Denn die Erde wird erfüllt werden von der Erkenntnis der Herrlichkeit des HERRN, gleichwie die Wasser den Meeresgrund bedecken. (Hab 2,14)

Lightkeeper (Band 4)

Gott hat Gideon auserwählt, das Volk aus der Hand der Midianitern zu befreien. Gideon ist Sohn von Joas einem Angehörigen des halben Stammes Manasse, ein geschickter Landwirt, der seine Getreideernte in Sicherheit bringt, ehe sie von den Besatzern geraubt wird und fühlt sich auch sonst als gering und unbedeutend. Jedenfalls ist er nicht begeistert, als der Herr zu ihm spricht und wirft Gott erst mal vor, sich von seinem Volk abgewandt zu haben.

Kapitel 4 tanzt aus der Reihe, auch wenn es wie Kapitel 3 beginnt: Die Israeliten haben sich von Gott abgewandt. Doch Gott weicht dieses Mal von der Norm ab, denn er stellt eine Frau an die Spitze dieses Männervereins. Debora ist Richterin und Prophetin über Israel! Debora richtet weise und mit starker Hand, denn sie ruft Barak im Namen Gottes auf, mit einem Heer gegen die Unterdrücker zu ziehen.

Gleich zu Beginn des dritten Kapitels wird beschrieben, wie nahtlos sich die Israeliten in die Kulturen der Einheimischen durch Heirat und Übernahme der lokalen Götzen integrierten. 

Der Rest des Kapitels beschreibt ein Auf und Ab: Die Israeliten werden von einem der Könige der Region unterworfen und tributpflichtig, die Israeliten leiden unter der Situation und bitten ihren Gott um Hilfe, der schickt ihnen einen Retter, der ihren Befreiungskampf anführt, der Retter stirbt, die Israeliten wenden sich wieder den Götzen zu und werden wieder von einem König unterworfen.

Das Buch Richter schließt zeitlich direkt an Josua an. Kapitel 1 wiederholt sogar noch einmal einige Geschehnisse aus den letzten Kapiteln des Buchs Josua. Es wird erschreckend ehrlich beschrieben, was das Volk während der Eroberung des gelobten Landes nicht tat, nämlich den Willen Gottes zu erfüllen, der da – ziemlich brutal – lautete: Alle Einheimischen samt ihrer Götzen sollen ausgetrieben werden, d.h., Menschen vertreiben oder umbringen und ihre Kultstätten zerstören. Kapitel 1 beschreibt aber eher eine Migration; die Israeliten arrangierten sich mit den Einheimischen und ihren Kulten und Götzen.

„Und Israel diente dem HERRN, solange Josua lebte und die Ältesten, welche Josua überlebten, die auch alle Werke des HERRN kannten, die er an Israel getan hatte.“ (Jos 24, 31)

Josua richtet letzte mahnende Worte an das Volk.

Wie immer an großen Wendemarken der Geschichte der Israeliten bedeutet dies eine Schilderung des Weges Gottes mit seinem Volk von Abraham über Ägypten bis zu diesem Punkt. Hierdurch wird den Israeliten aufgezeigt: Der Herr hält Wort bei jedem seiner Zusagen. Das bedeutet, er wird sie auch weiterhin schützen, wenn sie seine Regeln einhalten, was zu diesem Zeitpunkt hauptsächlich bedeutet, wenn sie sich nicht durch Heirat und andere Dinges mit den Überrestern der Völker vermischen, mit denen sie Kompromisse eingegangen sind. Im anderen Fall – und der ist dann ja auch eingetreten – wird Gott seine schützende Hand von ihnen nehmen und die Kompromisse werden ihnen zum Fallstrick werden.

Josua schickt die Kämpfer der zweieinhalb Stämme, die jenseits des Jordan siedeln zurück zu ihren Familien. Es ist Ruhe eingetreten im Volk Israel, der Kampf ist zu Ende. Vor der Überquerung des Jordan beschließen die Kämpfer, diesseits des Flusses einen Altar zur Ehre Gottes zu bauen und lösen damit beinahe einen Bürgerkrieg aus.

In diesen Kapiteln werden zunächst, wie von Gott gefordert, sechs Zufluchtsstädte festgelegt. Ganz offensichtlich hat Gott etwas gegen die damals verbreitete und – seltsamerweise – heute in vielen Kulturen der Welt immer noch nicht ganz überwundene Blutrache: Wenn ein Mensch durch die Hand eines anderen ums Leben kommt, so haben nach diesem Rechtsverständnis die Angehörigen das Recht auf Rache, d.h., sie beauftragen jemanden aus der Familie, den Totschläger umzubringen. Ergebnis ist meist eine jahrelange Blutfehde.

Die Eroberung des gelobten Landes zieht sich hin. Wir lesen in diesen Kapiteln, wie nach und nach weitere Landstriche eingenommen und nach dem Los Gottes an die Stämme verteil werden. Hierbei stechen die Erzählungen einzelner Personen und Stämme aus dem üblichen „Und das Los fiel auf…“ hervor.

Die nächsten drei Kapitel beschreiben das Wirken Gottes während sein Volk Israel das gelobte Land erobert. Hier ist wieder von viel Gewalt die Rede, doch darf auch hier nicht übersehen werden, dass es sich dabei um ein Bild für die Schlacht beim letzten Gericht handelt. Dass hier eben nicht das Gemetzel, sondern das Wirken Gottes beschrieben wird, kann man an mehreren Punkten sehen. Wobei den Schreibern des Berichts natürlich durchaus zuzutrauen wäre, dass es ihnen darum ging, einen glorreichen Sieg für die Chroniken und den Nationalstolz festzuhalten. Um so wichtiger war es, dass Gott hierbei unübersehbare Akzente setzte, die es aufgrund ihrer Auffälligkeit dann auch in die Chronik schafften:

Das Volk Israel zieht weiter westwärts, Richtung Mittelmeer. Die Hetiter, Amoriter, Kanaaniter, Pheresiter, Hewiter und Jebusiter verbünden sich nun und wollen gemeinsam gegen sie kämpfen. Die Gibeoniter entscheiden sich dagegen für eine List. Sie verkleiden sich so, dass sie den Anschein erwecken, von weit her zu kommen und überreden Josua so und mit zahlreichen Schmeicheleien zu einem Bündnis.

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