Psalmen (1)

Immer wenn ich in der Bibel auf prophetische Stellen stoße, zu denen auch dieser Psalm gehört, dann frage ich mich: Wann rede ich hier eigentlich über meinen Freund und Bruder Jesus und wann redet Jesus durch mich (falls er denn bei meinem Redeschwall überhaupt einmal zu Wort käme)? Vermutlich werde ich das in diesem Leben nicht mehr erfahren, aber das ist auch nicht wirklich wichtig. Die gemeinsame Zeit mit meinem Gott hier beim Bibelstudium und beim anschließenden Schreiben ist ein unbegreifliches Geschenk. Jesus in dieser Form neben mir zu spüren, ist nichts woran ich mich irgendwann gewöhnen könnte, ist etwas, was mich jedes Mal, wenn es passiert in seiner schieren Größe auf die Knie zwingt. Mein Gott liebt mich und hat Freude daran, es mich spüren zu lassen! Ein Gott mit Liebe zum Detail. Nur eine Angst bleibt mir, diejenige, dass diese Nähe irgendwann nicht mehr da sein könnte und Jesus selbst ist es, der diese Angst beständig zerstreut, wenn er mir immer wieder auf die Pelle rückt, gerade in den Zeiten, in denen ich es nicht erwarte – sonst wäre es ja keine Überraschung. Falls du gerade hart an deinem Glauben arbeitest um selbst Gott näher zu kommen, dann wünsche ich dir auf deinem Gebiet – in deiner Berufung – genau diese Erfahrung!

Dies ist der letzte Psalm dieses Kapitels im Lightkeeper, da sei mir diese persönliche Botschaft an dich erlaubt.

Noch ein paar Worte zu Psalm 41:

„Da sprach ich: Siehe, ich komme, in der Buchrolle steht von mir geschrieben; deinen Willen zu tun, mein Gott, begehre ich, und dein Gesetz ist in meinem Herzen.“ (Ps 40,8+9 - dieses Mal Schlachterübersetzung, weil die HFA-Version bei diesem Psalm einfach mutlos und schwach ist)

Wieder ein Psalm mit prophetischen Elementen wie die Verse 8 – 12 belegen. Natürlich spricht David von sich selbst, denn er war ja der angekündigte König, der zu seiner Zeit das Volk Gottes rettete und zu einer Nation formte. In David (er)findet sich auch das weltliche Israel, der Stern seines Hauses schmückt bis heute die Flagge des Landes. Hier wird die Zusage Gottes an Abraham erstmals für die Welt sichtbar. Das Reich Gottes kommt in Israel zur Welt.

Das in Psalm 38 beschriebene Leiden dauerte wohl an und es wurde immer leiser um David. Schließlich redete er nicht einmal mehr mit Gott, wie es die ersten Zeilen dieses Psalms vermuten lassen. David gab auf.

Aber Gott gibt nicht auf.

„Meine Schuld ist mir über den Kopf gewachsen. Wie schwer ist diese Last! Ich breche unter ihr zusammen.“ (Ps 38, 5)

Wir fragen uns: Was war es dieses Mal, denn David ist wieder am Boden zerstört. Er gibt zu, dass er es mal wieder ohne Gott versucht hat, dass er arrogant und überheblich geworden war. Und vor der Zeit Jesu hieß das halt dann, dass irgendwann das Maß voll war und Gott David zwang die Früchte zu essen, die dieser zuvor gesät hatte.

Vor ein paar Tagen hatte ich an dieser Stelle das Thema Verbitterung angesprochen, vor der auch zu Beginn dieses Psalms gewarnt wird. Über weite Strecken erinnert Psalm 37 an die Bergpredigt, sowohl die Seligpreisungen wie auch die Warnungen.

Was sich auf den ersten Blick wie eine Gegenüberstellung – gottloser vs. gottesfürchtiger Mensch – liest, ist in Wirklichkeit eine Fürbitte.

 

Wieder einmal ist David das fleischgewordene heulende Elend! Wieder einmal fordert er Gott auf für ihn sowas wie der große Bruder zu sein, der die bösen Feinde weghaut. Er, David, habe doch nichts getan, was dieses Verhalten der Feinde rechtfertige. Darum sei es doch jetzt nur recht und billig, dass der Gott, zu dem er immer treu stand, nun diese Feinde zu Brei haut.

Und dieser Jammerlappen soll das kleine Abbild, die Vorschau auf Jesus sein? David hätte sich sicher zu diesem Zeitpunkt auch dagegen verwahrt, eine Vorschau auf irgendjemand anderes zu sein.

„Und so vollzieht sich das Urteil: Das Licht ist in die Welt gekommen, aber die Menschen liebten die Finsternis mehr als das Licht. Denn was sie taten, war böse.“ (Joh 3,19)

Gott hatte David mal wieder aus einem großen Schlamassel gerettet, als er diesen Lobpreis schrieb. David ist froh und spürt das Glück, diesen Gott an seiner Seite zu haben. Natürlich preist er ihn, aber das ist ihm nicht genug. Alle sollen diesen Gott als ihren Retter, ihren Beschützer erkennen und sich in gleicher Weise darüber freuen können.

Nur eines ist dafür zu tun, sagt David: Erkennt, dass euch das Böse von Gott trennt, darum wendet euch vom Bösen ab! Redet nicht vom Frieden mit dem verhassten Onkel, dem Nachbarn, dem Feind (meist einer anderen Nation), sucht den Frieden. Jagt dem Frieden nach heißt, wollt den Frieden in eurem Herzen – um jeden Preis (Vers 15).

„Lasst die Sonne nicht untergehen, ohne dass ihr einander vergeben habt.“ (Eph 4, 26)

„Jubelt über den HERRN, alle, die ihr zu ihm gehört! Lobt ihn, ihr Aufrichtigen, denn das ist eure schönste Aufgabe!“ (Ps 33,1)

Dieser Psalm knüpft an Psalm 29 und Psalm 30 an, obgleich er deutlich euphorischer ist. Darüber, dass was hier so kindlich naiv klingt Ausdruck berechtigten tiefen Glaubens ist, steht auch bereits genug in meinen Artikeln dazu, darum bei Bedarf bitte einfach hier auf den jeweiligen Link klicken.

„Ich unterweise dich und zeige dir den Weg, den du gehen sollst. Ich will dir raten, über dir wacht mein Auge.“ (Ps 32,8)

David hat’s begriffen. Wenn du mit Gott gehst, dann gibt’s keine Geheimnisse! Wenn du nicht weiterweißt, frage Gott. Wenn dir dein Tagwerk gelungen ist, danke Gott. Wenn du verzweifelt bist, flehe zu Gott. Aber was, wenn du genau weißt, dass Gott dir was anderes geraten hatte?

JSN Epic template designed by JoomlaShine.com