April: Nachdem ihr aber von der Sünde befreit wurdet, seid ihr der Gerechtigkeit dienstbar geworden.

Raunachtslegung 2023/2024 „nach Art des Herrn“?

Karten

  • Gerechtigkeit (11): Im Vordergrund Justitia als Königin und Beschützerin der Stadt. Waage in der linken, Schwert in der rechten Hand. Sitzt auf einem Thron zwischen zwei grauen Säulen. Goldener Hintergrund als Zeichen himmlischer Gerechtigkeit. Beide Gerechtigkeiten sind getrennt durch einen purpurnen Vorhang. Objektivität, kluges Urteil, Verantwortung, ernten was man gesät hat, einen Konflikt schlichten
  • Königin der Schwerter (0): Königin auf einem Thron sitzend, am linken Handgelenk sind Reste einer Fessel zu sehen, in der Luft schwebend (Wolken), Thron und Krone mit Schmetterlingen verziert. Verstandsbetont, aber nach innen gerichtet. Empfänglichkeit für Ideen und Gedanken. Klugheit, Unabhängigkeit.
  • Bibelstelle: Römer 6, 15-23

 

 

Zum Bibeltext

Paulus erklärt, was es mit der Gerechtigkeit Gottes auf sich hat, die uns durch das Opfer Jesu zugesprochen wurde. Davor waren wir Sklaven des Herrn der Welt (Teufel), Sklaven der Sünde. Doch nun sind wir von Gott zur Gerechtigkeit befreit, somit der Gerechtigkeit dienstbar, Gott dienstbar. Die Sklaven der Sünde erwartet der Tod, uns, die Empfänger der Gerechtigkeit Gottes erwartet das ewige Leben.

 

Deutung für April 2024

Durch unsere Entscheidungen fällen wir ständig Urteile, denn die Entscheidung für einen bestimmten Weg schließt automatisch alle anderen Wege aus. Oftmals lassen wir uns hierbei von Sachzwängen, von den Dingen, die uns unmittelbar betreffen, leiten – zu einer Entscheidung verleiten. „Alternativlos“ ist oft der Begriff, der eine Situation beschreibt, die angeblich eine ganz bestimmte Entscheidung erzwingt.

Aber nichts auf dieser Welt ist wirklich alternativlos. Der purpurne Vorhang zwischen menschlicher und himmlischer Gerechtigkeit wurde von Menschen aufgehängt, um den Blick auf Alternativen zu versperren, die einen grundlegenden Richtungswechsel bedeuten würden.

Umkehr ist nichts anderes als ein Richtungswechsel. Der Vorhang schließt diesen echten Richtungswechsel aus. Doch der Vorhang wurde an jenem schicksalhaften Karfreitag zerrissen!

„Alternativlos“, das Synonym für die Fesseln dieser Welt, endete an diesem Karfreitag. Wann immer jemand dieses Wort als Begründung verwendet (und zumeist sagen wir es uns selbst), muss die sehr ernst zu nehmende Frage lauten: „Was sind die Dinge, die angeblich nicht möglich sind und warum?“ Denn, dass es nur einen einzigen Weg gibt, ist immer falsch. Selbst wenn alle Wege nach Rom führen, so gibt es doch (immer) mehrere davon, d.h., ein Ziel ist immer auf mehreren Wegen zu erreichen.

Bei anstehenden Entscheidungen neige auch ich immer dazu, das Naheliegendste, das was sich scheinbar ganz automatisch ergibt, als die einzige Alternative zu betrachten. Ich entscheide mich für den Weg, der am ehesten dem entspricht, was ich als unmittelbar erreichbar erachte.

Dies bindet mich – biblisch gesprochen – an die Welt. Sünde steht für die Welt und ihre Werte an sich, Gerechtigkeit meint hier nicht die Waage in der linken Hand, die allein nach weltlichen, also unmittelbaren Werten misst, sondern das, was hinter dem Vorhang verborgen ist. Ich bin aufgerufen, bei solchen ganz selbstverständlichen Entscheidungen innezuhalten, mich daran zu erinnern, dass ich frei bin. Nichts ist ganz selbstverständlich das einzig Richtige und nichts ist nur deshalb falsch, weil es nicht meiner Erfahrung oder Erwartung entspricht.

Darum mein Spruch für den Monat April:

„Nachdem ihr aber von der Sünde befreit wurdet, seid ihr der Gerechtigkeit dienstbar geworden.“ (Röm 6,18)