerei in Juda zu. Mit Hurerei ist wohl nicht einfach Prostitution gemeint, es geht hier um die Bedeutung der Ehe und der ehelichen Treue. Hurerei meint hier wohl das Sexualleben nach der griechischen Tradition, in der sich der Sex nach dem Vorbild derer Götter zum zügellosen Spiel (jede/r mit jeder und jedem, auch Kindern) verwandelte. Das kommt nicht gut an beim Volk, und erste tributpflichtige Nachbarn sagen sich vom König los, so dass er diese wieder mit Gewalt unterwerfen muss.

„Nicht eure, sondern Gottes Sache ist der Kampf!“ (2.Chr 20,15)

Und dann passiert es doch! Trotz aller Treue des Königs und seines Volkes zu ihrem Gott rüsten mehrere mächtige Nachbarstaaten zum gemeinsamen Krieg gegen Juda. Josaphat erkennt, dass seine Leute hier keine Chance haben, egal wie viele Männer zu den Waffen gerufen werden.

Im Schützengraben findet jeder zu Gott, sagt ein Sprichwort. Doch für Josaphat ist das keine radikale Umkehr, er hat sein Leben und seinen Staat auf dem Fundament Gottes aufgebaut. Darum ruft er auch gar nicht zu den Waffen, sondern zum Gebet. Gemeinsam mit seinem Volk betet er zu Gott, erinnert ihn an die Zusage, die er seinen Vätern gegeben hat und bittet um Beistand.

Josaphat kehrt unversehrt aus diesem Feldzug wider den Willen Gottes nach Jerusalem zurück und Gott empfängt ihn mit einem Grußwort aus dem Munde Jehus, das gleichzeitig eine Warnung enthält. Gott wird sich diesen Ungehorsam merken, aber er wird bis auf weiteres die Treue des Königs beim Verbreiten seines Wortes an das Volk anerkennen.

Josaphat nimmt sich das zu Herzen. Er zieht wieder ganz nach Jerusalem und setzt die Missionierung seines Volkes fort, indem er in jeder Stadt Richter einsetzt, die nach dem Wort Gottes richten sollen – unbestechlich und ohne Ansehen der Person.

Weil Ahab von Micha fordert, wenigstens einmal von ihm was Schönes zu hören zu bekommen, stimmt der Prophet auf den Lobgesang der 400 Bediensteten ein – das ist aber nicht das, was Josaphat jetzt braucht, er braucht eine Weisung von seinem Gott, also fordert er diese von Micha ein und er bekommt sie:

Der Kriegszug wird ein Desaster. Das Nordreich wird nach dem Krieg ohne König sein. Gott selbst hat die falschen Propheten zu dieser frohen Prophezeiung verführen lassen, weil er genug von Ahab hat.

Während Josaphats Macht zunimmt, wird Ahab, ein Anbeter der regionalen Götzen, König vom Nordreich (1. Könige 16,29-33). Offensichtlich ist Josaphat der Erfolg zu Kopf gestiegen, denn trotz dieses Wissens verbündet er sich mit ihm und zieht von Jerusalem nach Samaria um. Das kann eigentlich nicht gut gehen.

Nun wird sein Sohn Josaphat König von Juda und er beginnt seine Regentschaft damit, die Grenzen seines Landes mit mehr Soldaten zu sichern, die er in die Grenzstädte schickt. Er lässt die Götzenbilder im Land zerstören und wendet sich wieder ganz bewusst dem Gott Abrahams zu, der sich damit auch wieder dem König zuwendet. Das bleibt den Königen der umliegenden Länder nicht verborgen. Sie lassen Juda in Frieden.

Und dann macht er etwas Neues:

Im sechsunddreißigsten Regierungsjahr erwartet dann König Asa aber doch eine Prüfung. Baesa, König des Nordreichs, blockiert das Südreich, indem er die Stadt Rama zur Festung ausbaut. Asa ist gezwungen zu handeln, doch er ruft nicht seinen Gott an sondern verbündet sich mit Benhadad, dem heidnischen König von Aram an der Nordgrenze des Nordreichs, genauer: Er kauft ihn mit Gold und Silber, sowohl aus eigenen Beständen wie auch vom Tempelschatz. Das heißt, Asa wendet sich im Geist von seinem Gott ab.

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