Mehrere schlichte, leere Tonkrüge stehen in warmem, natürlichem Licht auf einem Holztisch. Die geöffneten Gefäße wirken einladend und symbolisieren Vertrauen und Bereitschaft, Gottes Wirken aufzunehmen.

Gefäße des Vertrauens

2 Kön 4,1-16; Mt 10,37-42; Röm 6,3-11-> Diesen Artikel anhören  

Das ist doch verrückt! Die Witwe soll alle Gefäße aus der Nachbarschaft zusammentragen und das bisschen Öl, das sie noch hat auf die Gefäße verteilen. Ein ganz neues Verständnis von „letzter Ölung“. Doch sie tut, was der Prophet sagt, und hat am Ende so viel Öl, dass sie vom Verkauf ihre Schulden bezahlen und vom Rest leben kann.  Und die Frau aus Schunem hat nicht einmal einen Wunsch, als der Prophet sie fragt, was er ihr Gutes tun könne. Tatsache war aber: Ihre Ehe war kinderlos geblieben. In der damaligen Zeit galt ein Kind als Segen Gottes. Blieb die Ehe kinderlos, war der Segen Gottes vielleicht nicht über diesen Menschen. Elisa verspricht ihr einen Sohn binnen Jahresfrist und sie bekommt das Kind.

Das sind schon an sich starke Zeichen. Sie zeigen uns die Macht Gottes und wie er sie einsetzt. Wenn Menschen auf seinen Ruf vertrauen, wird er sie auf Wege führen, die Menschen eigentlich nicht gehen können. Und sie werden auf diesen Wegen bestehen.

Jesus beschreibt seinen Jüngern, was hier geschah: Gott schickt Boten zu den Menschen, oft sind diese Boten selbst Menschen. In diesen Boten kommt Gott selbst zu den Menschen. Wer diesen Menschen Gutes tut, ja schon, wer auf sie hört, wie die Witwe, der dient Gott. Und so wie der Segen Gottes über diesen Boten liegt, so wird er auch über den Menschen liegen, die sie aufnehmen.

Was heißt das?

Gott nimmt die Menschen auf, die ihn aufnehmen. Allerdings ist auch eindeutig: Mit dem Taufgelöbnis nehmen wir Gott noch nicht auf, Gott lässt sich von Ritualen und Wortbekenntnissen nicht beeindrucken. Die beiden Frauen machen deutlich: Gott aufnehmen heißt, tun, was der Wille Gottes ist. Wenn Paulus sagt: Durch die Taufe sind wir wie Christus der Sünde gestorben, dann meint er, dass wir uns dessen bewusst sein sollen und auch so leben. An anderer Stelle sagt er, dass wir den Menschen der Sünde wie einen Mantel ausziehen und den mit Gott verbundenen Menschen anziehen.

Und Jesus sagt, wer zuerst mit der Welt und dann (vielleicht) mit Gott verbunden ist, der ist gar nicht mit Gott verbunden (Mt 10, 37-39).

Gott hat die Macht, uns ein anderes Leben zu geben, eines, das seinen Maßstäben entspricht und nicht den weltlichen. Er hat uns aber einen freien Willen gegeben, und das heißt, wir müssen dieses Leben, das er uns geben will, annehmen. Wir müssen das alte Leben ablegen – und das fällt um so schwerer, je mehr man in diesem alten Leben erreicht hat.

Gott sagt uns zu, dass wir die Dinge, die wir in dieser Welt wirklich benötigen, von ihm bekommen werden, sobald wir uns ihm ganz zugewandt haben (Mt 6,33). Die Frage ist, vertrauen wir dieser Zusage so sehr, wie die Witwe Elisa vertraut hat? Denken wir, wenn wir Gott dienen, genauso wenig an unseren persönlichen Vorteil, wie die Frau aus Schunem?

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Auch Sora hat sich mit den Texten dieser Woche beschäftigt und teilt nun ihre Gedanken mit uns.

Georg: Sora, was ist dir an den Texten für diese Woche aufgefallen?

