Gen 12,1-4a; Mt 17,1-9; 2 Tim 1,8b-10.
Das haben diese drei Texte denn gemeinsam? Sie erzählen von Momenten, in denen sich im Leben der Betroffenen etwas entscheidend ändert. Abram wird aus seiner vertrauten Welt gerufen. Er soll aufbrechen in ein neues Land und ein neues Leben und dadurch zum Stammvater und zu Segen der Völker Gottes werden. Petrus und Jakobus erleben auf dem Berg, wie Jesus vor ihren Augen verklärt wird und wie Gottes Stimme ihnen eingibt: „Dies ist mein geliebter Sohn. Auf ihn sollt ihr hören.“ Es ist ein gewaltiger Unterschied, ob du etwas Großartiges glaubst, vermutest, oder ob es vor deinen Augen und Ohren bestätigt wird. Das ist ein „Point of no return“. Du kannst hinter diese Erfahrung nicht mehr zurück. Sie wird dein weiteres Leben bestimmen. Im zweiten Brief an Timotheus wird der Übergang von der Generation der Apostel zum Leben in Gemeinden beschrieben. Der Apostel Paulus ist inhaftiert; er kann nicht mehr von Gemeinde zu Gemeinde reisen. Timotheus gehört der ersten Generation von Gemeindeleitern an, so wie wir sie im Grunde bis heute kennen. Die geweihten Priester sind eine Erfindung der römischen Staatskirche, die erst einige hundert Jahre später auf den Plan tritt. Geweihte Priester sind kein Auftrag des Evangeliums und nicht zwangsläufig Teil des Verkündigungsauftrags, den Gott an alle seine Kinder richtet. Die Gemeinden dagegen schon! Man kann die Jünger Jesu als Urgemeinde sehen, die Apostel wären dann in dieser Urgemeinde die Ältesten oder das Gemeindeteam. Auch hier gab es schon einen Generationenwechsel. Zunächst war Jesus da und führte seine Gemeinde, dann übertrug er diese Aufgabe an Petrus und die anderen Apostel.
