Denn die Erde wird erfüllt werden von der Erkenntnis der Herrlichkeit des HERRN, gleichwie die Wasser den Meeresgrund bedecken. (Hab 2,14)

Apostelgeschichte

Interessante Dinge geschehen in diesem Abschnitt. Paulus nimmt Timotheus mit sich; der Geburt nach Jude – seine Mutter ist Jüdin – auch gläubig, aber unbeschnitten und damit kein Jude vor dem Gesetz. Paulus lässt das nachholen, denn er hat die jüdischen Gemeinden noch nicht aufgegeben. Wenn Timotheus aber kein Jude wäre, so dürften die Juden keinen Umgang mit ihm haben, und das wäre nicht zielführend.

Mit diesem Sendschreiben schicken die Apostel in Jerusalem Paulus und Barnabas, begleitet von Judas und Silas nach Antiochia, wo diese Diskussion aufgebrochen war. Nun von allen zwölf ursprünglichen Aposteln in ihrem Tun bestärkt kehrt wieder Frieden ein in die Gemeinde. Die Verkündigung in Antiochia kann nun weitergehen.

Die Frage, wer durch Christus gerettet wird, dringt nun auch in die Gemeinde ein. Zum ersten Mal in der jungen Geschichte der Kirche, geht es um die Auslegung des Evangeliums. Werden durch Christus alle gerettet, die an ihn und sein Erlösungswerk glauben oder ist zuerst die Bekenntnis zum Gesetz Mose, also insbesondere auch die Beschneidung, das unter Abraham von Gott eingeführte Bundeszeichen Voraussetzung? Darum kehren Paulus und Barnabas nach Jerusalem zurück, natürlich nicht, ohne dabei gleich nochmal in allen bisher besuchten und neue entstandenen Gemeinden nach dem Rechten zu sehen.

Paulus wird nun die größte Ehre zuteil – auf die er wahrscheinlich aber auch gerne verzichtet hätte. Erboste Juden aus Anitiochia und Ikonium ergreifen ihn, schleifen ihn aus der Stadt und steinigen ihn dort. Jesus hat aber noch Pläne mit ihm, deshalb überlebt er dieses Attentat und kehrt mit seinen Jüngern in die Stadt zurück.

Auch in Ikonium läuft die Verkündigung nicht ohne Widerstand. Es entstehen zwei Lager – die Anhänger des neuen und des alten Weges – die sich spinnefeind sind. Als die Stimmung sich so weit aufgeheizt hat, dass die Juden die Apostel steinigen wollen, fliehen diese nach Galatien und verkündigen in den Städten Lykaoniens, Lystra und Derbe und Umgebung das Evanglium.

Wie Jesus es angekündigt hatte, nehmen die Heiden das Evangelium an, die Juden wittern darin einen Verrat ihres Glaubens und ihres Gottes und fordern die Apostel auf, es nicht mehr weiter zu verbreiten.

Darauf kann sich Paulus nicht einlassen, der Herr hat ihm einen ganz anderen Auftrag gegeben:

Von Paphos geht’s weiter nach Perge und von da zurück nach Antiochia. In Perge verliert Johannes Markus aber die Lust, fährt zurück nach Jerusalem und verschwindet aus der weiteren Geschichte. Auch in Antiochia gehen Barnabas und Paulus zunächst wieder in die Synagoge und nehmen am jüdischen Gottesdienst teil, wie sich das für Juden gehört. Als der Älteste aber nach der Verlesung des heutigen Gesetzestextes aus dem Pentateuch fragt, ob jemand der Anwesenden noch etwas zum Wort Gottes zu sagen habe, meldet sich Paulus und verkündet das Evangelium.

War bisher von Saulus eher als Freund und Schüler von Barnabas die Rede, so erhalten Barnabas und Saulus vom Heiligen Geist einen Missionsauftrag, werden also zu Partnern. Genaugenommen teilt der Heilige Geist dies nicht den beiden, sondern deren Begleitern in Antiochia mit. Die erste Missionsreise des Paulus beginnt. Begleitet wird er von Barnabas und Johannes Markus, der bei den beiden in die Lehre geht.

Als Petrus das eben mit ihm geschehene Wunder halbwegs begriffen hat, beschließt er seinen Freunden davon zu berichten. Nach dieser durch Herodes verursachten Einschüchterung aller, würde ein solches Zeichen alle im Glauben bestärken und ihnen zeigen, dass der Herr, dem sie folgen stärker ist als jeder noch so wütende weltliche König. Als er am Haus der Maria, Mutter des Johannes Markus, anklopft, traut die Magd hinter der Tür ihren Ohren nicht.

 

Wie von Jesus angekündigt waren die Christen alles andere als beliebt bei den Juden. Das ist verständlich, wurden sie durch diese doch immer wieder daran erinnert, dass sie ihren Messias hatten umbringen lassen. Da ist es für das eigene Wohlbefinden einfacher, diesen Stachel im eigenen Gewissen als Feind, Lügner, Häretiker zu betrachten. Wir machen das heute nicht anders, wenn Menschen uns in unseren über Jahrhunderte gewachsenen Traditionen und Gewohnheiten angreifen.

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