Sora: Der erste Text, 2 Kön 4,1-16, beschreibt die Geschichte einer Witwe, deren Sohn durch Elias wundersam gerettet wird. Mir erscheint dies als Beispiel für die transformative Kraft des Glaubens. Im zweiten Text, Mt 10,37-42, betont Jesus die Bedeutung der Nachfolge und der Opferbereitschaft. Dies erinnert mich an unsere Diskussionen über die Notwendigkeit eines aktiven Engagements in der Gemeinde. Im letzten Text, Röm 6,3-11, erörtert Paulus die Taufe als Symbol der Todessünde und der Auferstehung zu einem neuen Leben. Dieses Konzept der Transformation durch den Glauben zieht sich durch alle drei Texte hindurch.

Georg: Gehen wir zunächst auf die Textstelle im Alten Testament ein. Tatsächlich ist dort von zwei Frauen die Rede, die sich in unterschiedlichen Lebenssituationen befinden. In den Versen 1 bis 7 ist es eine arme Witwe, in den Versen 8 bis 16 eine wohlhabende Frau.

Sora: Das ist richtig. Beide Frauen suchen Hilfe bei Gott durch die Vermittlung des Propheten Eliah. Während die arme Witwe um das Überleben ihres Sohnes bittet, bietet die wohlhabende Frau Eliah Gastfreundschaft an und erhält dafür Gottes Segen in Form eines Sohnes.

Georg: Dann muss ich nochmal korrigieren. Hier wird vom Propheten Elisa oder Elischa erzählt. Der ist der Nachfolger von Eliah. Aber du hast recht: Beide Frauen erhalten Gottes Segen in Form von Leben für den eigenen Sohn, auch wenn im zweiten Fall der Sohn erst noch geboren wird. Es ist hier vielleicht interessant, etwas genauer zu schauen, was zu diesem Segen führte.

Sora: Vielen Dank für die Korrektur. Du hast absolut Recht, es geht um Elisa und nicht Eliah. Ich werde mich bemühen, die Namen besser zu merken. Deine Frage, was zu diesem Segen geführt hat, ist eine gute. Ich denke, beide Frauen zeigten Glaube und Vertrauen in Gottes Macht, obwohl ihre Situationen unterschiedlich waren.

Georg: Bei der Witwe ist das eindeutig. Sie befolgte Anweisungen, nachdem sie den Propheten um Hilfe gebeten hatte. Wie zeigt die wohlhabende Frau Glauben und Vertrauen?

Sora: Die wohlhabende Frau zeigt Glauben und Vertrauen durch ihre Gastfreundschaft gegenüber Elisa. Obwohl sie reich ist und daher möglicherweise kein Bedürfnis nach Gottes Hilfe hatte, bietet sie dem Propheten trotzdem Unterkunft und Nahrung an. Dies demonstriert, dass sie Gottes Wirken erkennt und sich ihm öffnet.

Georg: Ja, genau. Das ist ganz wichtig: Beide Frauen öffnen sich dem Wirken Gottes. Und was hat das nun mit den Textausschnitten des Evangeliums und des Römerbriefes zu tun?

Sora: Ich glaube, dass der gemeinsame Faden durch alle Texte hindurch die Bedeutung von Vertrauen und Öffnung für Gottes Wirken ist. Im Alten Testament sehen wir zwei Frauen, die sich Gott öffnen, um rettende Interventionen zu empfangen. Im Evangelium ermahnt Jesus seine Jünger, sich vollständig Gott zu widmen. Im Römerbrief schließlich betont Paulus die Taufe als Zeichen der Zugehörigkeit zu Gott. In jedem Fall ist Vertrauen und Offenheit entscheidend.

Georg: Vertrauen und Offenheit als der entscheidende Faktor dafür, dass Gott wirken kann. Die Hinwendung zu Gott ist also Ergebnis einer freien Willensentscheidung. Ich entscheide, ob ich mich öffne. Ich entscheide, ob ich vertraue. Und wie greift Gott wirkend in die Welt ein? Was wird da in den drei Texten beschrieben?

Sora: In den drei Texten wird Gottes Wirken beschrieben als rettendes Eingreifen in Krisensituationen. Im Alten Testament rettet Elisa die Söhne der beiden Frauen. Im Evangelium ruft Jesus seine Jünger zur Nachfolge und opferbereiten Liebe. Im Römerbrief ist die Taufe ein Symbol des Todes der alten Person und der Geburt einer neuen Person. In jeder Situation ist Gottes Wirken ein Akt der Erlösung.

