Denn die Erde wird erfüllt werden von der Erkenntnis der Herrlichkeit des HERRN, gleichwie die Wasser den Meeresgrund bedecken. (Hab 2,14)

Lightkeeper (Band 4)

Noch einmal betont Paulus, welch großer Trost und welch große Freude es für ihn und sein Team gewesen sei, in der großen Gefahr, der sie in Mazedonien ausgeliefert waren, bei der Rückkehr des Titus von der Umkehr und dem Eifer der Korinther erfahren zu haben. Es war Trost zur rechten Zeit.

„Als Mitarbeiter Gottes ermahnen wir euch, dass ihr seine Gnade nicht vergebens empfangt. Denn es heißt: Zur Zeit der Gnade habe ich dich erhört, am Tag der Rettung habe ich dir geholfen. Siehe, jetzt ist sie da, die Zeit der Gnade; siehe, jetzt ist er da, der Tag der Rettung.“ (2. Kor 6,1-2)

Durch das Hören der Verkündigung des Evangeliums empfangen Menschen die Gnade Gottes. Kann denn der Empfang vergeblich sein, wie Paulus hier mahnt? Paulus macht hier die Korinther darauf aufmerksam, dass es sich beim Rettungsangebot unseres Gottes, von Christus erkauft am Kreuz von Golgotha, um einen zweiseitigen Vertrag handelt. Gott macht uns das Angebot, am Kreuz hat er den Vertrag (das Testament) unterschrieben. Dieses Angebot steht für alle Menschen und wird sich nicht mehr ändern. Ein Vertrag wird daraus, indem jeder einzelne dieses Angebot für sich annimmt und das geschieht, indem er an Christus und seine Erlösungstat glaubt.

„Wenn also jemand in Christus ist, dann ist er eine neue Schöpfung: Das Alte ist vergangen, siehe, Neues ist geworden.“ (2. Kor 5, 17)

Im Brief an die Epheser fordert Paulus uns auf, den alten Menschen der Begierden abzulegen und den neuen, nach dem Bild Gottes geschaffenen Menschen anzuziehen. Das klingt, als ob wir dies bewusst tun müssten, also, als ob der Impuls durch uns käme. Bei den Korinthern macht er jedoch deutlich, dass das Heft des Handelns bei Christus lag und liegt.

Die persönlichen, zurückliegenden, lebensbedrohlichen Ereignisse verarbeitet Paulus in diesem Abschnitt. Er stellt fest, wie zerbrechlich das menschliche Leben doch ist, wie leicht Gefahren und Gewalt dieses Leben plötzlich beenden können.

„Der Vorhang im Tempel riss mitten entzwei. Und Jesus rief mit lauter Stimme: Vater, in deine Hände lege ich meinen Geist.“ (Lk 23, 45-46)

Paulus spricht in Kapitel 3 von der offengelegten Herrlichkeit der Gnade Gottes und von der Autorisation seines Aposteldienstes und der seiner Mitarbeiter.

Der zweite Brief, den Paulus an die Korinther schreibt, scheint etwas verworren. Offensichtlich ist er überschattet von Geschehnissen, bei denen Paulus und sein Missionsteam in große Lebensgefahr gerieten und sich dem Tode nahe wähnten. In dieser Phase erreichte sie dann eine Botschaft der Korinther an Paulus, in welcher sie ihm Mut in ihren Gedanken und Gebeten zusprachen. Doch nach den weiteren, mündlichen Berichten der Boten zur Situation vor Ort, lief es immer noch nicht rund in der Gemeinde und es zeigten sich neue Schwierigkeiten. Paulus scheint diese drei Ebenen (eigene schwere, noch nicht ganz verarbeitete Krise, Treue und Glaube der ehrlich besorgten Korinther, neue Prüfungen und Versuchungen in der Gemeinde) seiner Antwort nicht sauber getrennt bekommen zu haben – zu aufgewühlt und unruhig ist sein Herz - und die Unkenntnis über wesentliche Teile der Situation auf beiden Seiten macht es dem Leser nicht leicht, die Botschaft zu verstehen und als allgemeinen Lehrbrief zu deuten.

Paulus stellt die zentrale Kernaussage christlichen Glaubens ans Ende des Lehrbriefes, vor den Bitten und Wünschen in Kapitel 16. Christus ist für unsere Sünden gestorben, dass wir Frieden haben mit Gott. Er wurde begraben und ist auferstanden, als erster von vielen und als – die Rede ist von den Aposteln und über 500 Jüngern Jesu als Zeugen – sichtbares Zeichen, dass auch wir auferstehen werden. Paulus schreibt dies ans Ende, weil es der eigentliche Grund für diesen und alle anderen Briefe des Paulus und für jede Form der Evangelisation ist. Ohne diese Wahrheit wäre jede Bemühung um Nachfolge vergeblich, wäre das ganze Evangelium eine Lüge und jeder der an Christus glaubt ein Narr.

„Strebt nach der Liebe, doch bemüht euch auch eifrig um die Geisteswirkungen; am meisten aber, dass ihr weissagt!“ (1. Kor 14,1)

Paulus wägt die jedem von Gott gegebenen Gaben gegeneinander ab. Die Liebe ist freilich die größte Gabe, denn sie öffnet den Menschen für alle anderen Gaben. Doch als nächstes sollen Christen nach den Gaben streben, die nützlich sind zur Erbauung der Gemeinde aber auch der Außenstehenden. Dieser Ratschlag hat nichts von seiner Brisanz verloren!

„Für jetzt bleiben Glaube, Hoffnung, Liebe, diese drei; doch am größten unter ihnen ist die Liebe.“ (1. Kor 13,13)

Im Hohelied der Liebe schreibt Paulus zugleich poetisch und klar. Es gibt an diesen Aussagen nichts zu interpretieren. Sie sind Wahrheit, wie sie nur ein Mensch reden kann, der in diesem Moment Gott geschaut hat.

1. Korinther 13 >>

Doch was bedeutet diese Liebe für uns?

Noch einmal geht Paulus auf den Götzendienst ein, und zwar in der Art, dass er unvereinbar sei mit der Tischgemeinschaft mit dem Herrn. Auch wenn es hier wieder hauptsächlich ums Götzenfleisch geht, ist die Bedeutung dieser Feststellung nicht hoch genug einzuschätzen, denn unser Gott ist, wie er von sich selbst sagt, ein eifersüchtiger Gott.

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