Ein anderes Bild für die gleiche Situation. In Kapitel 17 wird die Gegenkirche als Frau dargestellt, so wie Maria (Offb 12) als Bild für die ganze Kirche, die Braut Christi dient. Und so wie in der Bibel Jerusalem als Bild für die Stadt (das Reich) Gottes dient, steht die Stadt Babylon für das Reich Satans, das allerdings nur auf Zeit und nur auf der Erde existieren wird.
Offenbarung
Der Lightkeeper stellt Johannes als den Johannes, also den Jünger Jesu, Apostel und Verfasser des Johannes-Evangeliums vor. Auch dies wird heute angezweifelt, begründet mit den üblicherweise vorgebrachten Stilbrüchen zwischen Evangelium und Apokalypse, was mich nicht überzeugt. Ebenso erscheint mir wenig überzeugend, dass die Offenbarung mit der Verkündigungstradition des Paulus bricht. Es ist ein prophetisches Werk und muss sich allein aus diesem Grund von den verkündigenden Schriften deutlich unterscheiden. Trotzdem fällt auf, dass sich der Johannes der Apokalypse als „Knecht Johannes“ und nicht, wie im Evangelium, als „Jünger, den Jesus liebt“ vorstellt.
Dass die Offenbarung zur Zeit der Christenverfolgung entstand ist aber offensichtlich, denn die verwendeten Bilder weisen sowohl Parallelen zu den Endzeitprophezeiungen im Alten Testament als auch zu Erlebnissen der frühen christlichen Gemeinden im Römischen Reich auf.
Eigentlich hat die Frohe Botschaft ja nichts (mehr) mit Prophetie zu tun. Die Zeit ist durch die Menschwerdung und erst recht durch die Auferstehung Christi erfüllt. Wir befinden uns in der Gnadenzeit, der Zeit also, in der Gott die Schuld der Menschen selbst getilgt hat und nun alle seine Kinder zu sich ruft. Trotzdem hat es dieses Buch in die Bibel geschafft; der Geist Gottes, der jedem Wort in diesem Werk eine Bedeutung gibt, wird sich etwas dabei gedacht haben.
Jetzt ist aber dann wirklich Schluss!
In diesem Abschnitt wird davon berichtet, dass auch der letzte Aufstand des Teufels nach 1000 Jahren scheitern wird. Er landet im Feuersee, zusammen mit dem Tod und dem Totenreich. Sie alle stehen für die alte Welt, in der alles einen Anfang und ein Ende hatte und werden nun nicht mehr gebraucht. Sie waren die Zuchtmeister, die den Menschen in seine irdische Existenz banden, die den notwendigen Druck ausübten, damit der Mensch zu unterscheiden lernt, was irdisch ist und was himmlisch ist – sich für das Himmlische entscheiden kann und dabei doch Mensch bleibt; dieses Meisterstück Gottes, das er so sehr liebt, dass er sich selbst aufgab um es zu retten.
„Glückselig sind die, welche zum Hochzeitsmahl des Lammes berufen sind!“ (Offb 19, 9)
Jetzt gibt es kein Halten mehr. Alle Heiligen im Himmel, d.h. die ganze Kirche Christi und alle Israeliten, die Jesus als ihren Messias angenommen haben, loben und preisen Gott, denn das Gericht ist vollendet und das Hochzeitsmahl beginnt. Christus und seine Braut, seine Kirche, werden nun auf ewig vereint sein.
Im Epilog der Bibel erhalten wir durch Johannes einen Ausblick auf die Vollendung des Menschen bei der Herrlichkeit und der Ewigkeit Gottes.
In diesem Abschnitt wird vom Ende des Tieres des Meeres und der Erde berichtet. Sie werden mit allen ihren Anhängern in den Feuersee geworfen. Der Drache selbst, also der Teufel, wird für 1000 Jahre gebunden.
Hier werden ganz beiläufig einige Grausamkeiten erwähnt, die das Gericht Gottes scheinbar zu einer bloßen Rache verkommen lässt. Es fällt mir schwer dies irgendwie sauber einzuordnen. Natürlich ist es nur ein Bild, aber offensichtlich braucht dieses Bild selbst ein Bild um begriffen zu werden. Es ist hier vom Verspeisen allen rein Irdischen die Rede. Das ist im Grunde das, was wir jeden Tag tun; Materie wird in Energie umgewandelt. Wir erleben hier also einfach den allerletzten Akt der alten Welt. Das Verspeisen symbolisiert den Abschluss der Reinigung der Erde von aller Sünde, denn Christus wird mit seiner Kirche in einer reinen Welt regieren.
Danach werden die Heiligen Christi, also alle Menschen seiner Kirche auferstehen, um mit ihm im tausendjährigen Friedensreich zu leben. Die Kirche Christi wird Mitregentin sein über eine Welt ohne Krankheit, Elend und Tod.
