Denn die Erde wird erfüllt werden von der Erkenntnis der Herrlichkeit des HERRN, gleichwie die Wasser den Meeresgrund bedecken. (Hab 2,14)

Ab Kapitel 7 berichtet wird von den Visionen (Gesichte) berichtet, die Gott seinem geliebten Daniel über die ganze Zukunft der Welt geschickt hat. In diesem ersten Gesicht träumt Daniel von vier Tieren, die aus dem Meer (Anmerkung: gemeint ist wohl das Meer der Zeit) emporsteigen, einem Löwen mit Adlerflügeln, einer Art Bär mit mächtigen Reißzähnen, ein Panther mit vier Köpfen vier Flügeln, und ein viertes Tier, groß, schrecklich mit eisernen Zähnen und zehn Hörnern auf dem Kopf.

Dieses letzte Tier ist das mächtigste, das alles um sich herum zerstört. Dann beobachtet Daniel, wie diesem Tier drei Hörner von einem neuen Horn ausgerissen werden. Dieses neue Horn hat Augen und einen Mund, mit dem es große Reden schwingt. Es hat große Macht, bis ein betagter Mann auf einem Thron Platz nimmt und Gericht über dieses Tier hält, dass durch das Gerichtsurteil zu Tode kommt. In diesem Gericht wird auch die Zeitdauer der Macht der anderen Tiere genau festgelegt.

Und Daniel sieht, wie nun aus den Wolken der „Sohn des Menschen“ herabsteigt. Ihm wird die ewige Herrschaft über „alle Völker. Stämme und Sprachen“ erteilt.

Gott hat nun die volle Aufmerksamkeit, denn Daniel fragt in seiner Vision einen der Umstehenden, was dies alles zu bedeuten habe – und er bekommt eine detaillierte Erklärung.

Die vier Tiere stehen für vier Weltreiche, deren Tage aber bereits abgezählt sind, denn die Heiligen des Allerhöchsten werden in Ewigkeit über die Welt herrschen. Daniel kümmert sich dann nicht weiter um die ersten drei Tiere, er will Auskunft über das vierte. Zehn Hörner bedeute zehn Könige, drei davon würden aber von einem anderen überwunden, der auch in einem Krieg gegen die Heiligen siegte. Danach werde dieser König die Gesetze (Gottes) ändern wollen. Schließlich wird aber auch dieser König vom (himmlischen) Gericht entmachtet und alle Macht wird auf ewig den Heiligen des Allerhöchsten übertragen.

Diese Erklärung ist offensichtlich immer noch kryptisch und bedarf einer weiteren Deutung.

Der Lightkeeper zählt die vier Weltreiche auf, die es nach offizieller Deutung wirklich so gegeben hat. Ich nehme mir hier die Freiheit eine eigene Deutung zu probieren, die sich an der Deutung des Traumes von der Statue orientiert.

Die Zahl Vier ist – nach meinem Verständnis – eine Zahl für Irdisches, keine direkte Mengenangabe. Vier Weltreiche heißt also, es sind Reiche die auf der Welt entstehen und von Gott geduldet werden. Wieder gehe ich davon aus, dass das vierte Reich aus der UNO hervorgehen, also eine Art Weltregierung sein wird. Zehn Könige, also zehn Provinzen, ein Symbol für Gesetz (10 Gebote), hier also Gesetze über die Welt – eben Weltregierung, aber ein Reich in Provinzen mit teilweise eigenen Gesetzen aufgeteilt. Ein (neues) Reich erhebt sich über drei andere – man beachte auch die in dieser Beschreibung enthaltene Zahl Vier. Durch List erhebt sich ein neuer Machthaber, der sich eines Teils der Welt bemächtigt, die dortigen Regierungen absetzt und letzten Endes mächtiger wird, als die übrigen Provinzen. Seine Macht bezieht dieser Machthaber aus Überwachung (Augen) und Demagogie (Maul, das große Reden schwingt).

Nichtsdestotrotz wird dieser Machthaber, obwohl nur Herrscher über einen Teil der Welt, Macht über die ganze Welt erlangen und er wird die Kirche Christi (die Heiligen des Allerhöchsten) unterwerfen, indem er Gesetze erlässt, die ihren Glauben aus dem öffentlichen Leben verbannt. Er wird ganz offensichtlich versuchen, den Glauben an Gott durch einen anderen Glauben (Geld, Wissenschaft, Staatsreligion, …) zu ersetzen.

Das Gericht Gottes wird aber auch diesen letzten Machthaber entmachten und das Reich auf ewig dem Volk der Heiligen, also der Kirche Christi (nicht zu verwechseln mit einer der drei aktuellen abrahamschen Religionen oder den daraus in Massen abgespalteten Konfessionen und Sekten) geben. Da die Kirche Christi gleichzeitig der Leib Christi auf dieser Welt ist, heißt das, Christus wird die Herrschaft übertragen. Wir werden in seinem Reich leben. Aus Jesu Rede in Mt 24 (Sonne und Mond verfinstern sich, Sterne fallen vom Himmel, „Himmel und Erde werden vergehen“) kann man schließen, dass die Welt nach der Drangsal eine neue, von Gott neu aufgerichtete Welt sein wird.

Der letzte Machthaber der (alten) Welt wird „eine Zeit, zwei Zeiten und eine halbe Zeit“ absolute Macht über diese Welt und alles Leben ausüben. Es wird auf der Welt eine gottlose Zeit sein, eine Zeit also, in der sich Gott scheinbar von ihr abgewendet hat, denn der letzte Machthaber wird sogar Macht über die Heiligen des Allerhöchsten erlangen – aber wie lange ist diese Zeitspanne? Gott bleibt auch hier wieder unklar, das heißt, er sagt uns: Ich habe es auf den Tag und die Stunde bestimmt, aber ihr müsst das nicht genauer wissen. Der Lightkeeper spricht von der siebenjährigen Drangsal. Sieben ist aber, wir erinnern uns, auch nur eine unbestimmte, bzw. von Gott bestimmte, aber nicht näher erläutere Zeitspanne oder Menge (an Zeit). „Eine halbe Zeit“ deutet dagegen auf etwas Unvollendetes hin; die Macht des letzten Königs der Weltzeit wird plötzlich und unerwartet enden.

„Siehe, ich komme wie ein Dieb!“ (Offb 16,15 – analog Mt 24,44)

Daniel 7 >>

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