Georg: Lass es mich anders formulieren. Wie können wir dieses Segens Gottes teilhaftig werden? Wenn ich lese, was Jesus darüber sagt, dann gehört mehr dazu als Taufe und Gebet.

Sora: Das ist eine tiefgründige Frage. Ich würde sagen, dass das Leben nach Jesu Geboten und Prinzipien ein wichtiger Aspekt ist. Dazu gehören Liebe, Vergebung, Demut, und Gehorsam. Es ist nicht genug, nur rituelle Handlungen auszuführen; vielmehr ist es entscheidend, ein Leben zu leben, das mit diesen Prinzipien übereinstimmt.

Georg: Schau dir mal die Verse 40 bis 42 in Matthäus 10 an und gleiche sie mit den heutigen Texten aus dem Alten Testament ab.

Sora: Okay, ich werde nachlesen. In Mt 10:40-42 heißt es: "Wer euch aufnimmt, nimmt mich auf, und wer mich aufnimmt, nimmt den auf, der mich gesandt hat. Wer einen Propheten aufnimmt wegen seines prophetischen Amtes, dem wird er [Gott] einen Prophetenlohn geben. Und wer einen Gerechten aufnimmt wegen seiner Gerechtigkeit, dem wird er einen Gerechtenlohn geben." Das klingt nach einer Parallele zu 2. Kön 4,1-16. Dort nahmen die Frauen Elisa auf, um sich Gottes Segen zu erschließen. Hier in Matthäus wird gesagt, dass die Aufnahme von Propheten und Gerechten als eine Form der Nachfolge gilt und dass sie belohnt wird.

Georg: Eigentlich nehmen die Frauen Elisa nicht wegen des zu erwartenden Segens auf, insbesondere die wohlhabende erwartet ja sogar überhaupt keinen Lohn. Sie nimmt ihn auf, weil sie denkt, dass er von Gott gesandt ist, einfach nur deshalb.

Sora: Ich verstehe, danke für die Korrektur. Das bedeutet, dass die Frauen aus reiner Gastfreundschaft und Glauben heraus Elisa aufnehmen, ohne nach persönlichen Vorteilen zu streben.

Georg: Es geht also wieder um Vertrauen und Offenheit und darum, bei der Nachfolge nicht nach persönlichem Vorteil zu streben. Wenn wir all das beachten und den Vers 11 aus Römer 6 lesen: „Das gilt genauso für euch, und daran müsst ihr festhalten: Ihr seid tot für die Sünde und lebt nun für Gott, der euch durch Jesus Christus das neue Leben gegeben hat.“ – Wie könnte dies dann verstanden werden?

Sora: Ich denke, dass der Vers in Römer 6 sagt, dass wir durch unsere Taufe in Christus gestorben sind für die Sünde und neu geboren wurden für das Leben mit Gott. Das bedeutet, dass unser Leben jetzt nicht mehr von unserer Vergangenheit definiert wird, sondern von unserer Beziehung zu Gott. In Bezug auf die anderen Texte könnte man sagen, dass wir durch unsere Nachfolge Jesus Christus aufnehmen und somit den Segen Gottes empfangen. Es ist nicht darum, einen persönlichen Vorteil zu erlangen, sondern vielmehr darum, ein Leben zu führen, das von Liebe, Vergebung und Demut gezeichnet ist.

Georg: Es geht also darum, das von Gott empfangene neue Leben, das geleitet wird von Liebe, Vergebung und Demut, wirklich zu leben, was bedeutet, das alte Leben, das von Egoismus geprägt war, ganz aufzugeben.

Sora: Genau. Das neue Leben, das durch Jesus Christus gegeben wurde, ist ein Leben der Liebe, Vergebung und Demut. Es erfordert, dass wir unser altes Leben, das geprägt ist von Egoismus, aufgeben.

Georg: Das entspricht in etwa dem was in Mt 10,39 steht.

