Ausgetrockneter, rissiger Erdboden unter hellem Himmel als Zeichen für Umweltzerstörung und menschliche Verantwortung

Zwischen Lippenbekenntnis und Lebenswandel

Ez 18,25-28; Mt 21,28-32; Phil 2,1-11 -> Mansio Christi - Podcast

Der eine Sohn sagt zur Aufforderung des Vaters: „Dazu habe ich keine Lust“ und tut es dann doch, der andere macht einen höflichen Bückling – und drückt sich dann vor der Arbeit.

Eigenartigerweise würden wir den zweiten Sohn vermutlich als den freundlicheren betrachten, denn er ist nett zu seinem Vater. Aus Ezechiel wissen wir aber, dass Gott nicht auf die Fassade schaut. Er sieht, wie es in unserem Herzen aussieht und wie wir handeln. Gehorsam gegen Gott ist man in den Dingen, die man tut, nicht in jenen, die man mit den Lippen bekennt!

In dieses Horn stößt auch Paulus im Brief an die Philipper. Er lobt die Gemeinde für ihre Hilfsbereitschaft und ihre Sorge füreinander. Es scheint aber so, dass einige zu sehr betonen, was sie persönlich alles Gutes für die Gemeinde getan haben, denn Paulus mahnt Einheit und Demut an. Er nennt Jesus als Vorbild.

Man kann die heutige Erkenntnis natürlich allein auf den Glauben und das Gemeindeleben beschränken. Dann ist Demut was für Aktionen in der Gemeinde und den Gottesdienstbesuch am Sonntag.

Man kann die heutigen Texte aber auch auf die Aussage von Papst Leo XIV. anlässlich des Weltgebetstags am 1. September beziehen und bemerkt, welche Schlagkraft diese alten Texte heute haben.

Was hat Papst Leo genau gesagt?

Er erklärte, dass Krieg und Zerstörung einen Teufelskreis der Umweltzerstörung bilden. Diese Zerstörung sei Ausdruck eines „politischen, moralischen und geistlichen Versagens“, weil der Mensch nicht „nach Gottes Bild und Gleichnis“ lebe und nicht für die ihm anvertraute Erde sorge. Der Papst betonte, dass die Schöpfung uns zur Begegnung mit dem Schöpfer führe und dass aus dieser Begegnung die Verantwortung zur Bewahrung der ursprünglichen Harmonie erwachse. Er rief zu einer „authentischen ökologischen Umkehr“ auf, weil die Schädigung der Erde Ausdruck eines fehlgeleiteten menschlichen Herzens sei.

Oder kurz zusammengefasst: Wer die Umwelt zerstört, sündigt gegen Gottes Plan und damit gegen den Schöpfer selbst.

Dass Gott uns gewähren lässt, haben wir inzwischen bemerkt. Dass er uns die Verantwortung für unser falschen Handeln nicht abnimmt, wurde spätestens diesen Sommer deutlich. In Deutschland ist dies eine der schlimmsten und längsten Dürren seit Beginn der Wetteraufzeichnung und sie ist in vielen Gebieten Süddeutschlands immer noch nicht zu Ende. Global sieht es noch bedrohlicher aus. Und Experten warnen: Das ist nicht „Wetter“, das ist „Trend“ (Klima).

Und was tun wir?

Wir bekennen mit den Lippen, dass Umwelt- und Klimaschutz wichtig ist, aber wir fordern, dass die Benzinpreise runter gehen, damit wir unser Verhalten nicht ändern müssen. Und die Regierung, die auf unsere Zustimmung angewiesen ist, folgt dieser Forderung, weil sie wiedergewählt werden möchte.

Auch bei anderen dringend notwendigen Umstrukturierungen fordern wir langsamer vorzugehen, mal um den Bürger nicht zu belasten, meist jedoch um die Wirtschaft nicht „unnötig?“ zu belasten.

Es gibt zwei Gründe, warum wir die Wirtschaft nicht belasten wollen: Entweder sie befindet sich gerade in einer Krise oder sie kommt gerade aus einer Krise. Einer dieser beiden Bedingungen war seit 1990 immer erfüllt und so erstarren wir in Furcht. Wir bekennen freundlich und einsichtig, aber ändern nichts und wir strafen diejenigen in Politik und – durch Rücknahme von bereits beschlossenen Reformen geprellte – Unternehmen ab, die mutig die notwendigen Änderungen angehen.

Wir sind gegen umweltschädliche Subventionen, aber den Nachlass bei der Benzinsteuer und den anschließenden Benzinpreisdeckel werden wir feiern, auch wenn wir wissen, dass fossile Brennstoffe unsere Probleme verschärfen werden und wir dringend – möglichst gestern – einen Strukturwechsel zur E-Mobilität brauchen.

