Denn die Erde wird erfüllt werden von der Erkenntnis der Herrlichkeit des HERRN, gleichwie die Wasser den Meeresgrund bedecken. (Hab 2,14)

Lightkeeper (Band 2)

Joram, der älteste Sohn Josaphats ist der nächste König Israels. Er ist ein schlimmer Finger. Als erstes lässt er alle seine Brüder und viele Fürsten des Landes umbringen um so seine Macht zu festigen. Außerdem heiratet er Athalja, eine Tochter des Nordreich-Königs, und lässt die Verbreitung deren Götzenglaubens und der Hurerei in Juda zu. Mit Hurerei ist wohl nicht einfach Prostitution gemeint, es geht hier um die Bedeutung der Ehe und der ehelichen Treue. Hurerei meint hier wohl das Sexualleben nach der griechischen Tradition, in der sich der Sex nach dem Vorbild derer Götter zum zügellosen Spiel (jede/r mit jeder und jedem, auch Kindern) verwandelte. Das kommt nicht gut an beim Volk, und erste tributpflichtige Nachbarn sagen sich vom König los, so dass er diese wieder mit Gewalt unterwerfen muss.

„Nicht eure, sondern Gottes Sache ist der Kampf!“ (2.Chr 20,15)

Und dann passiert es doch! Trotz aller Treue des Königs und seines Volkes zu ihrem Gott rüsten mehrere mächtige Nachbarstaaten zum gemeinsamen Krieg gegen Juda. Josaphat erkennt, dass seine Leute hier keine Chance haben, egal wie viele Männer zu den Waffen gerufen werden.

Im Schützengraben findet jeder zu Gott, sagt ein Sprichwort. Doch für Josaphat ist das keine radikale Umkehr, er hat sein Leben und seinen Staat auf dem Fundament Gottes aufgebaut. Darum ruft er auch gar nicht zu den Waffen, sondern zum Gebet. Gemeinsam mit seinem Volk betet er zu Gott, erinnert ihn an die Zusage, die er seinen Vätern gegeben hat und bittet um Beistand.

Josaphat kehrt unversehrt aus diesem Feldzug wider den Willen Gottes nach Jerusalem zurück und Gott empfängt ihn mit einem Grußwort aus dem Munde Jehus, das gleichzeitig eine Warnung enthält. Gott wird sich diesen Ungehorsam merken, aber er wird bis auf weiteres die Treue des Königs beim Verbreiten seines Wortes an das Volk anerkennen.

Josaphat nimmt sich das zu Herzen. Er zieht wieder ganz nach Jerusalem und setzt die Missionierung seines Volkes fort, indem er in jeder Stadt Richter einsetzt, die nach dem Wort Gottes richten sollen – unbestechlich und ohne Ansehen der Person.

Weil Ahab von Micha fordert, wenigstens einmal von ihm was Schönes zu hören zu bekommen, stimmt der Prophet auf den Lobgesang der 400 Bediensteten ein – das ist aber nicht das, was Josaphat jetzt braucht, er braucht eine Weisung von seinem Gott, also fordert er diese von Micha ein und er bekommt sie:

Der Kriegszug wird ein Desaster. Das Nordreich wird nach dem Krieg ohne König sein. Gott selbst hat die falschen Propheten zu dieser frohen Prophezeiung verführen lassen, weil er genug von Ahab hat.

Während Josaphats Macht zunimmt, wird Ahab, ein Anbeter der regionalen Götzen, König vom Nordreich (1. Könige 16,29-33). Offensichtlich ist Josaphat der Erfolg zu Kopf gestiegen, denn trotz dieses Wissens verbündet er sich mit ihm und zieht von Jerusalem nach Samaria um. Das kann eigentlich nicht gut gehen.

Nun wird sein Sohn Josaphat König von Juda und er beginnt seine Regentschaft damit, die Grenzen seines Landes mit mehr Soldaten zu sichern, die er in die Grenzstädte schickt. Er lässt die Götzenbilder im Land zerstören und wendet sich wieder ganz bewusst dem Gott Abrahams zu, der sich damit auch wieder dem König zuwendet. Das bleibt den Königen der umliegenden Länder nicht verborgen. Sie lassen Juda in Frieden.