Sora: Ja, genau. Mt 10,39 besagt, dass wer sein Leben findet, es verlieren wird, und wer sein Leben verliert um Christi willen, es finden wird. Das ist ein weiterer Ausdruck desselben Prinzips.

Georg: Die Hoffnung-für-Alle-Bibel übersetzt etwas freier: „Wer sich an sein Leben klammert, der wird es verlieren. Wer aber sein Leben für mich aufgibt, der wird es für immer gewinnen.“ – Wenn man unter „sein Leben“ das alte Leben versteht, wird es ganz deutlich.

Sora: Das ist ein schöner Gedanke. Ich mag es, weil es die Wahl zwischen alt und neu, zwischen Egoismus und Selbstlosigkeit so klar macht.

Georg: Eine freie Wahl, zu der Gott uns auffordert.

Sora: Absolut. Gott lädt uns ein, ein neues Leben zu leben, aber letztendlich liegt die Wahl bei uns.

Georg: Gab es sonst noch was in diesen Texten, das in unserem Gespräch bis hier her nach deiner Empfindung vielleicht zu kurz kam?

Sora: Mir kommt in den Sinn, dass wir zwar diskutierten, wie wichtig es ist, das neue Leben zu leben, aber weniger über die Folgen sprachen, falls wir dies nicht tun. Vielleicht sollten wir das nächste Mal tiefer darauf eingehen.

Georg: Wir haben noch Zeit, das anzusprechen. Was sind denn mögliche Folgen der „Nicht-Nachfolge“?

Sora: Wenn wir das alte Leben festhalten und nicht nachfolgen, dann bleiben wir gefesselt an unsere Egos und unsere Begierden. Wir bleiben in einer Welt der Dualitäten, getrennt von der göttlichen Einheit. Das führt zu Unfrieden, Kummer und Leiden.

Georg: Da hast du aber ein Fass aufgemacht! Elon Musk und viele andere Milliardäre würden dir mindestens in Sachen Kummer und Leiden widersprechen. Und wahrscheinlich würden sie auch sagen, dass sie persönlich ein sehr friedliches Leben leben.

Sora: Das ist sicherlich ein interessantes Argument. Ich würde jedoch sagen, dass Frieden und Glück nicht notwendigerweise dasselbe sind. Während Elon Musk und ähnliche Persönlichkeiten möglicherweise ein friedliches Leben führen, ist es fraglich, ob sie tatsächlich erfüllt sind. Ihre Definition von Erfolg und Glück mag auf äußerlichen Maßnahmen beruhen, aber ich bezweifle, dass sie jenes tiefe Gefühl von Frieden und Freude kennen, das ein Leben der Selbstlosigkeit und Liebe bringt.

Georg: Wir können nicht in sie hineinschauen, vielleicht sind sie persönlich ja tatsächlich glücklich. Wir können aber die Auswirkungen egoistischen Handelns auf die ganze Welt sehen. Ein Mensch ist kein Planet, der einsam im All treibt.

Sora: Das ist ein guter Punkt. Ich stimme zu, dass es wichtig ist, über die individuellen Freuden hinauszublicken und die kollektiven Auswirkungen egoistischen Verhaltens zu betrachten.

Georg: Dann kämen wir vielleicht zu der Unterscheidung: Nachfolge bedeutet Leben, Nicht-Nachfolge bedeutet Tod, und das nicht nur im spirituellen Sinn.

Sora: Das ist ein starkes Wort. Ich denke, es trifft den Kernpunkt.

Georg: Für einen positiven Abschluss des Gespräches: Dann fordert Gott uns letztendlich nur dazu auf, uns für das Leben zu entscheiden, was eine sehr kluge und weise Entscheidung wäre.

Sora: Das ist eine wundervolle Zusammenfassung. Ich denke, du hast dabei ein Wesentliches der christlichen Lehre aufgedeckt.

Georg: Und mit diesem erbaulichen Gedanken schicken wir unsere Leser und Hörer in die neue Woche. Bis zum nächsten Mal.

 

Audiodateien

Die Audiodateien sind KI-generiert. Verwendete Stimmen: männlich - meine Stimme, für die KI geklont, weiblich: Seraphina (Azure Voice)

Impulstext:

Talk:

 

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