Denn die Erde wird erfüllt werden von der Erkenntnis der Herrlichkeit des HERRN, gleichwie die Wasser den Meeresgrund bedecken. (Hab 2,14)

1. Korinther

Während seiner dritten Missionsreise schrieb Paulus diesen ernsten Brief an die Gemeinde in Korinth. Hintergrund waren zum einen verschiedene Fragen aus der Gemeinde, die an ihn herangetragen wurden als auch Streitereien über den Hirten. In der Tat hatten sich unter den Gläubigen von Korinth regelrecht Parteien gebildet und jede vertraute einem anderen Anführer.

Wie es in seinen Briefen üblich ist, grüßt er zunächst die Gemeinde in Korinth aber auch alle anderen Menschen, welche die Gemeinschaft bilden in der Gnade unseres Herrn. Dann dankt er Gott für diese Gemeinde und all die Gnade, die er ihr geschenkt hat.

Ab Vers 10 ermahnt er die Gemeinde aber wegen der Spaltungen in ihr, denn es gebe Gruppen, die sich zu ihm bekannten, andere zu Apollos oder zu Petrus und wieder andere (ganz richtig!) zu Christus.

„Wisst ihr nicht, dass ihr Gottes Tempel seid, und dass der Geist Gottes in euch wohnt?“ (1. Kor 2, 16)

Vermutlich hatte den Korinthern die Diskussion darum, wer der bessere, der wahre Lehrer für sie sei gut gefallen und sie führten lebhafte und leidenschaftliche Diskussionen darüber, ganz nach dem Vorbild griechischer Rhetorik. Ganz deutlich wäscht Paulus hier diesen Menschlein den Kopf.

„So soll man uns betrachten: als Diener Christi und als Verwalter von Geheimnissen Gottes.“ (1. Kor 4,1)

Paulus bezieht diese Aufforderung auf sich, die anderen Apostel und alle Menschen, die in dieser Zeit unterwegs sind, das Evangelium zu verkünden, nicht auf die Korinther, die er als seine Kinder in Christus bezeichnet.

Paulus geht nun auf einzelne Missstände in der Gemeinde ein. Er ist mit dem Lebenswandel einzelner Gemeindemitglieder äußerst unzufrieden.

Zunächst beklagt er einen ihm zu Ohren gekommenen Fall von Unzucht. Ein junger Mann lebte mit der Frau seines Vaters zusammen. Offensichtlich hatte der Vater also eine jüngere Frau geheiratet, nachdem seine Gattin, also die Mutter der jungen Mannes, gestorben war oder er diese – wie damals oft üblich – per Scheidungspapiere mehr oder weniger einvernehmlich aus der Ehe entlassen hatte.

„Ich aber sage euch: Liebt eure Feinde, segnet, die euch fluchen, tut wohl denen, die euch hassen, und bittet für die, welche euch beleidigen und verfolgen, damit ihr Söhne eures Vaters im Himmel seid.“ (Mt 5, 44+45)

Auch über rechtliche Streitereien wurde Paulus berichtet. Menschen innerhalb der Gemeinde waren sich in konkreten Fällen uneins über eine gerechte Lösung des Problems und hatten, um bei diesem Streit Unparteilichkeit zu garantieren, ihren Streit vor einen externen Richter oder Schlichter getragen.

Paulus betrachtet nun die Frage nach der Ehe aus der Sicht des Wortes Gottes, aber auch aus seiner privaten Sicht der Dinge. Er macht am Ende des Kapitels darauf aufmerksam, dass eine Ehe nach dem Gesetz nicht aufgelöst werden kann. Hier könnte ein in der Heiligen Schrift Bewanderter nun die kluge Frage einwerfen, ob das Gesetz denn nicht durch Christus erfüllt worden und daher für uns Christen hinfällig sei – ganz gemäß der im vorigen Kapitel gemachten Aussage: „Alles ist mir erlaubt – aber nicht alles ist nützlich!“ (1. Kor 6,12)

„Wenn ich in den Sprachen der Menschen und Engel redete, hätte aber die Liebe nicht, wäre ich dröhnendes Erz oder eine lärmende Pauke.“ (1. Kor 13,1)

Eine weitere Frage der Korinther war, ob man Götzenfleisch – also Fleisch, das irgendeinem fremden Gott geopfert und nun auf dem Markt oder von Gastgebern angeboten wurde – essen dürfe. Die Meinung war gespalten.

Paulus analysiert die Situation, tut also etwas, wozu die Korinther mit all ihrer Erkenntnis selbst in der Lage gewesen wären, wenn sie nicht nur mit ihrem Wissen prahlten, sondern ihren Brüdern und Schwestern auch die gebotene Liebe entgegenbrächten.

„Bin ich nicht ein Apostel? Bin ich nicht frei? Habe ich nicht unseren Herrn Jesus Christus gesehen? Seid nicht ihr mein Werk im Herrn?“ (1. Kor 9,1)

Paulus spricht ein leidiges Thema an. Da er nicht zu den Zwölfen gehörte, gab es oft Zweifel daran, ob er denn ein echter Apostel sei. Er definiert hier die Zeichen, die einen Apostel ausmachen: Er hat Christus gesehen (persönlich erfahren) und er hat Menschen das Evangelium verkündet. Auch wenn der Glaube selbst (das Gedeihen) von Gott gegeben wird, so hat er, Paulus, doch den Acker bestellt, den der Herr für ihn bereitet hatte.

Noch einmal geht Paulus auf den Götzendienst ein, und zwar in der Art, dass er unvereinbar sei mit der Tischgemeinschaft mit dem Herrn. Auch wenn es hier wieder hauptsächlich ums Götzenfleisch geht, ist die Bedeutung dieser Feststellung nicht hoch genug einzuschätzen, denn unser Gott ist, wie er von sich selbst sagt, ein eifersüchtiger Gott.

„Für jetzt bleiben Glaube, Hoffnung, Liebe, diese drei; doch am größten unter ihnen ist die Liebe.“ (1. Kor 13,13)

Im Hohelied der Liebe schreibt Paulus zugleich poetisch und klar. Es gibt an diesen Aussagen nichts zu interpretieren. Sie sind Wahrheit, wie sie nur ein Mensch reden kann, der in diesem Moment Gott geschaut hat.

1. Korinther 13 >>

Doch was bedeutet diese Liebe für uns?

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