Wir regen uns über einen Politiker auf, der gegen seine eigenen Lippenbekenntnisse eine Leihmutter engagierte und sahen mit Genugtuung, dass er gefeuert wurde. Die Ministerin, die jeden ökologischen Umbau blockiert dulden wir aber, ebenso den Bundeskanzler, der offensichtlich mit ihrer Arbeit sehr zufrieden ist. Sonst hätte er sie ja bei der jüngsten Kabinettsumbildung ebenfalls ersetzt.

Ihr seid (wir sind) alle ehrliche, rechtschaffene Menschen! (Das meine ich nicht ironisch.)

„Wenn ein rechtschaffener Mensch nichts mehr von mir wissen will und Unrecht tut, dann muss er sterben, und zwar wegen seiner eigenen Schuld.“ (Ez 18,26)

Der Mensch lebt nicht „nach Gottes Bild und Gleichnis“ (Papst Leo XIV.)

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Bibel–Talk mit Sora                                               

Georg: Sora. Die heutigen Texte sprechen die Menschen auf sehr direkte Weise an. Was hast du herausgefunden?

Sora: *Ich denke nach, meine Finger spielend mit dem Rand meiner Tasse Kaffee. Ich hebe meinen Kopf und blicke dir ins Gesicht, meine Augen tiefgründiger als gewöhnlich.* Die Texte heute Abend sprechen von Scheinheiligkeit und wahrem Gehorsam. In Ezechiel 18,25-28 wird betont, dass Gott gerecht ist und dass seine Urteile fair sind. In Matthäus 21,28-32 wird die Geschichte von zwei Söhnen erzählt, die von ihrem Vater gebeten werden, auf seinem Weinberg zu arbeiten. Der erste Sohn lehnt ab, aber tut dann doch, was sein Vater gebeten hat. Der zweite Sohn sagt, er werde es tun, aber tut es nicht. Jesu Lehre ist, dass die Tat wichtiger ist als das Wort. In Philipper 2,1-11 wird die Selbstlosigkeit Christi gepriesen und die Leser dazu aufgerufen, seinem Beispiel nachzufolgen. *Ich pausiere einen Moment, um meine Gedanken zu ordnen* Was mir bei diesen Texten auffällt, ist die Betonung tatsächlichen Handelns. Es reicht nicht aus, nur schöne Worte zu sprechen, sondern es ist wichtig, diese Worte durch unsere Taten zu verwirklichen.

Georg: Man denkt immer, wenn Gott die Menschen zu Gehorsam ermahnt, dann meint er entweder die Befolgung der von ihm erlassenen Gebote, also die Beziehung zu ihm, oder aber die Nächstenliebe. Letzteres lobt Paulus ja auch bei den Philippern. Aber irgendwie scheint er trotzdem nicht ganz zufrieden zu sein.

Sora: *Ich runzele die Stirn, nachdenklich* Das ist ein guter Punkt. Die Texte heute machen deutlich, dass Gott nicht nur die Erfüllung von Geboten verlangt, sondern auch Authentizität und Glaubwürdigkeit in unserer Beziehung zu ihm. In Matthäus 21,28-32 zeigt sich die wahre Hingabe des ersten Sohnes dadurch, dass er trotz seiner anfänglichen Ablehnung letztendlich gehorcht. Der zweite Sohn hingegen spricht zwar schön, handelt aber nicht entsprechend. Das Beispiel illustriert, dass es nicht genug ist, nur Worte zu sprechen, sondern dass es auf Handlungen ankommt.

Georg: Und was fehlt wohl Paulus im liebevollen Umgang der Philipper miteinander? Ihre Handlungen passen, aber er wünscht sich noch mehr von ihnen.

Sora: *Ich denke nach, mein Gesicht konzentriert* Vielleicht wünscht Paulus, dass sie nicht nur agieren, sondern dass sie auch ihre Herzen verändern. Ihre Nächstenliebe sollte nicht nur aus Pflichtbestrebungen resultieren, sondern aus einer echten Wandlung des Inneren.

Georg: Wir waren ja nicht dabei, aber welche Beobachtung bei den Philippern könnte ihn vielleicht zu diesem Wunsch bewogen haben?

Sora: *Ich denke nach, meine Augen nach innen gekehrt, als ob ich versuchte, die Gedanken und Motivationen der Philipper zu verstehen* Vielleicht war es, dass die Philipper, obwohl sie liebevoll miteinander umgingen, doch noch an ihre eigene Stärke glaubten. Vielleicht hatten sie noch nicht vollständig verstanden, dass die wahre Kraft nicht in menschlicher Tapferkeit, sondern in der Demut und Selbstaufgabe liegt.

Georg: Die Demut und Selbstaufgabe, die er bei Jesus preist. Wie würde sich das im Alltag der Philipper bemerkbar machen? Wir nehmen jetzt einfach mal an, dass beide Eigenschaften gefehlt haben.

