Gottesdienste in Corona-Zeiten

Apostelgeschichte

Die Gestrandeten erfahren, dass sie auf der Insel Melite gelandet sind. Die Einheimischen nehmen die Schiffsbrüchigen überaus freundlich auf. Es ist regnerisch und kalt, daher entzünden sie ihnen ein großes Feuer am Strand, so dass sie sich dort aufwärmen können.

Paulus soll nun, eskortiert von einem römischen Hauptmann namens Julius und einigen Soldaten per Schiff nach Rom gebracht werden. Von Lukas, der wieder mit von der Partie ist, wird die genaue Reiseroute auf dem Mittelmeer beschrieben.

Auch Festus erfährt als erstes von der „Akte Paulus“, die ihm sein Vorgänger überlassen hat. Ganz Vertreter der Besatzungsmacht lässt er sich aber nicht auf das Geschwätz der Juden ein und fordert den Hohen Rat auf, gleich mit ihm nach Cäsarea zu kommen und die Anklage (noch einmal) vorzubringen.

Die Kapitel 23 und 24 der Apostelgeschichte lesen sich wie ein Blockbuster aus Hollywood.

Paulus spricht die Menge in hebräischer Sprache an; dies sorgt für Ruhe, da sie ihn als einen der ihren erkennen. Er erklärt ihnen, dass er einer der eifrigsten Juden sei, er selbst habe sogar diese Christen verfolgt. Doch dann, vor den Toren Damaskus‘ habe er Bekanntschaft mit dem Aufstandenen gemacht, der sich ihm in einem gleißenden Licht offenbarte und ihn – zwar sicht- aber nicht hörbar für seine Begleiter – mit einer persönlichen Botschaft bekehrte. Christus habe ihn aufgefordert sich taufen zu lassen und habe ihm den Auftrag gegeben, den Heiden das Evangelium zu verkündigen, da die Juden nicht auf ihn hören würden.

Paulus lässt sich zu einer mit anerkannten, sogar in einem Nasiräer-Gelübde stehenden Juden gemeinsamen Reinigungs- und Opferzeremonie im Tempel überreden – der nächste Fehler. Paulus war den Weisungen seines Herrn treu gefolgt, er hatte nichts falsch gemacht – für ihn als Apostel des Herrn gibt es keinen Grund für eine solche Zeremonie, ja sie schließt sich geradezu aus. Eine Show-Zeremonie zur Beschwichtigung der Massen kann der heiligen Sache daher nicht gerecht werden. Und in der Tat verschlimmert sie die Situation nur.

In Jerusalem ist man dankbar für die erfolgreiche Arbeit des ersten Außenministers der Christenheit, aber auch besorgt. Konservative Kreise des Judentums würden Paulus vorwerfen, er würde Juden dazu verführen, sich nicht mehr an den Bund zu halten, den Gott einst über Moses mit ihnen geschlossen hatte.

Nun gibt es kein Zurück mehr. Zielstrebig zieht die Reisegesellschaft mit Schiffen gen Jerusalem. Da es sich hierbei zumeist um Handelsschiffe handelt, wird die genaue Reiseroute lediglich von deren Handelsrouten bestimmt. Trotzdem bietet sich bei jedem Umsteigen Gelegenheit zum Treffen mit Gemeinden vor Ort zum gemeinsamen Gebet.

Paulus setzt seine dritte Missionsreise mit Eifer fort; er wird noch etliche Gemeinden besuchen, ehe er nach Jerusalem zurückkehrt. Der Heilige Geist spricht auf diesem Weg offensichtlich deutliche Worte mit ihm; ihm ist eindeutig bewusst, dass Jerusalem das endgültige Ende seiner Missionsreisen bilden wird. Die Juden dort werden ihn gefangen nehmen und ihre ganze Wut auf den neuen Weg an ihm auslassen. Von Jerusalem aus wird sein Weg nach Rom führen, d.h., die aktuelle Tour ist auch eine Abschiedstour.

Konkurrenz belebt nicht immer das Geschäft. Der Silberschmied Demetrius beobachtet mit Sorge, wie immer mehr dem alten Diana-Kult, der die Stammreligion in der Region Asia ist, den Rücken kehren und sich zu Christus bekennen. Da Christen keine Statuen, Münzen oder Amulette anbeten (ist da grade jemand unter den Lesern zusammengezuckt?) verdirbt ihm dieser neue Glaube das Geschäft. Also gründet er den vermutlich ersten Lobby-Verein der Geschichte gegen die Christenheit und bewirkt einen Aufruhr gegen Paulus und seine Leute.

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