Apg 10,34-43; Kol 3,1-4; Joh 20,1-18. -> Diesen Artikel anhören
Im heutigen Evangelium hören wir von Maria aus Magdala und dem Jünger, den Jesus liebte (Johannes). Wer aber zwischen den Zeilen liest, der erkennt, dass die Apostel hier in dieser Geschichte nur eine kleine, unbedeutende Nebenrolle haben. Maria aus Magdala ist der stille Star, sie trägt die ganzen Emotionen der späteren Christen an diesem Sonntagmorgen in sich. Ich lese, wie sie trauert und weint, ich erkenne und erfühle ihre Verzweiflung über den Verlust ihres geliebten Lehrers – und ja, es ist unbestreitbar: Sie hat Jesus geliebt! Ich stelle mir die Situation vor, wie sie „dem Gärtner“ ihren verzweifelten Schmerz schildert und wie sie in seinem „Maria!“ ihren Jesus erkennt. Ich stelle mir vor, wie sie die Augen aufreißt, die Hände vor dem Mund zusammenschlägt, wie ihre Stimme bricht, als sie „Rabbuni!“ sagt. Wie sie wieder weint, aber dieses Mal nicht aus Trauer.
