Denn die Erde wird erfüllt werden von der Erkenntnis der Herrlichkeit des HERRN, gleichwie die Wasser den Meeresgrund bedecken. (Hab 2,14)

Apostelgeschichte

Gleich zu Beginn dieses Abschnitts kann man sehen, wie langfristig die Pläne Gottes angelegt sind. Wir erfahren, dass etliche Anhänger Jesu aus Jerusalem flohen, als nach der Hinrichtung des Stephanus die erste Christenverfolgung begann. Wer es sich leisten konnte, nahm ein Schiff und floh auf eine der Inseln im Mittelmeer, andere nutzen die von Rom gebauten Straßen und landeten in den angrenzenden römischen Provinzen. Rom nahm zu jener Zeit die jüdische Religion nicht erst – nur 1 Gott, was soll das denn sein? – und damit erst recht nicht eine kleine Sekte innerhalb dieser Religion. Die Kreuzigung eines Predigers war im Römischen Weltreich nicht mehr als eine Randnotiz. Die Existenz eines ziemlich arroganten aber gut organisierten Weltreichs war so eine weltliche Basis für die Ausbreitung des Evangeliums, die andere war eine einheitliche Sprache. Das war aber zu jener Zeit nicht das Latein sondern Griechisch. Seit dem großen Feldherren Alexander, dessen Erscheinen auf der Weltbühne übrigens in mehreren Büchern des Alten Testaments angekündigt wird, sprach man überall im Mittelmeerraum und den angrenzenden Gebieten griechisch. Schon Jahrhunderte vor Jesus hatte also Gott für eine gemeinsame Sprachbasis im ersten Ausbreitungsgebiet der Heilsbotschaft gesorgt.

Zurück in Judäa erlebt Petrus ein Déjà-Vu, denn die Judenchristen in heimischen Gefilden, sind auch nicht davon begeistert, dass Petrus Heiden gepredigt und sogar getauft hat. Mit den Gläubigen „aus der Beschneidung“ wird sich zukünftig auch Paulus häufiger anlegen müssen.

Wir lernen Kornelius kennen, einen römischen Hauptmann, der viele Soldaten und Bedienstete unter sich hat. Land, Leute und Kultur haben auf ihn abgefärbt; er glaubt an den Gott der Juden und hält sich an die Gesetze des Moses, soweit ihm dies möglich ist. Eines Tages erscheint ihm ein Engel Gottes und erklärt ihm, Gott habe ihn erhört und werde ihm nun einen Privatlehrer stellen – nicht irgendeinen, Petrus soll es sein, der gerade in der Nähe in Joppe weilt. Er solle Leute dorthin schicken, die ihn abholen. Dies tut er sogleich.

Petrus beginnt mit seinen Rundreisen im Heiligen Land und kommt nach Lydda. Dort heilt er im Namen Christi einen Gelähmten und weckt sogar eine junge Frau von den Toten auf.

In diesen Tagen läuft Saulus zur Höchstform auf. Vermutlich war ihm zu Ohren gekommen, dass auch außerhalb Jerusalems Gemeinden der neuen Sekte entstanden, darum bittet er den Hohen Rat um den Auftrag, diese Häretiker dingfest und zurück nach Jerusalem schaffen zu dürfen. Der Hohe Rat gibt ihm ein Sendschreiben mit. Auf dem Weg nach Damaskus erscheint ihm dann Jesus in einem grellen Licht und fragt ihn: „Warum verfolgst du mich?“

In der Tat bildet die Hinrichtung des Stephanus nur den Auftakt für eine Hetzjagd gegen die ganze Christengemeinde in Jerusalem, so dass alle außer den Aposteln aus der Stadt fliehen. Saulus macht sich schnell einen Ruf als besonders grausamer Jäger. Doch der Hohe Rat erreicht damit das Gegenteil dessen, was er geplant hatte. Die Botschaft vom Auferstandenen, bisher beschränkt auf Jerusalem, breitet sich nun entlang der Fluchtrouten rasch im ganzen Land aus.

Der Hohe Rat beginnt mit einer neutralen Frage; die Herren möchten wissen, wie Stephanus zu diesen Vorwürfen steht. Stephanus gibt sich als gläubiger Jude zu erkennen: Er gibt die gesamte Geschichte Israels und dessen Weg mit Gott seit der Zeit der Patriarchen wieder.

Die Hellenisten in der jungen christlichen Gemeinde proben den Aufstand. Sie beschweren sich, dass ihre Witwen – und natürlich damit durch sie stellvertretend die ganze Gruppe – benachteiligt würden. Die Apostel gehen darauf nicht weiter ein, sondern beginnen als Reaktion darauf die Arbeit neu zu organisieren. Um die Verpflegung der Hilfsbedürftigen sollen sich zukünftig Diakone kümmern. So hat man Profis, die sich schwerpunktmäßig um Gerechtigkeit bei der Verteilung kümmern und man selbst hat wieder mehr Zeit für die Verkündigung des Evangeliums, was ja ursprünglich mal die Hauptaufgabe der Apostel war.

Man soll nicht sagen, dass Gott nicht alles versucht hätte! Die Wunder, die durch die Apostel geschehen sprechen sich überall herum und die Wege, an denen sie lang gehen sind mit Kranken gesäumt, die sich allein von ihrer Nähe Heilung versprechen. Es ist unübersehbar, dass Gott mit dieser „neuen Sekte“ ist. Gott zeigt aber nicht nur dem Volk, wo’s nun lang geht, er macht damit auch dem Hohen Rat deutlich, dass sie sich verrannt haben und umdenken müssen.

Und auch das war absehbar! Die Gemeinde wächst und ihre Mitglieder stammen aus den unterschiedlichsten gesellschaftlichen Schichten. Die Euphorie der ersten Gemeinde ist riesig, alle sind voll Eifer in der Christusnachfolge. Schließlich fangen die ersten Reichen in der Versammlung an, ihr Hab und Gut zu verkaufen, um mit dem Geld jene zu versorgen, denen es am Nötigsten fehlt. Das ist eine gute Sache und findet schnell Nachahmer.

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