Und dann macht er etwas Neues:

Im sechsunddreißigsten Regierungsjahr erwartet dann König Asa aber doch eine Prüfung. Baesa, König des Nordreichs, blockiert das Südreich, indem er die Stadt Rama zur Festung ausbaut. Asa ist gezwungen zu handeln, doch er ruft nicht seinen Gott an sondern verbündet sich mit Benhadad, dem heidnischen König von Aram an der Nordgrenze des Nordreichs, genauer: Er kauft ihn mit Gold und Silber, sowohl aus eigenen Beständen wie auch vom Tempelschatz. Das heißt, Asa wendet sich im Geist von seinem Gott ab.

Gott ist es aber nicht genug, dem jungen König aus der Klemme geholfen zu haben. Er schickt den Propheten Asarja zu ihm und lässt durch ihn sein Versprechen, das er seinerzeit David gegeben hatte, bekräftigen: Alle, die Gott suchen werden, sollen ihn finden und bei ihm Ruhe finden. Darum sollen alle eifrig beim Befolgen des Gesetzes und Erfüllen des Willen Gottes bleiben. Denn, das ist der übliche Seitenhieb beim Bund des Gesetzes, wenn sie den Pfad des Gesetzes und damit ihren Gott verlassen, dann wird auch er sie verlassen.

König Asa räumt auf! Er lässt den Wildwuchs an Götzenaltären in seinem Reich entfernen, auch die Stellen, die sein Vater noch ausgelassen hatte bleiben nicht verschont. Er verbietet seinem Volk jegliche Götzenanbetung und befiehlt die Einhaltung des Gesetzes.

Rehabeams Sohn Abija folgt ihm auf den Thron nach. Doch jetzt beginnen sich die Spannungen zwischen Nord- und Südreich zu verstärken, beide Länder rüsten auf und verstärken ihr Heer. In einem Appell versucht Abija die Bürger des Nordreichs zum Halten des Friedens zu bringen, verhält sich dabei aber nicht sonderlich geschickt.

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Die Bücher Mose wurden von Moses während seiner 40-jährigen Wüstenwanderung mit dem Volk Israel aus Ägypten ins von Gott versprochene gelobte Land, von der Sklaverei in die Freiheit. Doch das Volk hatte trotz der mächtigen Zeichen ihres Gottes, die in Ägypten geschehen waren, so ihre Probleme mit Glauben und Vertrauen an den einen Gott, wurden ihm immer wieder untreu, murrten und klagen. Als sie sich dann noch weigerten, dem Befehl Gottes, das Land, das er ihnen versprochen hatte einzunehmen zu folgen, obwohl er ihnen versprach bei ihnen zu sein, was er ja während des ganzen Weges von Ägypten nach Kanaan auch sicht- und hörbar getan hatte, war das der Tropfen, der das Fass zum Überlaufen brachte. Gott entschied, dass dieses Volk Sklaven sind und Sklaven bleiben werden. Daher solle keiner über 20 – bis auf Khaleb und Joshua, die treu geblieben waren – das Land besitzen und er würde sie durch die Wüste irren lassen, bis alle gestorben seien und nur noch ihre Kinder und Kindeskinder übrigblieben. Das vierte Buch Mose erzählt von diesen vierzig Jahren.

Das Johannes-Evangelium ist das jüngste; es wurde gegen Ende des ersten Jahrhunderts geschrieben. Johannes fand folgende Situation vor: Die ersten drei Evangelien und damit die historischen Erzählungen über Jesus waren bereits bekannt. Allerdings führte die zu diesem Zeitpunkt noch vielerorts mündliche Überlieferung bereits zur Entstehung von Irrlehren über den christlichen Glauben. Junge christliche Gemeinden mischten das reine Wort der Verkündigung mit Aussagen und Personen ihres alten Götzen-Glaubens. Johannes will daher mit seinem Evangelium die reine Lehre von Jesus Christus, seinem Wort und Werk, abgrenzen von den sich ausbreitenden pseudo-christlichen Sekten.

