Denn die Erde wird erfüllt werden von der Erkenntnis der Herrlichkeit des HERRN, gleichwie die Wasser den Meeresgrund bedecken. (Hab 2,14)

Apostelgeschichte

Die Apostelgeschichte schließt sich nahtlos an das Lukas-Evangelium an. Der Arzt Lukas, der auch eine Zeitlang Paulus auf dessen Missionsreisen begleitete, versucht hier einem gewissen Theophilus die Anfänge der christlichen Botschaft quasi als Kompendium darzulegen. Aus dem Namen des Angesprochenen erschließt sich, dass sich beide Teile des Werkes vor allem an die „Griechen“ wendet – „Griechen“, das sind im Neuen Testament meist alle Menschen, die nicht Juden sind und die daher völlig ohne Vorwissen, maximal mit falschen Vorstellungen und Vorurteilen, mit dieser Botschaft in Berührung kommen.

Lukas schreibt also an dich und an mich.

Lukas nimmt den Faden aus dem ersten Teil des Berichtes – dem Evangelium – wieder auf. Hatte dieser davon berichtet, wie Jesus sein Erlösungswerk in Person auf dieser Welt begann, so handelt dieser zweite Teil nun davon, wie er das Werk in seinen Jüngern fortsetzt.

Aber zunächst weilt ja der Auferstandene noch selbst bei seinen Jüngern. 40 Tage lang erklärt er ihnen in einem Intensiv-Kurs, wie die gesamte Heilige Schrift – also das, was wir als Altes Testament kennen – in praktisch allen Erzählungen auf ihn hinweist, sowohl auf diese nun zu Ende gehende Erscheinung als auch seine Wiederkehr bei Vollendung des Reiches. Doch sind die Jünger von den ganzen Geschehnissen der letzten Tage und ihrem von ihren Vorfahren überlieferten Glauben gefangen; sie erwarten nach wie vor die Wiederherstellung des Königreiches Israel, denn so wurde es ihnen überliefert. Jesus erklärt ihnen nun in deutlichen Worten, dass es Gott in seiner Botschaft niemals um ein irdisches Reich ging. Gott denkt in größeren Bögen, viel zu groß, als dass seine Kinder das begreifen könnten. Aber er wird ihnen nun bald den versprochenen Beistand, den Heiligen Geist, schicken, der sie vollkommen ausrüsten wird zur Verbreitung der Frohen Botschaft.

Seit zehn Tagen befinden sich die Jünger, also diese Versammlung von etwa 120 Personen nun zusammen in Warten und Gebet, doch nun tut sich was. Ein Getöse bricht los, das nicht nur in der Kammer der Versammlung, sondern in ganz Jerusalem wahrgenommen wird. Der Geist Gottes kommt über die Anwesenden, ergreift Besitz von ihnen und lässt sie in fremden Sprachen reden. Gleichzeitig setzt er ihnen Hummeln in den Hintern, es hält sie nicht mehr in ihrer Dachkammer, sie gehen auf die Straße und fangen an von ihrem Gott zu erzählen – es gibt kein Halten mehr. Und jeder, egal welcher Muttersprache, versteht was sie sagen.

Gewohnheitsmäßig gehen Petrus und Johannes zum Tempel, um zu beten – trotz Empfang des Heiligen Geistes sind sie immer noch Juden – und begegnen einem von Geburt an gelähmten Bettler. Statt ihm aber ein paar Münzen in den Becher zu werfen, heilen sie ihn im Namen Christi. Sofort springt der Mann freudig umher, geht mit den beiden in den Tempel und dankt Gott. So ist’s recht. Die Anwesenden reagieren etwas anders; sie scharen sich voll Erstaunen und Bewunderung um die Apostel.

Es kommt, wie es kommen muss. Die Aktion hat die Obrigkeit auf den Plan gerufen. Prediger waren ja in jenen Tagen viele unterwegs, aber wenn es um Jesus ging, blinkten überall die Alarmleuchten. Priester und Sadduzäer sind aufgebracht über diese unautorisierte Belehrung durch die Apostel, Sadduzäer haben ohnehin ein Problem mit der körperlichen Auferstehung. Außerdem wächst die Versammlung Christi unaufhörlich, inzwischen sind es schon etwa 5000.

Und auch das war absehbar! Die Gemeinde wächst und ihre Mitglieder stammen aus den unterschiedlichsten gesellschaftlichen Schichten. Die Euphorie der ersten Gemeinde ist riesig, alle sind voll Eifer in der Christusnachfolge. Schließlich fangen die ersten Reichen in der Versammlung an, ihr Hab und Gut zu verkaufen, um mit dem Geld jene zu versorgen, denen es am Nötigsten fehlt. Das ist eine gute Sache und findet schnell Nachahmer.

Man soll nicht sagen, dass Gott nicht alles versucht hätte! Die Wunder, die durch die Apostel geschehen sprechen sich überall herum und die Wege, an denen sie lang gehen sind mit Kranken gesäumt, die sich allein von ihrer Nähe Heilung versprechen. Es ist unübersehbar, dass Gott mit dieser „neuen Sekte“ ist. Gott zeigt aber nicht nur dem Volk, wo’s nun lang geht, er macht damit auch dem Hohen Rat deutlich, dass sie sich verrannt haben und umdenken müssen.

Die Hellenisten in der jungen christlichen Gemeinde proben den Aufstand. Sie beschweren sich, dass ihre Witwen – und natürlich damit durch sie stellvertretend die ganze Gruppe – benachteiligt würden. Die Apostel gehen darauf nicht weiter ein, sondern beginnen als Reaktion darauf die Arbeit neu zu organisieren. Um die Verpflegung der Hilfsbedürftigen sollen sich zukünftig Diakone kümmern. So hat man Profis, die sich schwerpunktmäßig um Gerechtigkeit bei der Verteilung kümmern und man selbst hat wieder mehr Zeit für die Verkündigung des Evangeliums, was ja ursprünglich mal die Hauptaufgabe der Apostel war.

Der Hohe Rat beginnt mit einer neutralen Frage; die Herren möchten wissen, wie Stephanus zu diesen Vorwürfen steht. Stephanus gibt sich als gläubiger Jude zu erkennen: Er gibt die gesamte Geschichte Israels und dessen Weg mit Gott seit der Zeit der Patriarchen wieder.

In der Tat bildet die Hinrichtung des Stephanus nur den Auftakt für eine Hetzjagd gegen die ganze Christengemeinde in Jerusalem, so dass alle außer den Aposteln aus der Stadt fliehen. Saulus macht sich schnell einen Ruf als besonders grausamer Jäger. Doch der Hohe Rat erreicht damit das Gegenteil dessen, was er geplant hatte. Die Botschaft vom Auferstandenen, bisher beschränkt auf Jerusalem, breitet sich nun entlang der Fluchtrouten rasch im ganzen Land aus.

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