Auch Festus erfährt als erstes von der „Akte Paulus“, die ihm sein Vorgänger überlassen hat. Ganz Vertreter der Besatzungsmacht lässt er sich aber nicht auf das Geschwätz der Juden ein und fordert den Hohen Rat auf, gleich mit ihm nach Cäsarea zu kommen und die Anklage (noch einmal) vorzubringen.
Apostelgeschichte
Die Apostelgeschichte schließt sich nahtlos an das Lukas-Evangelium an. Der Arzt Lukas, der auch eine Zeitlang Paulus auf dessen Missionsreisen begleitete, versucht hier einem gewissen Theophilus die Anfänge der christlichen Botschaft quasi als Kompendium darzulegen. Aus dem Namen des Angesprochenen erschließt sich, dass sich beide Teile des Werkes vor allem an die „Griechen“ wendet – „Griechen“, das sind im Neuen Testament meist alle Menschen, die nicht Juden sind und die daher völlig ohne Vorwissen, maximal mit falschen Vorstellungen und Vorurteilen, mit dieser Botschaft in Berührung kommen.
Lukas schreibt also an dich und an mich.
Die Gestrandeten erfahren, dass sie auf der Insel Melite gelandet sind. Die Einheimischen nehmen die Schiffsbrüchigen überaus freundlich auf. Es ist regnerisch und kalt, daher entzünden sie ihnen ein großes Feuer am Strand, so dass sie sich dort aufwärmen können.
Paulus soll nun, eskortiert von einem römischen Hauptmann namens Julius und einigen Soldaten per Schiff nach Rom gebracht werden. Von Lukas, der wieder mit von der Partie ist, wird die genaue Reiseroute auf dem Mittelmeer beschrieben.