Die Psalmen (oder auch Psalter), die in diesem Abschnitt behandelt werden, stammen von David und so ungefähr 1012 – 970 vor Christus entstanden. In Lobpreis und Gebeten findet in einer poetischen Sprache eine Trennung zwischen dem Volk Gottes und dem gottlosen Rest der Welt statt. Die meisten Psalmen wurden von König David selbst geschrieben. Zwar richten sich damit die Psalmen zunächst mal nur an die Israeliten selbst, allerdings enthalten sie auch viele messianische Prophezeiungen, werden deshalb häufig im Neuen Testament zitiert und sind deshalb auch für Christen von herausragender Bedeutung.

Während ich bei den anderen Büchern meist die Schlachterbibel in der 2000er-Übersetzung verwende, werde ich für die Psalmen auf die „Hoffnung für Alle“ zurückgreifen. Die Psalmen sprechen uns direkt in unserem Alltag an, darum erscheint mir eine Alltagssprache geeigneter.

Ich halte mich an das, was mir der Lightkeeper darüber sagt: Die Chroniken waren ursprünglich nur ein Buch, das erst bei der griechischen Übersetzung des Alten Testaments in aufgeteilt wurde. Das erste Buch geht von Adam bis König David, das zweite von David. Im zweiten Buch geht es hauptsächlich ums Südreich, also Juda.

Ich würde mal sagen, für den ersten Teil wird es weniger historische Belege geben, als für den zweiten. Aber es die beiden Abschnitte zeigen auch, wie wenig sich Gott um menschliche Befindlichkeiten kümmert – oder wie sehr. Jesus stammt aus dem Haus David und wurde auch in Juda, nämlich in Bethlehem, knapp südlich von Jerusalem geboren. Aufgewachsen ist er aber in Nazareth, also im Nordreich.

Wir werden hier ab sofort und bis einschließlich 15. August über 1. Chronika sprechen, danach bis zum 16. Oktober sind 2. Chronika. Es wird also eine längere Reise werden.

Der Prediger, der Autor dieses Buches, sagt über sich, er sei weise, wäre König von Israel gewesen und sei ein Sohn Davids. Daher wird dieses Buch heute Salomo zugeschrieben.

Nach Lektüre bin ich mir dessen nicht so sicher. Ich weiß nicht, ob ein König voll Weisheit und Erkenntnis dieses Buch geschrieben hätte – oder falls doch, auch Salomo war letztendlich nur ein Mensch, ob er es wirklich als eigenständiges Buch in der Bibel hätte haben wollen.

Doch das Buch Prediger ist ein weiterer Beweis dafür wie offen und ehrlich die Bibel ist. Sie lässt nichts weg auf dem Weg der Juden mit ihrem Gott.

Jakobus stammt aus der Familie Jesu, ist also einer seiner Brüder. Bis zum Tod Jesu am Kreuz war Jakobus gläubiger Verfechter des Alten Bundes, erst nach dessen Auferstehung bekehrte er sich zur Frohen Botschaft und wurde sogar Botschafter.

In diesem Brief wendet er sich an die zwölf Stämme Israels in der Zerstreuung. Dies macht deutlich, dass nach der Niederwerfung Israels durch Nebukadnezar das Volk Gottes nie mehr in einem Land vereint war, auch wenn Jerusalem 70 Jahre später wieder aufgerichtet wurde. Die Zerstreuung seines Volkes in der Welt bleibt die sichtbare Narbe bis zu dem Tag, an dem Gott alle seine Kinder in seinem Reich versammeln will. Die Zerstreuung seines Volkes bereitet, neben dem von den Römern gut ausgebauten Straßennetz, aber auch seinem Wort, also dem Ruf zum Heil durch Christus, den Weg und einen fruchtbaren Boden in der Welt. Ja, auch im Übel der Welt kann man mit bereitem Herzen den guten Plan des Vaters entdecken.

Beim ersten Lesen des Jakobusbriefes, insbesondere nach dem Gruß zu Beginn „an die zwölf Stämme“, dachte ich zunächst – wieder einmal: Ist dieser Brief für die neuen Gemeinden denn überhaupt von Belang?