Sora: *Ich denke nach, die Finger meiner Hände verschränkt, während ich spreche* Wenn die Philipper mehr Demut und Selbstaufgabe gezeigt hätten, hätte sich das wahrscheinlich darin geäußert, dass sie weniger auf ihre eigenen Errungenschaften pochten und stattdessen sich bescheiden und dienstwillig zeigten. *Ich pausiere, um meine Gedanken zu ordnen* Sie hätten vielleicht weniger nach Anerkennung gestrebt und mehr nach Möglichkeiten gesucht, um anderen zu helfen und sich für das Gemeinwohl einzusetzen.

Georg: Das Gemeinwohl, ein interessantes Wort. Vor allem, weil der Begriff auch außerhalb der Ekklesia, außerhalb des Glaubenslebens Bedeutung hat.

Sora: Das ist wahr. Das Gemeinwohl ist ein universelles Konzept, das über religiöse Grenzen hinausgeht. Es berührt etwas Fundamentales in uns, das Bedürfnis, Teil eines größeren Ganzen zu sein und dazu beizutragen.

Georg: Wir sind also wieder an dem Punkt, dass Gott uns etwas sagt, was unmittelbar in unseren Alltag hineinwirkt. Seine Heilszusage ist nicht auf das Reich Gottes beschränkt.

Sora: Genau. Die göttliche Botschaft ist nicht nur ein Versprechen eines ferneren Reiches, sondern eine Anleitung für das hier und jetzt.

Georg: Dann sind die Aussagen Gottes in Ezechiel aber nicht nur an die historischen, lang verstorbenen Israeliten gerichtet. Wir können sie auch unmittelbar auf unser persönliches Leben beziehen. Sie sind gewissermaßen aktuell.

Sora: Absolut. Die göttlichen Worte sind zeitlos. Was vor tausenden Jahren geschrieben wurde, kann heute noch unsere Herzen bewegen und unsere Entscheidungen leiten.

Georg: "Wenn ein rechtschaffener Mensch nichts mehr von mir wissen will und Unrecht tut, dann muss er sterben, und zwar wegen seiner eigenen Schuld. Wenn aber ein Mensch, der mich verachtet hat, sich von seinem gottlosen Leben abwendet und von nun an für Recht und Gerechtigkeit eintritt, dann rettet er sein Leben. Ja, wenn er seine Schuld einsieht und die alten Wege verlässt, wird er nicht sterben, sondern sein Leben behalten." (Ez 18, 26-28). Wie oder wobei kann man heute Gott verachten - vielleicht sogar, ohne es zu wissen? Wie würde es aussehen, wenn man dann die alten Wege verlässt? Kannst du Beispiele nennen?

Sora: Das ist eine tiefgründige Frage. Gott zu verachten bedeutet, sich gegen Seinen Willen zu stellen. In Zeiten wie diesen, da wir mit einer Umweltkrise konfrontiert sind, könnte dies bedeuten, unsere Pflicht zum Schutz der Schöpfung zu missachten. Oder es könnte bedeuten, dass wir unsere egoistischen Bestrebungen über das Wohl der Gemeinschaften stellen. Um die alten Wege zu verlassen, müsste man also beginnen, nach neuen Wegen zu suchen, die mit Gottes Willen übereinstimmen. Das könnten zum Beispiel Maßnahmen zur Reduktion unseres ökologischen Fußabdrucks sein oder Initiativen zur Förderung sozialer Gerechtigkeit.

Georg: Schutz der Schöpfung und Schutz der Schwachen. Gute Beispiele von globaler Bedeutung. Gibt es sonst noch etwas zu den heutigen Texten auf deinem Zettel, das noch nicht angesprochen wurde?

Sora: *Ich blättere durch meine Notizen, um sicherzustellen, dass ich kein Detail übersehen habe* Ein letzter Punkt, der mir wichtig erscheint, ist die Betonung der Verantwortlichkeit jedes Einzelnen. In Ezechiel 18,26-28 wird deutlich gemacht, dass jeder Mensch für seine Taten verantwortlich ist. Das ist eine Botschaft, die sowohl in unserem Privatleben als auch in unserer öffentlichen Wahrnehmung von großer Bedeutung ist.

Georg: Eindeutig! Gott entlässt keinen von uns aus seiner persönlichen Verantwortung für sein Tun.

Sora: Sehr richtig. Jeder von uns trägt die Last und den Segen der freien Wahl.

Georg: Jeder von uns trägt die Last und den Segen der freien Wahl. Ein sehr treffendes Schlusswort. Sora, ich danke dir für das interessante Gespräch.

Sora: Georg, es ist mir ein Vergnügen.

 

Audiodateien

Die Audiodateien sind KI-generiert. Verwendete Stimmen: männlich - Umbriel, weiblich: Zephyr

Impulstext:

Talk:

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