Denn die Erde wird erfüllt werden von der Erkenntnis der Herrlichkeit des HERRN, gleichwie die Wasser den Meeresgrund bedecken. (Hab 2,14)

Als ob wir nicht grade im letzten Kapitel festgestellt hätten, dass uns unsere Fehler immer wieder einholen!

Joab hat am inkonsequenten Verhalten Davids ablesen können, dass dieser seinen Sohn Absalom trotz dessen Bluttat immer noch liebte und ersinnt nun eine Strategie, dies für seine eigene Karriere zu nutzen.

Er greift sich eine Frau aus dem Volk und lässt diese eine herzzerreißende Geschichte über ihr ach so schweres familiäres (von Joab erfundenes!) Schicksal erzählen. David soll ihr – und sei es aus Mitleid – seinen königlichen Schutz gewähren. Der König durchschaut die List und schließlich rückt die Frau mit der eigentlichen Bitte heraus: David soll seinen eigenen Sohn wieder aus der Fremde zurückholen und ihm vergeben.

Wie geschickt hier Joab doch vorgeht! Er lässt die Frau eine rührselige Geschichte erzählen, DAMIT der König letzten Endes diese List durchschaut, auf diese Weise von seiner eigenen Klugheit geblendet wird und der daraufhin eher „kleinen Bitte“ doch dem eigenen Fleisch und Blut zu vergeben hoffentlich positiver gestimmt wäre, als fiele man direkt mit der Tür ins Haus.

David gewährt Absalom die straffreie Rückkehr nach Israel, er selbst möchte ihn aber nicht in seinem Hause sehen. Damit steht ein Sohn des Königs tief in der Schuld von Joab; Joab betreibt hier also Vorsorge für sich und seine Familie, wenn in einigen Jahren im Königshaus der Generationenwechsel standfinden wird – und das ist ja nur eine Frage der Zeit.

Zwei Jahre lang hält sich Absalom zurück, dann ist es mit der Dankbarkeit gegenüber Joab vorbei und er setzt ihn unter Druck, ihm eine Audienz beim König zu verschaffen. Als sich dann Vater und Sohn gegenüberstehen ist die alte Schuld – zumindest beim Vater – vergeben und vergessen.

Wo steckt denn nun der oben angekündigte Fehler, der David wieder einholt? Er ist bereits da, sichtbar wird er aber erst im nächsten Kapitel. Die Eitelkeit des Königs und dass er die Liebe zu seinem Sohn über das Gesetz Gottes stellt, unter dem auch er selbst steht, öffnen diesem Fehler, bzw. dessen Folgen lediglich Tor und Tür.

2. Samuel 14 >>

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