Wenn jemand mich liebt, so wird er mein Wort befolgen, und mein Vater wird ihn lieben, und wir werden zu ihm kommen und Wohnung bei ihm machen. (Joh 14,23)

Johannes

„Liebst du mich mehr als diese?“ (Joh 21, 15)

Das ist die Frage, die Jesus dir und mir stellt, wenn er an der Tür steht und klopft. Hier stellt er sie Petrus. Doch fangen wir am Anfang an.

Petrus hat dann irgendwann keine Lust mehr auf weitere Zeichen oder Aufträge zu warten, die Geschichte ist für ihn abgehakt; also beschließt er eines Tages, wieder seinem alten Beruf, Fischer, nachzugehen. Das war ja nun nicht der Auftrag, den sie vom auferstandenen Jesus bekommen hatten; trotzdem folgen viele Jünger genau diesem Vorschlag: Zurück in den Alltag.

„Rabbuni!“ (Joh 20, 16)

Noch vor Sonnenaufgang macht sich Maria Magdalena am ersten Tag der Woche, dem dritten seit der Bestattung von Jesus, auf den Weg um den Leichnam von ihm zu salben. Dort angekommen sieht sie, dass der Stein von der Grabeshöhle weggerollt ist und dass das Grab leer ist. Entsetzt berichtet sie den Jüngern davon, die das nicht glauben; darum machen sich Petrus und Johannes auch auf den Weg zum Grab. Dort stellen sie fest, Maria hat die Wahrheit gesagt: Das Grab ist offen, die Grabtücher liegen ordentlich da, aber Jesus ist weg. Nun glauben sie Maria, verstehen aber noch nicht, was sie gerade gesehen haben. Sie gehen zurück und lassen Maria weinend am Grab stehen.

Ein ganzes Bündel zum Zeitpunkt der Verhaftung ca. 500 - 1000 Jahre alter Prophezeiungen erfüllt sich in diesem Kapitel. Die Beschreibung der Verurteilung und Tötung Jesu liest sich wie das Abarbeiten einer uralten, grausamen Check-Liste:

Aber Kajaphas ist ohnehin nicht an einem ernsthaften Verhör interessiert. Er hat bereits vor Tagen entschieden, Jesus umzubringen, damit seine Lehre aus der Welt zu schaffen und seine Anhänger zu zerstreuen. Durch die Niederschlagung eines vermuteten bevorstehenden Aufstands will er sich als Rom-treuer Diener erweisen und sich so das Wohlwollen der Besatzungsmacht sichern.

„Habe ich unrecht geredet, so beweise, was daran unrecht war; habe ich aber recht geredet, was schlägst du mich?“ (Joh 18, 23)

Jesus wird von Hannas, dem Schwiegervater von Kajaphas (er war vor Kajaphas der Hohepriester) und von Kajaphas über seine Lehren verhört. Jesus antwortet wahrheitsgemäß, dass es zahlreiche, sehr glaubwürdige Zeugen über seine Lehre gebe, denn er hat ja die ganze Zeit öffentlich im Tempel gelehrt. Daher ist es völlig sinnlos ihn zu fragen, den man ja – wie die Verhaftung bei Nacht und Nebel zeigt – ohnehin nicht für vertrauenswürdig hält.

„Schwert, erwache gegen meinen Hirten, gegen den Mann, der mein Gefährte ist!, spricht der HERR der Heerscharen. Schlage den Hirten, und die Schafe werden sich zerstreuen; und ich will meine Hand den Geringen zuwenden!“ (Sach 13,7)

Nun geht Jesus in den Garten Gethsemane. Dort will er, wie so oft in der Vergangenheit, auch seinen letzten Abend im stillen Gebet verbringen. Bald taucht auch Judas auf, begleitet vom Hohen Rat, einigen Pharisäern und ein paar Dienern.

„Heilige sie [die Jünger] in deiner Wahrheit! Dein Wort ist Wahrheit. Gleichwie du mich in die Welt gesandt hast, so sende auch ich sie in die Welt.“ (Joh 16, 17+18)

Die Fürbitten Jesu für seine Jünger. Lies sie zuerst:

Joh 17 >>

Jesus weiß, dass sein Auftrag auf Erden beendet ist. Er hat seinen Jüngern alles über den Vater erzählt und sie glauben. Wenn er nun die Welt verlässt und zurück zum Vater geht, werden sie ihn verkündigen, in ihnen wird er verherrlicht. Darum bittet er seinen Vater, nun über sie zu wachen. Jesus übergibt jene wieder in die Obhut des Vaters, die er vom Vater bekommen hat. Hier an diesem Punkt, der Tod und Auferstehung in den Fürbitten Jesu vorwegnimmt, werden Vater und Kinder (Himmel und Erde) wieder vereint!

Jesus kündigt den weiteren Weg, seinen Tod und die Auferstehung, an und wiederum verstehen die Jünger nicht. Den Jüngern dürfte absolut klar gewesen sein, wie ernst die Situation ist, denn niemals zuvor hat Jesus so offen und klar über die Zukunft gesprochen; dieser Wandel in der Ansprache ihres Meisters dürfte einen wesentlichen Beitrag zu deren Verwirrung geleistet haben – sie waren einfach überfordert.

„Sie werden euch aus der Synagoge ausschließen; es kommt sogar die Stunde, wo jeder, der euch tötet, meinen wird, Gott einen Dienst zu erweisen. Und dies werden sie euch antun, weil sie weder den Vater noch mich kennen.“ (Joh 16,2+3)

Jesus wird konkret. Die Anhänger Christi werden von anderen Gläubigen – zu jener Zeit waren damit die Juden gemeint – nicht nur nicht anerkannt, sondern verfolgt werden. Saul war ein sehr motivierter und erfolgreicher Christen-Jäger, ehe er von Christus berufen wurde. Die Christenverfolgung hat bis heute nicht aufgehört, auch wenn die Verfolger heute anderen Religionen angehören. Noch heute gibt es überall auf der Welt Menschen, die davon überzeugt sind, von ihrem Gott einen Ehrenplatz im Paradies (oder wie immer das in ihrer Religion heißt) zu erhalten, wenn sie einen (oder sogar viele) Christen töten. Dieser falsche Glaube sei aber nur ein Zeichen, dass sie weder den Vater noch den Sohn kennen.

„Wenn ihr von der Welt wärt, so hätte die Welt das ihre lieb; weil ihr aber nicht von der Welt seid, sondern ich euch aus der Welt heraus erwählt habe, darum hasst euch die Welt.“ (Joh 15,19)

Bereits in Vers 12 (Abschnitt von gestern) gab Jesus sein einziges Gebot aus: Am friedfertigen, liebevollen Umgang miteinander soll die Welt seine Jünger erkennen. Bei der Erfüllung dieses Gebotes ist, wenn man sich den Zustand der Welt ansieht und den Umgang der Menschen untereinander, die Jesus als ihren Messias reklamieren, zugegebenermaßen noch eine Menge Luft nach oben! Genaugenommen ist deutlich mehr Luft nach oben als bereits zurückgelegter Weg hinter uns.

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