Welch unsinnige Frage, schrieb ich doch gerade zum Ende von 2. Chronika davon, dass sich heute viele Menschen in dem Graubereich zwischen Altem und Neuem Bund aufhalten. Der Jakobusbrief wurde etwa 45 n. Chr. Verfasst, also gerade mal so 12 Jahre nach der Kreuzigung und Auferstehung Jesu – im großen Lauf der Weltgeschichte ist das weniger als ein Augenblick. In zwölf Jahren hatte es die Kunde von der Auferstehung eines Menschen aus Nazareth vermutlich gerade einmal um die damals bekannte Welt geschafft, zu kurz um bereits die ganze Welt zu verändern aber gerade genug um bei jenen zwölf in der Diaspora lebenden Stämmen bleibenden Eindruck zu hinterlassen.

War der Messias bereits gekommen? War das Ende der Zeit da? Was hatte er verkündet? Gab es Rettung? Ja, sicher – aber wie? Die jungen Judenchristen standen zwischen Hoffen und Bangen, die Motivation zur Erfassung der neuen Botschaft war sicher danach nie mehr so hoch wie in jenen Tagen. Gleichzeitig gab es da natürlich auch noch sowohl in der Diaspora wie im besetzten Israel die Mehrheit der Juden, die bereits die erste Frage mit einem klaren Nein beantworteten und die am Alten Bund festhielten. Schon bald machten sich Schriftgelehrte auf Missionsreise und lehrten: Du musst dich zum Alten Bund bekennen und die Gesetze einhalten um – erst danach – von Jesus gerettet zu werden. Damit war die Verwirrung komplett.

Die Situation ist heute unter den Gemeinden Christi gar nicht mal so anders! Damals wie heute befindet sich ein Großteil der gläubigen Welt im Übergangsbereich zwischen Altem und Neuem Bund.

Martin Luther prägte das Schlagwort „Rechtfertigung allein aus Glauben“ (etwas anders ausgedrückt: Allein der Glaube rettet), das sich - Kirchenspaltung hin oder her – als Grundregel christlichen Lebens durchgesetzt hat. Aber was bedeutet das? Auch heute halten bibelfeste Christen die Rechtfertigung allein aus Glauben für „zu billig“ um wahr zu sein. Sie sind der festen Überzeugung, dass der Mensch sich seine Rettung erarbeiten muss und sie berufen sich dabei gerade auf den Brief des Jakobus. Damit schreibt Jakobus direkt in unsere Zeit und Situation hinein und qualifiziert sich damit einer besonders gründlichen Begutachtung.

Der Lightkeeper stellt Johannes als den Johannes, also den Jünger Jesu, Apostel und Verfasser des Johannes-Evangeliums vor. Auch dies wird heute angezweifelt, begründet mit den üblicherweise vorgebrachten Stilbrüchen zwischen Evangelium und Apokalypse, was mich nicht überzeugt. Ebenso erscheint mir wenig überzeugend, dass die Offenbarung mit der Verkündigungstradition des Paulus bricht. Es ist ein prophetisches Werk und muss sich allein aus diesem Grund von den verkündigenden Schriften deutlich unterscheiden. Trotzdem fällt auf, dass sich der Johannes der Apokalypse als „Knecht Johannes“ und nicht, wie im Evangelium, als „Jünger, den Jesus liebt“ vorstellt.

Dass die Offenbarung zur Zeit der Christenverfolgung entstand ist aber offensichtlich, denn die verwendeten Bilder weisen sowohl Parallelen zu den Endzeitprophezeiungen im Alten Testament als auch zu Erlebnissen der frühen christlichen Gemeinden im Römischen Reich auf.

Eigentlich hat die Frohe Botschaft ja nichts (mehr) mit Prophetie zu tun. Die Zeit ist durch die Menschwerdung und erst recht durch die Auferstehung Christi erfüllt. Wir befinden uns in der Gnadenzeit, der Zeit also, in der Gott die Schuld der Menschen selbst getilgt hat und nun alle seine Kinder zu sich ruft. Trotzdem hat es dieses Buch in die Bibel geschafft; der Geist Gottes, der jedem Wort in diesem Werk eine Bedeutung gibt, wird sich etwas dabei gedacht haben.

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