Denn die Erde wird erfüllt werden von der Erkenntnis der Herrlichkeit des HERRN, gleichwie die Wasser den Meeresgrund bedecken. (Hab 2,14)

Psalmen (1+2)

„Vater, in deine Hände lege ich meinen Geist!“ (Lk 23, 46)

David hat mal wieder ernste Probleme. Seine Feinde, die auch die Feinde des Gottes Abrahams sind, setzen ihm stark zu. Er steht kurz vorm Scheitern und weiß keinen Ausweg. Also fleht er wieder zu seinem Gott. Er hat ihm doch schon so oft aus aussichtslosen Situationen geholfen, ja nicht nur geholfen: Hinterher stand er besser und stärker da als vorher. Was tut er also: „In deine Hände lege ich mein Leben, denn du wirst mich erlösen, HERR, du treuer Gott!“ (Ps 31,6)

Im Prinzip behandelt dieser Psalm dasselbe wie der letzte, nämlich das Wirken Gottes – dieses Mal aber auf einer persönlichen Ebene. David vergleicht die Zeiten, in denen er mit Gott unterwegs war mit jenen, in denen er glaubte ihn nicht zu brauchen und stellt fest, wie verheerend die Phasen ohne Gott verliefen, die Zeiten, in denen sich Gott von ihm abgewandt hatte.

 

Ein Lobpreis Davids über seinen mächtigen großen Gott. Es mag uns heute kindlich naiv vorkommen, wie David jede einzelne Naturgewalt mit Gott in Verbindung setzt – Erdbeben, Blitz, Donner, das Tosen der Meere im Sturm, Vulkanausbrüche, eben alles, was Menschen Furcht einjagen kann steht bei David für Gott. Wir wissen das doch heute besser! Wir beherrschen die Elektrizität, wir kennen uns aus mit der Plattentektonik unseres blauen Planeten, wir wissen welche Kräfte beim Ausgleich unterschiedlicher Luftmassen freigesetzt werden. Gott? Nein, alles erklärbar.

Und dann schwindet das Vertrauen doch für einen Moment. Gott zeichnet seine Chronik in einer sehr, sehr langen Linie. In der Phase dieses Psalms konnte David die Arm Gottes nicht spüren – zumindest nicht auf seiner Seite. Also schreit er zu Gott.

„Ich erinnere mich, dass du gesagt hast: »Sucht meine Nähe!«“ (Ps 27,8)

Da muss wieder ein Krieg aufgezogen sein! David vertraut im Angesicht der Feinde auf die sichere Burg, die sein Gott für ihn ist. Im drohenden Tumult sehnt er sich nach der Stille im Tempel seines Herrn. Solange er lebt, will er dort bleiben.

Mit diesem Psalm habe ich Probleme. Er scheint mir auf die Zeit vor Jesus beschränkt zu sein. David bittet Gott ihn zu prüfen. Gott tut das mit jedem seiner Kinder ständig, meist ohne, dass wir etwas davon merken. Er kennt uns halt, so wie wir sind, während wir uns oft nur so kennen, wie wir gerne wären. Aber er sieht in uns, wer wir in seinen Augen einmal sein werden, während wir dann oft nur das Mängelwesen sehen, das unseren eigenen Erwartungen niemals entsprechen kann. Für Kinder Gottes fällt Gottes Prüfung immer zu deren Gunsten aus!

„HERR, ich sehne mich nach dir!“ (Ps 25,1)

David steht (mal wieder) an einem Scheideweg und fürchtet die Orientierung zu verlieren. Und hier erkennt er, dass sein Gott auch der erste Pädagoge der Schöpfung ist. Er bittet ihn, ihn zu führen, er bittet ihn, ihm den Glauben immer wieder neu zu lehren und ihn voran zu bringen. Er weiß natürlich, dass er ohne Gottes Hilfe nur blind auf seinem Weg herum stolpert und er erinnert sich, wie oft er schon stürzte nachdem er sich von Gott abgewandt hatte und es ohne ihn schaffen wollte. Der liebevolle und gütige Pädagoge Gott ließ ihn dann seine Fehler machen, ließ ihn stürzen, aber hob ihn auch wieder auf. Gott verzeiht. Und ja, Gott vergisst auch! Wenn wir uns ihm zuwenden, schaut er nicht mehr auf unsere begangenen Fehler. Wenn wir ihm vertrauen, baut er auf uns, als hätten wir nie etwas anderes getan.

„The Day After“ - Die Vollendung des in Psalm 22 besprochenen „stillen Anfangs“. David spricht vom Tag nach dem Tag des Gerichts. Der König kommt zurück in seinen Besitz, und alle Gläubigen wissen, dieser König ist ihr Messias, ist Jesus, der Christus. Er thront auf seinem Berg, das ist das neue Jerusalem, die wiedererrichtete Stadt Gottes. Und die Menschen? Die strömen nun zu ihrem König – doch nicht alle dürfen die Stadt betreten, dürfen auf den Berg.

 „Ein Psalm Davids. Der HERR ist mein Hirte; mir wird nichts mangeln. Er weidet mich auf grünen Auen und führt mich zu stillen Wassern. Er erquickt meine Seele; er führt mich auf rechter Straße um seines Namens willen. Und wenn ich auch wanderte durchs Tal der Todesschatten, so fürchte ich kein Unglück, denn du bist bei mir; dein Stecken und dein Stab, die trösten mich. Du bereitest vor mir einen Tisch angesichts meiner Feinde; du hast mein Haupt mit Öl gesalbt, mein Becher fließt über. Nur Güte und Gnade werden mir folgen mein Leben lang, und ich werde bleiben im Haus des HERRN immerdar.“ (Ps 23)

Glückselig ist, wer sich wie einst David in dieser Beziehung zu Gott befindet!

Wieder gibt sich David seinem Gott ganz hin, dieses Mal in seiner Verzweiflung. Wieder übernimmt Gott. Nicht nur David fleht zu Gott, Gott spricht durch sein Flehen.

„Mein Gott, mein Gott, warum hast du mich verlassen“ ruft David in seiner Verzweiflung und ruft Jesus kurz vor seinem Tod am Kreuz zu seinem Vater – das einzige Mal im ganzen Evangelium, in dem Jesus zu seinem Vater spricht und ihn nicht mit Vater sondern mit Gott anredet.

JSN Epic is designed by JoomlaShine.com